: Marie Adams
: Glück schmeckt nach Popcorn Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641209971
: 1
: CHF 2.70
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: German
: 320
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Vorhang auf für einen wunderbaren Roman über Glück, zweite Chancen und ganz viel Kino!

Martha führt ein kleines, aber renommiertes Programmkino – in dem sich allerlei Intellektuelle, Filmkritiker und Cineasten tummeln. Wie die meisten ihrer Gäste glaubt sie nicht an Happy Ends. Die gibt es im echten Leben schließlich auch nicht. Als ihre Mitarbeiterin und beste Freundin Susanna schwanger wird und der Liebe wegen wegzieht, gibt sie dem jungen Filmstudenten Erik eine Chance. Doch schon bald treibt er sie mit seinem Optimismus in den Wahnsinn. Er arbeitet nicht nur hinter den Kulissen an seinem Gute-Laune-Debüt, sondern möchte Martha auch noch davon überzeugen, dass das große Glück auch jenseits der Leinwand möglich ist …



Marie Adams veröffentlichte unter anderem Namen bereits Romane – in denen es darum geht, die Liebe nach Jahren durch den Alltag zu retten und das Familienchaos zu meistern. Umso mehr Freude hat sie nun daran, ein Liebespaar auf fast märchenhafte Weise erst einmal zusammenzubringen – schließlich weiß sie aus eigener Erfahrung, wie irrational das Glück manchmal arbeitet.

Hast du nicht eine Idee für eine besondere Aktion, die wir im Kino veranstalten könnten?«, fragte Martha Erik am nächsten Tag. Der konnte natürlich nicht wissen, woher diese Frage rührte, und strahlte fast so breit wie gestern, als er seinen Garten betreten hatte und sich ihm die ersten Narzissen ihre gelbe Mitte wie einen Kussmund entgegenstreckten. Es sah aus, als spielten sie bei seinem Zeitplan mit. Die Kulisse für die schönsten und auch letzten Szenen seines Films, die Szenen, in denen alles in dem Garten blühte, war bereit.

»Wie wäre es mit einer Premierenreihe? Ich würde mein Debüt gerne zur Verfügung stellen!«

Erik registrierte, dass Martha sich abwand, während sie antwortete: »Ich müsste natürlich schauen, ob dein Film ins Programm passt.«

»Wenn du gute Filme suchst, dann passt er ins Programm.«

Ein guter Schauspieler war Erik in dem Moment nicht. Die Stimme folgte wie immer dem Gefühl, und sein Gefühl glich einen Moment lang dem eines kleinen Schuljungen.

»Du weißt, wie ich es meine. Nicht wertend. Ich möchte die Erwartungen, die mein Stammpublikum hegt, nicht enttäuschen.«

»Nein, ganz und gar nicht. Wenn sich die ganze Kritikerszene so verhält wie du, dann kann mein Film ja nur floppen.« Gib mir doch wenigstens eine Chance, dir mein Talent zu beweisen, dachte Erik, während er die Lieferung Limonadenflaschen in den Kühlschrank einräumte.

»Magst du mir das Drehbuch mal zeigen?«

Man musste eben nur hartnäckig sein. »Klar, ich bringe es dir morgen mit.«

»Gut. Ich bin gespannt.«

Erik sah Martha hinterher, die die Flyer neu anordnete, ohne damit eine Verbesserung zu schaffen.

»Ich habe übrigens eine Idee. Was hältst du von Stummfilmen mit musikalischer Begleitung?«

Zuerst entgegnete Martha, dass sie ja nicht mal Platz für ein Klavier hätten, geschweige für einen Flügel. Aber dann erschien ihr die Zeitreise in eine Epoche doch verlockend, in der auf der Leinwand alles noch so neu und spannend war.

»Tonfilm ist Kitsch«, hieß es zu einer Zeit, in der Angst, Freude, Aufregung oder Trauer im Film nicht ausgesprochen werden konnten, sondern sich nur in der Mimik der Schauspieler und der Fingerakrobatik eines Pianisten ausdrückten. Natürlich gab es Untertitel, aber nur dort, wo sie zum Verständnis nötig waren.

Tausende Künstler und Musiker hatten befürchtet, dass der Ton der Tod des Films sei. Wie sollten schlechte Stimmen vom Band lebende Künstler ersetzen? Der Tonfilm bedeutete zwar nicht den Tod des Films, wohl aber vieler Kinomusiker.

Aber so war es nun einmal. In allen Bereichen wurden Menschen ersetzt. Nicht immer durch Maschinen, aber