: Hildegard Burri-Bayer
: Der goldene Reif Historischer Roman
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955309022
: 1
: CHF 3.60
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: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 233
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Als die Kunsthistorikerin Miriam bei einem Besuch in ihrem Geburtshaus in Schottland Briefe ihrer verstorbenen Mutter entdeckt, ist sie fassungslos: Ihr wirklicher Vater soll im ersten Jahrhundert nach Christus gelebt haben und ihre Mutter nach seinem Tod im 20. Jahrhundert gelandet sein! Endlich versteht Miriam die seltsamen Träume, die sie seit Jahren quälen, und begibt sich in die Grampian Mountains. Als sie einen ge-heimnisvollen Halsreif umlegt, findet sich Miriam plötzlich im Jahre 84 nach Christus wieder - und verliebt sich unsterblich in einen römischen Feldherrn ...

Die Autorin Hildegard Burri-Bayer wurde 1958 in Düsseldorf als Hildegard Kantert geboren. Sie machte eine Ausbildung zur Museumspädagogin und leitete ein privates Stadtmuseums für Ausgrabungen. Die faszinierende urgermanische Scheibe wurde 1999 in der Nähe von Nebra in Sachsen-Anhalt gefunden. Hildegard Burri-Bayer gehört zu den wenigen Menschen, die diese 'für einen Moment' in ihren Händen halten konnte. Durch dieses Erlebnis beeindruckt schrieb sie den ersten Roman über den astronomischen und archäologischen Sensationsfund Deutschlands. 'Die Sternenscheibe'. Für ihren Roman 'Die Thronfolgerin' hat Hildegard Burri-Bayer die Silbermedaille beim 'Leserpreis - Die besten Bücher 2009' gewonnen.

Immer mehr Männer hatten das aus Steinen gebaute Langhaus betreten, das als Versammlungsraum diente, und sich auf den mit Fellen überzogenen Lehmbänken rings um die Feuerstelle niedergelassen. Sie alle waren Gaufürsten aus der näheren und weiteren Umgebung, die gemeinsam beratschlagen wollten, wie man gegen die drohende Gefahr vorgehen konnte, die von dem römischen Heer ausging, das sich in gleichmäßigem Tempo wie ein riesiger Moloch unaufhaltsam auf sie zu bewegte.

Es wurde bereits heftig diskutiert und jeder Neuankömmling bemerkte sofort, dass die Männer in zwei Gruppen gespalten waren. Lautstark brüllten sie sich gegenseitig ihre Meinung ins Gesicht. Jeder versuchte den anderen zu übertönen, und schon sprangen zwei der jüngeren Männer auf und griffen wütend nach ihren Schwertern, um aufeinander loszugehen.

In diesem Moment betrat Calach, gefolgt von den Druiden, den halbdunklen Raum, der nur durch das Feuer und einige in Öl getränkte Fackeln beleuchtet war. Ein sorgenvoller Zug lag über seinem Gesicht, der ihn älter erscheinen ließ, als er tatsächlich war. Bei seinem Eintreten verstummten die Männer und starrten ihn mit einer Mischung aus Bewunderung und Ehrfurcht an. Er war zum Vergobretos gewählt worden, dem Vollzieher der Urteile. Sein Ruf als Heerführer hatte sich in ganz Britannien verbreitet. Er war mittelgroß und schlank. Seine durchtrainierten Muskeln traten bei jeder seiner Bewegungen unter dem kurzärmeligen tunikaartigen Hemd hervor. Darüber trug er einen schweren Kettenpanzer, der aus über dreißigtausend kleinen Metallringen bestand. Die rotblonden Haare fielen ihm bis auf die Schultern und seine gerade, nur leicht gebogene Nase verlieh seinen scharf geschnittenen Gesichtszügen etwas Aristokratisches.

Mog Ruith, der weiseste aller Druiden, trat hervor und ergriff das Wort. Sein Gesicht war ernst. Der Flug der Vögel und das Wiehern der heiligen Pferde hatten nichts Gutes für die Zukunft verhießen.

Erneut wurde die schwere Holztüre geöffnet und ein Späher stürzte, außer Atem von dem schnellen Lauf, den er hinter sich hatte, in das Versammlungshaus. Er trat auf Calach zu, der aufmerksam den Worten des Druiden gelauscht hatte. Seine Brust hob und senkte sich rasch, er rang nach Atem und Schweißbäche rannen ihm über das glatt rasierte Gesicht.

»Eine Horde Römer treibt sich an unserer heiligen Quelle herum, es sind nicht sehr viele«, berichtete er aufgeregt und rang nach Luft.

Calach reagierte genauso, wie es der junge Krieger von ihm erwartet hatte. Er wusste, dass die verhassten Römer ihr Gold erbeuten wollten und keinen Respekt vor den Göttern seines Stammes hatten. Er konnte es nicht verstehen, dass die Götter tatenlos zusahen, wie die Römer die ihnen geweihten Gaben aus ihren Flüssen und anderen Gewässern stahlen, ohne sie für diesen Frevel zu bestrafen. Kein Caledonier würde dies jemals wagen.

Die Ader auf seiner Stirn schwoll vor Zorn und Erregung an. Die Versammlung konnte warten. Mit großen Schritten verließ er das Langhaus und rief die Männer seiner Gefolgschaft zusammen, die gelangweilt im Lager saßen und sich die Zeit mit Essen und Trinken und dem gegenseitigen Prahlen ihrer Heldentaten während der vergangenen Schlachten vertrieben. Bei seinem Erscheinen hatten sie sich erhoben und sahen ihm erwartungsvoll entgegen. Die Versammlung der Fürsten konnte in keinem Fall schon vorüber sein. Sie hatte g