im paradies
gibt’s keinen sex
Ebbi keuchte. Das Bettgestell war schwer und sperrig wie eine ganze Schiffsladung.
„Steiler!“, japste Helen. „Ein Stück nach links! Verdammt nochmal, nach links, habe ich gesagt!“
„Ja ... Warte ...“
Ebbi hing irgendwo zwischen Parterre und erstem Stock und versuchte, die Anweisungen ihrer Freundin zu befolgen, die ein paar Stufen weiter oben stand. Doch das war wirklich nicht so einfach. Der modrige Klogeruch raubte ihr den Atem, außerdem war ihr durch das Bettgestell komplett die Sicht versperrt. Sie wünschte sich in diesem Moment weit, weit weg. An einen weißen Sandstrand, wo Meerwasser ihre Füße umspülte, braun gebrannte Jungs Limettendrinks reichten und ihr mit Palmenwedeln Luft zufächerten.
Sinnlos. Palmenwedel, Limettendrinks und schöne Jungs waren weiter entfernt als die letzte Galaxie dieses Universums. Stattdessen brach Ebbi mehr und mehr unter der Last des froschgrünen Gestells – wohlgemerkt Helens Gestells – zusammen, und selbst wenn sie beide es in diesem Leben noch schaffen sollten, das Ding in den zweiten Stock zu befördern, war der Spuk namens Umzug längst nicht vorbei.
Das erste Mal von zu Hause weg, Eltern adieu ... So viel versprechend das auch klang, es war wie ein Trip durch die Hölle, der Fahrstuhl zurück zur Erde bis auf weiteres außer Betrieb.
„Pass auf!“, schrie Helen. „Ich –!“
Augenblicklich gab es einen dumpfen Knall, das Bettgestell rutschte haarscharf an Ebbi vorbei nach unten, verhakte sich dann aber wie durch ein Wunder in den Verstrebungen des Geländers.
„Ebbi? Lebst du noch?“
Helen lugte mit angsterfüllten Augen durch den Rahmen, wobei sich ihre langen dunklen Zotteln an einer hervorstehenden Schraube verhedderten.
„Im Moment schon. Kann aber sein, dass ich gleich einen Herzanfall kriege.“ Ebbi gluckste – wenn auch mehr aus Verzweiflung. „Dann hast du die Riesenwohnung ganz für dich allein.“
Aber Helen war nicht nach Lachen zu Mute. Während sie fluchend ihre Haare aus der Schraube zu befreien versuchte, ging im oberen Teil des Treppenhauses eine Wohnungstür auf, klackende Schritte waren auf den Stufen zu hören, dann meckerte eine weibliche Stimme älteren Datums: „Was zum Teufel ist das hier für ein Lärm?“
Helen sah als Erste den lilaweißen Pagenkopf, der zu einer zierlichen Dame gehörte, die in einem fliederfarbenen Hausanzug steckte. Elegant wie eine Ballerina kam sie jetzt Stufe für Stufe hinabgetänzelt.
„Tragen Sie mal so ein Ding nach oben!“, empörte sich Ebbi, doch die alte Frau ignorierte einfach ihre Worte: „Sagen Sie bloß, Sie ziehen hier ein?!“
Helen lächelte ein schwiegermuttertaugliches Lächeln, vielleicht ein, zwei Sekunden lang, dann erwiderte sie kühl: „Nein, wir tragen das Bettgestell nur zum Spaß hoch. Fitness. Verstehen Sie?“
Die Frau wandte sich kopfschüttelnd um, kraxelte wieder ein paar Stufen nach oben und jammerte dabei: „Oje, oje. Bitte nicht wieder so ein Gestöhne. Nicht noch einmal Gestöhne!“
„Das können wir Ihnen leider nicht versprechen!“ Helen war vor Ärger inzwischen violettrot im Gesicht. Abgesehen davon, dass die Alte echt peinlich aussah, nervte sie auch gewaltig mit dem, was sie von sich gab. Ein Bettgestell in den zweiten Stock zu schlep