NATÜRLICH GÄRTNERN MIT PERMAKULTUR
WAS IST PERMAKULTUR?
Obst und Gemüse aus einem Garten, der sich wie ein natürliches Ökosystem (fast) selbst erhält? Was paradiesisch klingt, hat einen Namen: Permakultur.
Vom biologischen Gärtnern bis zu Urban Gardening, von der Nutzung alternativer Energien bis zum nachhaltigen Wirtschaften – all diese Trends spiegeln das Unbehagen vieler Menschen gegenüber grenzenlosem Wachstum und ungebremstem Konsum mit allen negativen Folgen wie Massentierhaltung oder Klimawandel wider. Da ist es kein Wunder, dass auch die Permakultur immer mehr Aufmerksamkeit und Anhänger findet.
In Bezug auf den Garten versteht man unter Permakultur eine Kreislaufwirtschaft, bei der mit einfachsten, vor Ort vorhandenen Mitteln die positiven Standortfaktoren verstärkt und die negativen Faktoren gering gehalten werden. Durch die Mehrfachnutzung der einzelnen Elemente und Pflanzen und durch geringsten Arbeitseinsatz mit biologischen Methoden können dauerhaft ausreichende Erträge erzielt werden.
Doch die Permakultur-Philosophie geht weit über das Gärtnern und die Landwirtschaft hinaus. Sie umfasst alle Lebensbereiche – von der Energieversorgung bis zum sozialen Miteinander. Sie beschreibt soziales Lernen von und mit der Natur, das ökologisches Handeln zur Folge hat. Permakultur macht uns den Eigenwert der Natur für unser menschliches Überleben bewusst.
PERMAKULTUR – LÖSUNGSMODELL FÜR EINE GESICHERTE ZUKUNFT
Als Permakulturgärtner versuchen wir, unseren Garten nach und nach in ein Ökosystem zu verwandeln, das so robust und dauerhaft produktiv ist wie ein natürliches Ökosystem.
Der Australier Bill Mollison (1928 – 2016), Begründer der Permakultur-Philosophie, hat ein Leben lang für diese Idee gearbeitet. Er hatte die negativen Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft auf die Böden und die Artenvielfalt beobachtet und war auf der Suche nach einer neuen Methode der natürlichen Landwirtschaft. Im Jahr 1981 erhielt er schließlich für seine Arbeit den Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award). Seit seinem Tod führt sein Schüler David Holmgren sein Werk intensiv fort.
Bill Mollison hat mit seiner Idee viele Menschen begeistert, die seit Ende der 1970er-Jahre zur Verbreitung der Permakultur beitragen. So haben sich in den letzten 40 bis 50 Jahren weltweit einige Permakulturpioniere profiliert. Im deutschsprachigen Raum sind Sepp Holzer, Sepp Brunner und Dr. Marlies Ortner hervorzuheben. Durch ihr Vorbild und durch ihre Bücher hat die Permakulturidee viele Menschen erreicht und zum natürlichen Gärtnern animiert. Mittlerweile sind auch diverse Institute und Akademien für Permakultur entstanden, die Kurse und Fortbildungen anbieten.
DIE ANFÄNGE DER PERMAKULTUR
Inspiriert wurde Bill Mollison von dem japanischen Mikrobiologen und Landwirt Masanobu Fukuoka (1913 – 2008). Seine Werke, wie etwa der Titel »Der große Weg hat kein Tor«, sind Standard in der Permakultur. Er bezeichnet seine Art der Landwirtschaft nach dem daoistischen Wuwei-Prinzip als »Nichts-Tun-Landwirtschaft«.
Fukuokas Philosophie besagt, dass die Natur selbst in der Lage ist, sich zu erhalten. Sie bedarf de