: Susanne Roßbach
: Der Tote vom Odenwald Alexandra Königs erster Fall | Cosy Crime in Hessen: Vom Wandern im Urlaub und einer Leiche zwischen den Kühen
: Midnight
: 9783958191273
: Alexandra König ermittelt
: 1
: CHF 3.60
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: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 300
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Alexandra König ermittelt in ihrem ersten Fall Nachdem die 32-jährige Alexandra König von ihrem langjährigen Freund verlassen wurde, braucht sie dringend einen Tapetenwechsel. Statt der geplanten Last-Minute-Reise bucht sie deshalb einen Wanderurlaub im Odenwald. In Beerfelden erwarten sie allerdings mehr Idylle und Ruhe, als sie ertragen kann. Alex ist schon im Begriff, ihre Koffer erneut zu packen, da entdeckt sie während eines Spaziergangs einen leblosen Mann auf einer Kuhweide. Der Mann wurde offenbar von Kühen totgetrampelt. Als der zuständige Ermittler der Polizeidirektion anrückt, traut Alex ihren Augen kaum. Denn der Motorrad fahrende Tom Brugger ist unverschämt attraktiv. Schnell wird klar, dass in diesem Fall ein Mord nicht ausgeschlossen ist. Sofort ist Alex' Neugier geweckt. Während sie auf eigene Faust nachforscht, ist ihr der Täter dicht auf den Fersen ... 

Susanne Roßbach, geboren 1966, ist Diplom-Betriebswirtin und Diplom-Psychologin und arbeitet als Senior Business Analystin in einer Großbank. Eine ihrer großen Leidenschaften ist das Schreiben von Romanen. Sie bereiste halb Europa, Nordafrika, war mehrmals in den USA und in Japan. Heute lebt sie im Süden Frankfurts und widmet sich in ihrer Freizeit ihrem Pferd und ihren Büchern.

KAPITEL 2


Hedi riss die Augen immer weiter auf.

»Na ja«, sagte ich, »und dann haben die Sanitäter meinen Verdacht bestätigt: Der arme Mann war mausetot.«

Hedi legte ihr Besteck ab. »Das ist ja entsetzlich! Du Arme! Ich wusste gar nicht, dass Kühe so bösartig sein können!«

»Doch, doch«, widersprach Herbert, »ich habe schon mal gelesen, dass ein Landwirt bei einer Stampede totgetrampelt wurde. So eine Kuh bringt – ich schätze mal – etwa achthundert Kilo auf die Waage. Wenn die auf deinen Bauch tritt …« Er nahm seinen Suppenlöffel und drückte ihn fest mitten in den Schokopudding, welchen er sich gleich mit der Vorspeise vom Buffet geholt hatte. Der Pudding wich dem Druck des Löffels nach außen aus und quoll rundherum über den Rand seiner Schüssel.

»Herbert! Lass die Sauerei! Und auf deine drastischen Visualisierungen können wir auch verzichten!« Hedi legte ihre Hand beschwichtigend auf meinen Unterarm. »Entschuldige, meine Liebe! Du hast ja einiges mitgemacht heute. Bitte lass dir von Herbert nicht den Appetit verderben.«

»Ach, nein, es geht schon wieder«, winkte ich ab. »Mir ist nur direkt nach dem Leichenfund der Kreislauf abgesackt. Aber dann war so viel los, erst kamen die Sanitäter, schließlich die Polizei und die Spurensicherer … Morgen muss ich auch noch mal auf die Polizeidirektion nach Erbach. Dann habe ich allerdings meine Pflicht und Schuldigkeit getan.«

»Das hoffe ich für dich.« Hedi kaute eine Weile. »Ach, wenn du sowieso in Erbach bist, musst du dir unbedingt die Stadt ansehen. Sehr geschichtsträchtig! Das Schloss ist natürlich ein Touristenmagnet, aber auch sonst gibt es enorm viele hübsche Fachwerkhäuser, und immer wieder stößt man auf die Mümling, die mitten durch die Stadt fließt.«

»Ah, ja.« Ich nickte.

»Du musst auf jeden Fall ins Elfenbeinmuseum gehen, das hat auch Herbert sehr gut gefallen. Und direkt an Erbach angrenzend ist Michelstadt, das nimmst du am besten gleich mit, wenn die Zeit reicht. Das historische Rathaus von Michelstadt hast du bestimmt schon einmal auf einem Foto gesehen oder als Briefmarkenmotiv, es gilt als spätgotisches Juwel! Oder du besuchst die Basilika, dort herrscht eine außerordentliche Atmosphäre, nahezu heilig!« Hedi geriet richtig in Fahrt. Sie hätte auch eine gute Reiseführerin abgegeben.

»Mal sehen. Ich habe keine Vorstellung davon, wie lange der Termin bei der Polizei dauert. Aber danke für die Tipps, ich werde bestimmt noch einmal durch die Stadt schlendern.«

»Das solltest du unbedingt.«

Herbert sah missmutig knapp an mir vorbei. Ich drehte mich um. Das Pärchen, das sich gestern zu Hedi und Herbert hatte setzen wollen und von ihnen mit Verweis auf mich abgewiesen worden war, kam auf uns zu.

Der Mann war leicht untersetzt und schob eine extreme Rasierwasserwolke vor sich her. Ich schätzte ihn auf Anfang sechzig. Seine Haare trug er recht lang und seltsam über den Oberkopf gekämmt, vermutlich um die lichten Stellen zu kaschieren. Er trug einen feinen Anzug, den ich sowohl für den Ort als auch für die Zeit eher unpassend fand. Schon bevor er uns erreichte, streckte er die Arme auslad