: Susanne Fülscher
: Suche Prinz, biete Macho!
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955308711
: Stadtgeflüster
: 1
: CHF 2.70
:
: Jugendbücher ab 12 Jahre
: German
: 200
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Rumknutschen und das war's? Jolka ist 17, hat die Nase voll von halbherzigen Beziehungen und sehnt sich nach der großen Liebe: einem tollen Jungen, mit dem sie vielleicht auch endlich ihr erstes Mal erleben könnte! Prompt lernt sie auf einer Berliner Modenschau den süßen und sympathischen Pedro kennen. Doch ist er wirklich der Traumprinz, den Jolka sucht?

Schreiben wollte Susanne Fülscher schon seit ihrem 12. Lebensjahr, aber erst nach einem abgeschlossenen Lehramtsstudium in Hamburg (Französisch/Deutsch) und einem Intermezzo als Kulturjournalistin setzte sie ihren ursprünglichen Berufswunsch in die Tat um und begann, Romane für Jugendliche zu verfassen. Rasch stellte sich heraus, dass das engagiert-emanzipatorische Mädchenbuch, frech, humoristisch und ohne erhobenen Zeigefinger, ihre Stärke ist. Stets geht es ihr in ihren Büchern darum, das Selbstbewusstsein der Jugendlichen gerade in der heiklen Umbruchphase ihres Lebens zu stärken, Probleme ernst zu nehmen und unverblümt beim Namen zu nennen. Mehr als 60 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten für Jugendliche und Erwachsene sind bisher von ihr erschienen und in viele Sprachen übersetzt worden. Susanne Fülscher lebt heute als freie Schriftstellerin und Drehbuchautorin in Berlin.

sex ohne sex = sex?


„Unsinn“, beharrte Bruni. „Knutschen hat mit Sex genauso viel zu tun wie Schokolade mit sauren Gurken. Nämlich gar nichts.“

„Ach ja? Seit wann denn das?“ Jolka steckte sich ein Lebkuchenherz in den Mund, das erste in diesem Jahr – es war gerade mal September.

„Schon immer! Frag mal unsere Vorfahren. Die lieben Höhlenmenschen und Steppenbewohner.“

Jolka nahm sich ein zweites Herz, dann ruckelte sie auf ihrem alten Theatersessel hin und her, um die bequemste Position zu finden. „Du willst also ernsthaft behaupten, dass Rummachen kein Sex ist?“

„Natürlich“, sagte Bruni und warf einen andächtigen Blick auf die Modefotografien, die über Jolkas Bett hingen. „Küssen, knutschen, fummeln – das ist gerade mal eine Vorstufe davon.“

Jolka beugte sich vor und lachte so laut, dass Krümel aus ihrem Mund schossen. „Also wenn Petting kein Sex ist …“, sie verschluckte sich beinahe an der Lebkuchenmasse in ihrem Mund, „will ich auf der Stelle Frau Peschke heißen.“

Frau Peschke war eine Dame älteren Datums, die den Berliner Hinterhof, in dem sie wohnte, ständig mit dem Hildegard-Knef-SongFür mich soll’s rote Rosen regnen beschallte.

„Ja, lach du nur.“

„Okay, was ist denn deiner Ansicht nach Sex?“, fragte Jolka, nachdem sie sich wieder halbwegs beruhigt hatte. „Das Kamasutra rauf- und runterturnen?“

„Also Sex …“ Bruni versank eine Weile in ihren gewichtigen Gedanken, um kurz darauf bloß lapidar festzustellen: „Richtigen Sex hatten wir noch nicht.“

Das stimmte. Jolka und ihre Freundin waren noch Jungfrauen, und je länger dieser Zustand andauerte, desto mehr beunruhigte es zumindest Jolka, dass sie trotz der Sex-Flut in Zeitschriften und Büchern nicht so recht wusste, was genau auf sie zukommen würde. Ein unvergleichlicher Spaß, netter als Pizza essen gehen, Party und Modenschau zusammen? Oder ein Desaster, das man danach jahrelang in Schrei- und Lachtherapien verarbeiten musste? Wenn sie ehrlich war, hatte sie so oder so Angst davor – Angst vor dem ersten Mal …

„Poppen, pimpern, vögeln“, fuhr Bruni jetzt auch einen Keks mümmelnd fort. „Welches Wort gefällt dir eigentlich am besten?“

„Gar keins.“

„Ficken?“

„Igitt, wie ordinär!“

„Wie prüde bist du denn!“, ereiferte sich Bruni, aber Jolka zeigte ihr nur einen Vogel. Es ärgerte sie maßlos, dass ihre Fr