: Katja von Seeberg
: Fürsten-Roman 2532 Eine fürstliche Scharade
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732552160
: 1
: CHF 1.80
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: Erzählende Literatur
: German
: 64
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Als Aurelia von Lautenthal nach dem Studium auf das Schloss ihrer Familie zurückkehrt, soll es eigentlich nur ein angenehmer Urlaub werden. So wie früher will sie durch den geliebten benachbarten Wald streifen, ihre Lieblingsplätze aufsuchen und nach der stressigen Zeit einfach nur entspannen.
Doch dann findet die junge Frau auf dem Dachboden das Tagebuch ihrer Großmutter, das von einer unglücklichen Liebe zu Frederick Prinz von Belmont zeugt, der ihr einst das Herz gebrochen hat. Damit nicht genug, erfährt Aurelia Ungeheuerliches: Die Familie Belmont will bald den wundervollen Wald abholzen, um dort ein hässliches Luxushotel zu bauen. Aurelia schäumt vor Wut: Diesen Leuten muss ein Denkzettel erteilt werden!
Und so schleicht sich Aurelia als Assistentin des heutigen Prinzen von Belmont auf das benachbarte Anwesen ein, um 'ihren' Wald zu retten und ihre Großmutter zu 'rächen'. Ein gefährliches Spiel nimmt seinen Lauf - mit ungeahnten Folgen für alle Beteiligten ...

»Was hast du in den Semesterferien vor?«, fragte Aurelia ihre Kommilitonin.

»Ich weiß es noch nicht. Ausruhen! Nach all den Prüfungen.«

Aurelia lachte. Oh ja. Ausruhen wollte sie sich auch. Aber nicht hier in München.

Nach all den Jahren würde sie endlich wieder nach Warmuth fahren, das im schönen Brandenburg lag. Ihre Familie mütterlicherseits besaß dort ein Schloss. Alter Adel. Manchmal konnte Aurelia es selbst kaum glauben, aus welcher altehrwürdigen Familie sie stammte!

Ihre Mutter hatte damals aus Liebe den Namen ihres Vaters angenommen, weswegen Aurelia nun nicht Prinzessin von Warmuth hieß, sondern einfach nur Aurelia Lautenthal. Das störte sie jedoch nicht. Ganz im Gegenteil – sie war auch stolz auf den bürgerlichen Teil ihrer Familie. Nichtsdestotrotz vermisste sie die Schlossatmosphäre und den wunderschönen Wald, der an Schloss Warmuth grenzte.

Als Kind hatte sie es geliebt, sich dort zu verstecken, jeden Busch und jede Wurzel zu erforschen. Auch heute noch war sie sehr naturverbunden und tierlieb, was auch der Grund war, weshalb sie sich für ein Studium der Veterinärmedizin entschieden hatte.

»Und was wirst du unternehmen?«, fragte die Kommilitonin, während sie gemeinsam über den Campus schlenderten.

»Ich werde meinen Onkel und meine Tante besuchen.«

»Ach, wie nett. Ich wünsche dir eine schöne Zeit.«

»Ich dir auch.«

Die jungen Frauen verabschiedeten sich und gingen ihrer Wege. Die sechsundzwanzigjährige Aurelia zog es zunächst in die Münchener Innenstadt, wo sie ein kleines Apartment angemietet hatte. Damit sie so viel Zeit wie möglich in Warmuth würde verbringen können, hatte sie mit Tante und Onkel schon alles geklärt. Sie erwarteten sie übermorgen.

Vorher war noch einiges zu erledigen: Reiseproviant musste besorgt, die Reisetasche gepackt werden. Außerdem wollte Aurelia sich im Internet schlaumachen, was sie rund um Warmuth noch würde besichtigen können. Als Kind hatte sie sich nicht unbedingt für die vielen kleinen Städte interessiert, die historisch sicher einiges zu bieten hatten und deren Geschichte möglicherweise sogar mit dem Namen ihrer Adelsfamilie verknüpft war.

Oh, es war wirklich schon einige Jahre her, seit sie zuletzt auf Schloss Warmuth gewesen war. Sie rechnete nach und stellte erschrocken fest, dass es sogar zehn Jahre waren! Zuletzt hatte sie Onkel und Tante als Sechzehnjährige besucht. Und das auch nur sehr kurz. Als Kind hingegen hatte sie oft die Sommerferien in Warmuth verbracht.