Noch 5 Tage bis zur Hochzeit
Rylee saß auf der Holzveranda vor der Küche und sah in den Garten. Sie hatte schlecht geschlafen. Gegen ein Uhr war sie hochgeschreckt, weil sie einen Eindringling an den äußeren Grenzen des Grundstücks gefühlt hatte. Doch es hatte sich um falschen Alarm gehandelt. Zusammen mit Boh, ihrem Wächter, war sie den Zaun abgegangen, hatte aber nichts Ungewöhnliches entdecken können.
Jetzt genoss sie die Ruhe, die, seit die aus zwölf Kratorianern bestehende Reisegruppe am Morgen abgereist war, herrschte.
Dabei hatte es sich bei ihnen um ausgesprochen pflegeleichte Gäste gehandelt, die sich die meiste Zeit im Speisesaal auf dem mitgebrachten Beamer Dokumentarfilme angesehen und ansonsten ihre Zimmer kaum verlassen hatten. Sie hatten sich auf einer Kulturreise befunden und wollten als nächstes über Wien nach Rom, um sich die dortigen Altertümer anzusehen.
Alleine die Aufgabe, Mahlzeiten für über zehn Leute zuzubereiten, hätte Rylee jedoch überfordert, wenn ihre Freundin Emily, die in der Nähe wohnte, nicht täglich herüber gekommen wäre, um ihr zu helfen.
Und es war absehbar, dass jetzt, wo das Portal, das Reisen in die entferntesten Ecken der Galaxie erlaubte, voll in Betrieb war, mehr und mehr Gäste eintreffen würden.
Sie brauchte unbedingt Hilfe, doch selbst, wenn die Einnahmen, die jetzt endlich flossen, ausreichen würden … wo sollte sie jemanden finden, der bereit wäre, für alle Arten von Außerirdischen zu kochen und für ein Gasthaus zu sorgen, dessen Gäste nicht nur exotisch sondern oft auch potenziell gefährlich waren? Und die um jeden Preis geschützt werden mussten?
Außerdem war die oberste Direktive Geheimhaltung. Wenn sie jemandem die Geheimnisse von Haus Securus Refugium enthüllen wollte, musste sie sicher sein, dass er alles