: Guido Knopp
: Weltenbrand Die Kriege der Deutschen im 20. Jahrhundert
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955309701
: 1
: CHF 4.50
:
: Zeitgeschichte (1945 bis 1989)
: German
: 368
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers bis zur Völkerschlacht im Ersten Weltkrieg; von Hitlers Machtergreifung und den unvorstellbaren Verbrechen im Holocaust bis zum Feuersturm in Dresden und den Atombomben auf Japan: Guido Knopp gelingt ein höchst eindringliches Gesamtbild des »30-jährigen Krieges des 20. Jahrhunderts« und ein aufschlussreicher Blick auf ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte - reich bebildert und spannend erzählt.

Prof. Dr. Guido Knopp, Jahrgang 1948, war jahrzehntelang Leiter der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte. Zuvor war er Redakteur der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' und Auslandschef der 'Welt am Sonntag'. Als Autor publizierte er zahlreiche internationale Sachbuch-Bestseller. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Jakob-Kaiser-Preis, der Europäische Fernsehpreis, der Telestar, der Goldene Löwe, der Bayerische und der Deutsche Fernsehpreis, das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und der Internationale Emmy.

VORWORT


Das zwanzigste Jahrhundert, das so faszinierend war wie furchtbar, hat den Deutschen mehr vom Guten wie vom Bösen auferlegt als jedes andere zuvor: mehr Leid und Tod, mehr Wohlstand und mehr Fortschritt. Es war das Jahrhundert der großen Kontraste – das Jahrhundert von Einstein und Hitler, von Auschwitz und der Mondlandung, von Kriegen und Verbrechen, aber auch von ungeheurer Friedenssehnsucht. Es begann mit einer Zeit der Katastrophen, 1914 bis 1945: Zwei mörderische Kriege, zahllose Wirtschaftskrisen und Finanzcrashs, der Aufstieg unmenschlicher Ideologien, die die Welt beglücken wollten und sie nur ins Unglück stürzten. Je mehr Abstand wir von dieser Epoche haben, umso mehr wird deutlich, dass es ein Weltbürgerkrieg gewesen ist – 31 Jahre lang. Der Zweite Weltkrieg speist sich aus dem Ersten, dazwischen gab es keinen echten Frieden. Der »Dreißigjährige Krieg des zwanzigsten Jahrhunderts« prägte Generationen, bis in unsere Zeit.

Es begann mit einem Krieg, den keiner wirklich wollte – mit dem alle aber rechneten. Wer war schuld an ihm? Das Säbelrasseln hatte im Konzert der Großmächte Tradition. Der Krieg galt noch immer als ultimatives Mittel der Politik. Seit der Jahrhundertwende drehte sich die Rüstungsspirale immer schneller. Die europäischen Mächte rechneten mit einem Konflikt und verhinderten ihn dennoch nicht. Das Deutsche Kaiserreich fühlte sich von seinen Nachbarn eingekreist – tatsächlich grenzte es sich in der Ära Wilhelms II. selbst aus.

Die Gefahr eines Zweifrontenkrieges vor Augen, hatten deutsche Militärs sich längst in die Idee verrannt, Frankreich bei einem drohenden Krieg präventiv zu schlagen – um dann im Osten, gegen Russland, mit ganzer Kraft den Sieg herbeizuführen. Im Sommer 1914 brachte das Attentat von Sarajevo das Pulverfass Europa zur Explosion. Alle fühlten sich als Angegriffene, keiner als Angreifer. Wie in Berlin begrüßten auch die Menschen in Wien, Paris und London euphorisch jubelnd den Ausbruch eines Krieges, von dem noch niemand ahnte, wie mörderisch er wirklich werden würde – und dass er schließlich das Ende des alten Europa bedeutete.

Der »Weltenbrand« begann mit dem Angriff der deutschen Heere im Westen. Doch der Plan, Frankreichs Armeen über einen Marsch durch Belgien von allen Seiten zu umfassen, scheiterte. Bei Langemarck stürmten Tausende unerfahrener Rekruten ins gegnerische Maschinengewehrfeuer. Die grausamen Verluste wurden zu moralischen Siegen umgedeutet.

»Soldat-Werden, sein Jahr abdienen müssen, war für mich während der Gymnasialzeit immer eine peinliche, bedrohliche Vorstellung gewesen. Jetzt war es genau das Gegenteil: Befreiung! Befreiung von bürgerlicher Enge und Kleinlichkeit, von Schulzwang und Büffelei [...] und von alledem, was wir als Saturiertheit, Stickluft, Erstarrung unserer Welt empfunden.«

Carl Zuckmayer, Schriftsteller
und Kriegsfreiwilliger, in seiner Autobiografie
»Als wär’s ein Stück von mir«

Fel