: Brigitte Rauschenbach
: Der Geist der Geschlechter oder (frei nach Montesquieu) über die Beziehung, in der die Geschlechterordnung zur Verfassung eines Landes, Kultur, Religion, Wirtschaft, zum internationalen Austausch, zu Kriegen und Revolutionen steht
: Ulrike Helmer Verlag
: 9783897419704
: 1
: CHF 24.40
:
: Geisteswissenschaften allgemein
: German
: 411
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Woher kommen unsere Vorstellungen von den Geschlechtern? Warum ereifern sich Menschen bei Geschlechterfragen, als ginge es dabei um eine Art von Glauben? Der Geist der Geschlechter ist irdisch begründet, er fiel nicht vom Himmel. Darum ist dieser Geist auch umkämpft und krisenanfällig und Zeiten des Umbruchs werden zu Knotenpunkten der Geschlechtergeschichte. Brigitte Rauschenbach nimmt die Frage nach dem Glauben der Geschlechter historisch unter die Lupe und rekonstruiert ihn als Teil der europäischen Geistesgeschichte, dem Leitgedanken von Montesquieus Hauptwerk vom ?Geist der Gesetze? folgend, der das Geschlechterverhältnis ins Zusammenspiel u.a. von Ökonomie, Religion und Kultur einschließt. Entstanden ist ein großes und differenziertes Sittengemälde, das nahezu vier Jahrhunderte in Augenschein nimmt und bis in die Gegenwart reicht.

Brigitte Rauschenbach ist berufliche Grenzgängerin zwischen Politikwissenschaft, Psychologie und Philosophie. Bis 2007 war sie Professorin mit Schwerpunkt Geschlechterforschung am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der FU Berlin und Mitherausgeberin des Portals gender-politik-online. Bis heute arbeitet sie zu Geschlechterfragen, politischer Philosophie und Psychologie. In 'Der Traum und sein Schatten' (HELMER 2000) widmete sie sich Marie de Gournay.
Geistliches im Blickfeld, Prolog10
I. Egalität als Verheißung oder der Geist hat kein Geschlecht24
I.1. Lustspiel der Geschlechter oder vom Wunsch der Frauen, es Männern gleichzutun26
I.2. Ein Feminist avant la lettre31
I.3. Descartes als Hoffnung der Frauen?36
I.4. Das Gespräch der Geschlechter oder zweierlei Geist44
II. Diversität oder Egalität: Vom Geist der Gesetze und von den Gesetzen des Geistes52
II.1. Von den Unterschieden der Ordnung54
II.2. Geist der Geschlechter59
II.3. Von der Wahrnehmung der anderen – Unterschiede im Wandel63
II.4. Egalität und Universalität70
III. Grenzen der Aufklärung: Das Verlangen nach geistiger Einheit und Liebe80
III.1. Universeller Geist oder Geist der Nationen82
III.2. Das Maß der Geschlechter: »Alles kömmt auf den Unterschied an«88
III.3. Französische Revolution und deutsches Geschlecht: Ändert der Geist seine Kategorie?93
III.4. Einig durch Unterwerfung?102
IV. Ein weibliches Zeitalter? Frauen mit Geist111
IV.1. Lehrjahre der Männlichkeit in der Schule der Frauen114
IV.2. Der Geist weiblicher Freiheit und die Lektionen des Lebens120
IV.3. »Eine gewisse Schreibgeschicklichkeit«:Weibliches Schreiben, weibliche Ökonomie unddie Geisteskultur131
V. Die Tragödie des mit sich identischenGeistes: Der Weltgeist, der Mann und dasWeib, die Schwester140
V.1. Am Ende der Weltgeist142
V.2. Das Weib als Repräsentantin des göttlichenGeistes, der Philosoph und die Hausfrau147
V.3. Selbständige Männer, allein stehende Frauen155
VI. Der Geist der Utopie – Grenzüberschreitung,Reaktionen168
VI.1. Die Julirevolution, letzte Worte Hegels underste Worte der Frühsozialisten170
VI.2. »L’affranchissement« – das Abenteuerder freien Frau176
VI.3. Herz und Geist – das Exempel Frankreichs,deutsche Reaktionen184
VI.4. Auszeit der Utopien195
VI.5. Realismus, Reaktion, Kleingeist201
VII. Die Materie des Geistes206
VII.1. Lohn für Liebe oder Erwerbsarbeit – materielleExistenzbedingungen von Frauen208
VII.2. Die verborgene Ökonomie der Geschlechter –die andere Seite der Reproduktion215
VII.3. Materialismus als revolutionäre Praxis:Die sozialistische Frauenbewegung225
VIII. Der Geist der Materie234
VIII.1. Vom Schwergewicht des Geistes236
VIII.2. Der Geist des Kapitalismus: Askese oder/und Luxus245
VIII.3. Begehren, Sittlichkeit, Arbeit: TrinitarischeKonstellationen aus welchem Geist?256
VIII.4. Vater, Mutter, Kind: Psychoanalysen des Geistes262
IX. Die Krankheit des Geistes, Geist und Eros, Wiedergänger268
IX.1. Vom grausam verletzten europäischen Geistzum deutschen Ungeist270
IX.2. Geschlecht, Differenz, Vielspältigkeit277
IX.3. Die sprechende Hand, das Menschengeschlecht,Geschlechterzwist, Brüderlichkeit285
IX.4. Versuch über Gespenster, das Provisorium derGeschlechter, Übersetzung, Trauerarbeit293
X. The father’s spirit: Neue Allianzen und fortgesetzte Verhältnisse306
X.1. Unordnung oder Neuordnung:Geschlecht zwischen Gleichheit,Differenz, Dekonstruktion308
X.2. Streitfall Geschlecht: Über Begehren, Gebären undGebärmutterschaft314
X.3. Biotechnologische Geschlechterregime oderder Anfang vom Ende der Freiheit?322
X.4. Ein neuer Geist der Geschlechter?330
Materielles im Blickfeld, Epilog340
Bildteil354
Anmerkungen362
Literaturverzeichnis380
Bildnachweise399
Personenregister400