: Petra Mattfeldt
: Blutschmuck Thriller
: Gmeiner-Verlag
: 9783839255261
: Kommissar Falko Cornelsen
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 269
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB
Die Kommissarin Sarah Bischoff lernt auf der Beerdigung ihrer Mutter Lisa Schönfeld kennen, die sich als eine Freundin aus Jugendtagen vorstellt. Nachdem Lisa eine Halskette an Sarah bemerkt, verschwindet sie sichtlich verstört von der Trauerfeier. Sarah Bischoff beginnt daraufhin mit ihrem Freund, dem Profiler Falko Cornelsen, hinter das Geheimnis des Schmuckstücks zu kommen und öffnet damit die Tür zu einem dunklen Kapitel, in dem auch ihre eigene Familie eine bedeutende Rolle zu spielen scheint.

Petra Mattfeldt lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Kindern in der Nähe von Bremen. Sie arbeitet als freie Journalistin und hat unter dem Pseudonym Caren Benedikt bereits mehrere historische Romane veröffentlicht. Mit »Sekundentod«, dem ersten Fall des Profilers Falko Cornelsen, ist ihr der erfolgreiche Sprung ins Krimigenre gelungen.

1. Kapitel


Dienstag, 6. Oktober 2015, 5.32 Uhr

Falko atmete tief durch. Der Morgennebel lag noch über der Ostsee, und bei jedem Atemzug stoben feine Wölkchen aus dem Mund des dunkelhaarigen Mannes. Er joggte gleichmäßig und ruhig am Strand entlang, Nieselregen benetzte seine Haut. Diese frühe Stunde war die einzige Zeit des Tages, während der er sich selbst gestattete, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Für ihn war es eine Art der Meditation, des sich Fallen-lassen-Könnens. Hierfür blieb sonst keine Zeit. Die Geschehnisse der letzten Tage zogen an ihm vorbei. Gemeinsam mit dem Raubdezernat hatten sie eine Reihe von Tankstellenüberfällen aufklären und zum Abschluss bringen können. Beim letzten Überfall war eine Frau zu Tode gekommen, deshalb war Falkos Team von der Mordkommission hinzugezogen worden. Die Täter, zwei junge Männer mit erheblichen Vorstrafenregistern, hatten schließlich überführt werden können. Einer von beiden war kaum in das Polizeiauto verfrachtet worden, da hatte er den Namen seines Komplizen schon ausgeplaudert und darauf beharrt, dass alles nur dessen Schuld gewesen sei. Auch im Beisein seines Rechtsanwalts hatte er sein Geständnis wiederholt. Ob ihm dies bei der Strafzumessung nützen würde, blieb dahingestellt. Falko konnte nur hoffen, dass dies nicht wieder einer der Fälle war, in denen er und seine Kollegen gute solide Polizeiarbeit leisteten, dann jedoch ein Richter den Vorsitz der Verhandlung führte, der allzu milde bei der Strafzumessung war. Es war Falkos feste Überzeugung, dass gerade bei Jugendlichen eine angemessene Bestrafung bei den ersten Delikten womöglich noch eine Umkehr bewegen könnte, wenn die jeweiligen Richter nicht allzu lasch urteilten und die Straftäter nicht nur mit einem Klapps auf die Finger den Gerichtssaal wieder verlassen durften. In diesem Fall hatte die Tatsache, dass die beiden jungen Männer bisher mit viel zu viel durchgekommen und ihnen von Gesetzes wegen keine Grenzen aufgezeigt worden waren, am Ende einer unschuldigen Frau das Leben gekostet. Ein Gedanke, der Falko mit seinem Beruf hadern ließ.

Er lief weiter, seine Atmung war gleichmäßig und ruhig, sein Pulsschlag der leichten Anstrengung des Laufens angemessen. Er war 48 Jahre alt, doch an Fitness und Kondition konnte er es mit jedem Zwanzigjährigen aufnehmen. Er joggte jeden Morgen mindestens eine Stunde, bevor er seinen Dienst bei der Kriminalpolizei in Flensburg begann. Soweit es seine Zeit erlaubte, trainierte er darüber hinaus mit Kollegen, allerdings hatte er hier in Flensburg, wohin er gerade erst vor ein paar Monaten komplett umgezogen war, noch keinen geeigneten Trainingspartner im Karate wie zuvor in Lüneburg gefunden. Marco und Falko waren langjährige Freunde, die sich als Jugendliche bei einem Karate-Schnupperkurs kennengelernt hatten. Marco war inzwischen hauptberuflich als Trainer tätig, während Falko die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in seinem Alltag kaum anwenden konnte. Doch es gab ihm ein gutes Gefühl, auf seinen Körper vertrauen zu können, und damit auch die Sicherheit, die er für die Ausübung seines Berufs brauchte, wenngleich er höchst selten in körperliche Auseinandersetzungen geriet.

Er lief weiter direkt an der Ostsee über d