: Stefanie Lahme
: Das Glück ist einen Flügelschlag entfernt Ein Irland-Roman
: Forever
: 9783958182059
: 1
: CHF 3.60
:
: Erzählende Literatur
: German
: 400
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Chaotin trifft Erbsenzähler Lukas hat seinen Irlandurlaub minutiös durchgeplant, Josefine lässt sich lieber treiben. Als sie einen gemeinsamen Aufenthalt in einem Ferienhaus gewinnen, steht für beide fest, dass sie sich das Haus nicht teilen können. Auf einem Roadtrip quer durch Irland wollen sie entscheiden, wer das Ferienhaus am Ende bekommt: Wer auch immer die meisten perfekten Tage organisiert, gewinnt. Während ihrer Reise kommen sich die beiden immer näher - doch noch kennt Lukas Josefines Geheimnis nicht.   Ein wunderbares Wohlfühl-Buch! Fantastische Irland-Beschreibungen und liebenswerte Charaktere. (Jennifer081991 auf LovelyBooks) Wie ein Kurzurlaub in Buchform, der zum Träumen und Entdecken einlädt. (coala_books auf LovelyBooks)

Stefanie Lahme, geboren 1970, lebt und schreibt im Münsterland. Sie liebt Bücher, Geschichten und alles was damit zu tun hat, liest was ihr in die Finger kommt und schreibt Liebes- und Fantasyromane. Wenn sie sich vom Schreiben losreißen kann, läuft sie durch den Wald, taucht durch Wracks oder reist durch die Welt, besonders oft in ihr Lieblingsland Irland, wo sie Inspiration für neue Schreibprojekte findet. Sie ist Mitglied bei 'DELIA-Vereinigung deutscher Liebesromanautorinnen und -autoren' und 'PAN-Phantastik-Autoren-Netzw rk'.

Kapitel 1


Lukas stand an der Reling und beobachtete, wie die letzten Autos im Bauch der Fähre verschwanden. Er warf einen Blick auf die Uhr. Vor dreiundzwanzig Minuten hatte er zugesehen, wie eine nicht enden wollende Schlange Motorräder, PKW, LKW und erschreckend vieler Wohnmobile nach einem undurchsichtigen System über mehrere auf dem Pier eingezeichnete Spuren auf die Fähre gelotst wurden. Seine Hoffnungen auf eine pünktliche Abfahrt waren in weite Ferne gerückt. Jetzt sah es danach aus, als könnte die »Oscar Wilde« wie vorgesehen um 19 Uhr ablegen. Der Plan gab vor, dass er während des Auslaufens auf dem höchsten für Passagiere zugelassenen Deck ein Getränk zu sich nahm.

Mit der linken Hand tastete er in der Brusttasche seiner Funktionsjacke nach der rechteckigen Form der Schlüsselkarte für die Kabine. Gleichzeitig steckte er die rechte Hand in die Innentasche, bis seine Fingerspitzen das glatte Leder der Brieftasche streiften. Der letzte prüfende Griff galt der rechten Seitentasche, in der sich der Autoschlüssel befand. Alles an seinem Platz.

Vorsichtig stakste Lukas über den feuchtglänzenden Boden auf die nächste Treppe zu. Mit einer Hand immer am Geländer wagte er den Aufstieg. Vier junge Leute kamen ihm entgegen, polterten lachend die Stufen hinunter. Sie hielten Flaschen in den Händen. Nach einer weiteren Treppe erreichte Lukas das Deck, auf dem sich die Bar befand. Stehtische und Girlanden sollten Partystimmung verbreiten. Aus Lautsprecherboxen erklang Loungemusik. Die Passagiere standen in Gruppen beisammen an den Tischen oder lehnten an der Reling. An dem Kiosk, den Leuchtbuchstaben als »Mermaids Bar« auswiesen, hatte sich eine Schlange gebildet.

Lukas stellte sich an und tastete erneut nach Schlüsselkarte, Brieftasche und Autoschlüssel. Er versuchte, auf der Tafel hinter dem Verkaufstresen die Preise der Getränke zu entziffern. Viel zu teuer. Aber nun stand er schon in der Schlange und wollte außerdem nicht von seinem Plan abweichen. Wasser war am billigsten. Hannas Stimme klang ihm ins Ohr, als stünde sie neben ihm. Er sah ihr spöttisches Lächeln vor sich. »So willst du also den Urlaub beginnen? Mit Wasser? Alter langweiliger Geizkragen!«

Er zuckte zusammen, als die Frau hinter der Theke ihn etwas fragte. Auf Französisch. Unsicher zeigte er auf eine Flasche Bier. Wenig später stand er an einem der letzten freien Relingplätze und nippte an der Flasche. Kalt und bitter rann das Bier über seine Zunge. Er überlegte, ob er die Hafenausfahrt filmen sollte. Um die Kamera hervorzuholen, hätte er aber das Bier abstellen müssen, also verzichtete er darauf. Wie in Zeitlupe glitten Lagerhäuser und bunte Container an der Fähre vorbei. Möwen segelten reglos auf Deckhöhe, die Köpfe mit den gelben Augen immer in Bewegung, auf der Suche nach Essensresten. Salziger Wind zupfte an Lukas’ Haar. Die Passagiere in seiner Nähe machten sich gegenseitig auf interessante Hafengebäude aufmerksam, vermutlich auf den kleinen Leuchtturm, jedenfalls schloss er das aus ihren ausgestreckten Zeigefingern und fröhlichem Geplapper. Verstehen konnte er kein Wort. Ihm war nicht klar gewesen, dass auf einer Fähre, die in Frankreich ablegte, die Mehrzahl der Passagiere aus Franzosen bestehen würde. Die fremdklingende Melodie ihrer Worte hüllte ihn in einen Kokon der Einsamkeit.

Hoffentlich konnte er wenigstens die Iren verstehen. Er hatte vor der Reise einen Volkshochschulk