: Paul Finch
: Feuerläufer Thriller
: Piper Verlag
: 9783492975278
: Mark-Heckenburg-Reihe
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 480
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein perfider Killer macht England unsicher, und Mark Heckenburg ist ihm dicht auf den Fersen. Die Ermittlungen führen den Detective in seine Heimat, die heruntergekommene Industriestadt Bradburn. Doch hier versteckt sich nicht nur der Mörder, ein Brandstifter fackelt Häuser und Menschen ab. Bald findet Heck heraus, dass zwischen den Bossen der Bradburner Unterwelt Krieg herrscht. Und er muss es nicht nur mit gleich zwei Killern aufnehmen, sondern auch mit seiner eigenen Vergangenheit ...

Paul Finch hat als Polizist und Journalist gearbeitet, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Neben zahlreichen Drehbüchern und Kurzgeschichten veröffentlichte er auch Horrorromane und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem British Fantasy Award und dem International Horror Guild Award. Er veröffentlichte bereits mehrere sehr erfolgreiche Thriller um den Ermittler Mark »Heck« Heckenburg. Seine neue Serie, in der Lucy Clayburn ermittelt, eroberte England im Sturm. Paul Finch lebt mit seiner Familie in Lancashire, England.

Kapitel3


Calum und Dean schritten die King’s Parade entlang, als wären sie die Besitzer der Straße, was in gewisser Weise auch der Fall war. Vor sämtlichen Eingängen der zahlreichen Bars und Nachtclubs standen Türsteher; ruppige, brutal aussehende Typen in Smokings mit Zahnlücken-Grinsgesichtern und verbeulten Nasen. Doch wenn Calum und Dean um Einlass baten, gab es nur eine kleine Handvoll Rausschmeißer, die »Nein« sagen würde. Wenn sie nicht sowieso geschäftlich mit ihnen zu tun hatten, kannten die meisten Türsteher Calum und Dean aufgrund ihres Rufs und jedenfalls gut genug, um zu wissen, dass man in Bradburn schnell genug ernsthafte Schwierigkeiten bekommen konnte, ohne dass man sie auch noch heraufbeschwor.

Nicht dass Calum und Dean auch nur im Entferntesten angemessen gekleidet waren, um zu einer normalen Zeit und an einem normalen Ort in irgendein Nachtlokal gelassen zu werden, das auch nur ansatzweise etwas auf sich hielt.

Ersterer, der ziemlich korpulent war, korpulenter, als es für einen jungen Mann von Anfang bis Mitte zwanzig gut war, trug nur eine graue Softshellhose und dazu grau-orange Nike-Schuhe. Er hatte sich seinen abgetragenen rosafarbenen Pullover ausgezogen, ihn sich locker über die Schultern gelegt und entblößte Berge von schwabbeligem, blassem Fleisch, insbesondere um die Taille herum, ganz zu schweigen von unzähligen geschmacklosen Tattoos. Ob er die abendliche Kälte spürte, war nicht zu sagen. Da sein Körper mit Alkohol und Drogen vollgepumpt war, glaubte er wahrscheinlich, die Kälte nicht zu spüren, doch wenn man es trotz seines Körpergeruchs, den er verströmte, schaffte, sich ihm zu nähern und ihn etwas genauer in Augenschein zu nehmen, würde man sehen können, dass die kleinen, rosa Brustwarzen an seinen herabhängenden Männerbrüsten steif waren.

Dean war für den Anlass nicht weniger schlecht gekleidet. Er trug blau-blutrote Nike-Schuhe, eine smaragdgrüne Trainingshose mit weißen Paspeln an den Seiten und dazu ein mit Flecken übersätes Netzhemd und dicke Goldketten um den Hals. Diese protzigen Klunker waren das am deutlichsten hervorstechende Merkmal an Dean, auch wenn sie billig und hässlich waren. Das galt vor allem für die Sovereign-Ringe an seinen Fingern und die diamantenen Knöpfe in seinen Ohren.

Das Paradoxe war, dass trotz dieses Aufzugs, in dem sie herumliefen, keiner der beiden besonders bedrohlich aussah.

Calum hatte ein rundes, schwammiges Gesicht mit einer kleinen Nase, einem winzigen Mund und knopfartigen Teddybäraugen. Wenn er nicht diese rasierte rötliche Stoppelfrisur gehabt hätte, die seinen Schädel zierte, und wenn sein Gesicht nicht von diversen Einkerbungen und Narben übersät gewesen wäre, hätte man beinahe sagen können, dass er sanft aussah. Dean hingegen war dünn und wieselartig, doch wenn man genauer hinsah, zeigte sich, dass er eher drahtig als knochig war. Jedenfalls war er ganz bestimmt kein Schwächling. Das Gesicht unter seiner fettigen blonden Lockenmatte und zwischen seinen henkelkrugartigen Ohren war ebenfalls voller Narben, seine Gesichtszüge wirkten irgendwie schief, sein Mund war zu einem unhe