Theresa Prinzessin von Ludwigsfeld hatte sich rasch eingelebt. München war eine aufregende, lebendige Stadt. Ganz anders als der kleine Ort Ludwigsfeld in Hessen, aus dem ihre Familie stammte.
In der bayerischen Metropole musste sie zwar auf den Luxus eines Schlosses verzichten, dafür konnte sie sich ihre kleine Eineinhalb-Zimmer-Wohnung ganz nach ihrem Geschmack einrichten, ohne darauf achten zu müssen, versehentlich einen wertvollen alten Läufer zu beschädigen oder ein teures Gemälde von der Wand zu reißen.
Sie genoss die neu gewonnene Freiheit in vollen Zügen, auch, wenn sie ihre geliebte Familie sehr vermisste. Doch der Umzug hatte seine Gründe und war notwendig gewesen.
Die einundzwanzigjährige Prinzessin war sehr glücklich darüber, einen Studienplatz an der renommierten Münchener Universität bekommen zu haben. Das Sportstudium würde in wenigen Wochen starten. Um sich fit zu halten, hatte sie sich beim »Tennisclub Altstadt-Lehel« um eine Mitgliedschaft beworben. Den Antrag hatte sie zwei Wochen vor dem eigentlichen Umzug gestellt und ewig nichts mehr von dem Verein gehört.
Heute Morgen lag jedoch ein Schreiben des Tennisclubs in ihrem Briefkasten, darin die Zusage zur Mitgliedschaft auf Probe!
Theresa konnte ihr Glück kaum fassen. Nicht nur, dass sie für ihr Leben gern Tennis spielte, der Club galt auch als sehr exklusiv! Nicht jeder Bewerber bekam auch eine Zusage.
Gewiss hatte ihr Adelstitel eine Rolle gespielt. Normalerweise war es der Prinzessin ein wenig unangenehm, wenn sie aufgrund ihrer Herkunft bevorzugt behandelt wurde. In diesem Fall rechtfertigte der Zweck die Mittel.
Der Club wartete mit mehreren Spielfeldern auf. Außerdem lag das Hauptgebäude, ein ehemaliges Jagdschlösschen, im Grünen, nur wenige Minuten außerhalb von München. Ein traumhafter Anblick. Theresa von Ludwigsfeld konnte es kaum erwarten, dort zu spielen und neue Freunde kennenzulernen.
Sie wurde wehmütig. Sie vermisste ihre Familie und die Leute von Ludwigsfeld, die ihr sehr ans Herz gewachsen waren. Es war ihr nicht leichtgefallen, all diese wichtigen Menschen zurückzulassen. Aber nun hatte ein neuer Abschnitt ihres Lebens begonnen. Außerdem würde sie regelmäßig Kontakt zur Familie halten.
Als wäre dies ein Stichwort gewesen, klingelte plötzlich das Telefon. Theresa ging ran, und ihr gi