: Rebeca M. Williams
: Ihr totes Herz Thriller
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641206383
: 1
: CHF 2.70
:
: Spannung
: German
: 384
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Stell dir vor, du wachst neben einem Toten auf und kannst dich an nichts erinnern … Bist du die Mörderin?

Es war einer dieser Albträume, aus denen man panisch aufwacht, um erleichtert festzustellen, dass man sicher im eigenen Bett liegt. Doch etwas stimmt nicht. Ihr Körper ist blutverschmiert. Jessie weiß weder, wo sie ist, noch was passiert ist. Für sie ein furchtbares Déjà-Vu: Vor 20 Jahren wurden sie und ihre Schwester Fran von vier Männern überfallen. Nach einem heftigen Schlag auf den Kopf verlor Jessie das Bewusstsein und ihr Gedächtnis. Nun scheint die Vergangenheit sich zu wiederholen – doch diesmal liegt ein paar Meter weiter die Leiche eines fremden Mannes ...

Rebeca M. Williams ist das Pseudonym einer erfolgreichen Romanautorin, die neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit viele Jahre lang als Juristin gearbeitet hat. Mit ihren ThrillernSchwarze Magnolien undIhr totes Herz erschließt sie eine neue Erzählwelt voller gefährlicher Machenschaften und menschlicher Abgründe. Rebeca M. Williams lebt in der Nähe von Frankfurt.

2. KAPITEL

Ihr Haus war ein schmaler, zweigeschossiger Bau am Rand des Vieux Carré. Jessie hatte es vor drei Jahren gekauft und aufwendig sanieren lassen. Dabei hatte sie darauf geachtet, den ursprünglichen, nostalgischen Charme des Gebäudes zu bewahren. Die Investition hatte sich gelohnt, und dank der guten Lauflage in diesem Bereich der Canal Street florierte Jessies Antiquitätenladen bestens, er wurde sogar mittlerweile in diversen Touristenführern als Geheimtipp angegeben. Die Entscheidung, nach all den Jahren wieder nach New Orleans zu ziehen, war goldrichtig gewesen. Sie hatte sich ein wirklich gutes Leben aufgebaut. Genauer gesagt: Eswar gut gewesen, bis letzte Nacht. Momentan ging offenbar wieder alles den Bach runter.

Sie stieg in ihren Wagen, der im Innenhof parkte. Als sie den Motor anließ, fiel ihr ein, dass ihr Handy immer noch nicht aufgeladen war. Sie hängte es an dasUSB-Kabel im Auto, und innerhalb von Sekunden wurden alle zwischenzeitlich aufgelaufenen Nachrichten sichtbar. Diverse Anrufe in Abwesenheit, davon mehrere von Bert. Eine Textnachricht von ihrer Mutter.Vergiss Dads Geburtstag übernächsten Sonntag nicht! Wir rechnen fest mit dir! Ein Anruf von Helen, gefolgt von einer Nachricht, die knapp drei Stunden alt war.Wo zum Teufel bist du? Stehe bei dir vorm Haus. Oben ist Licht. Warum machst du nicht auf? Mit welchem Kerl bist du versackt?Ist er so gut, dass du nicht mehr aus dem Bett kommst?Ruf mich sofort an! Sonst melde ich dich als vermisst!

Das war typisch Helen. Man wusste nie recht, ob sie scherzte oder es ernst meinte. In diesem Fall war es durchaus möglich, dass sie tat, was sie angekündigt hatte. Jessie drückte die Anruftaste. Helen meldete sich sofort.

»Jessie! Endlich! Was soll der Mist? Wieso lässt du mich hängen, ohne dich zu melden? Wir waren zum Mittagessen verabredet, schon vergessen?«

»Mein Handy war aus. Und die Türklingel auch.«

»Sag bloß.« Es klang halb sarkastisch, halb vorwurfsvoll, aber Jessie hörte auch den besorgten Unterton heraus.

»Ich habe geschlafen. Mir war nicht gut.«

»Das klingt so … Jessie, was ist los?«

»Nichts. Ich …« Jessie schluckte heftig, denn eine harte Faust schien ihr die Kehle zusammenzudrücken. Helen war seit der Schule ihre beste Freundin, aber aus unerfindlichen Gründen widerstrebte es Jessie, sie in diese Sache hineinzuziehen. Vielleicht hing es damit zusammen, dass Helen zu den wenigen Menschen gehörte, die die grauenhafte Zeit damals miterlebt hatten. Es hatte ihr schrecklich nachgehangen. So sehr, dass es ihr Leben fast auf dieselbe Weise kaputtgemacht hatte wie das von Jessie und Fran.

»Jessie, ich will sofort wissen, was passiert ist. Esist doch was passiert, oder?«

Wie schon vorhin beim Telefonat mit Bert wurde Jessie von den Bildern des frühen Morgens überwältigt. Sie fing an zu weinen.

»Es war … Ich wurde