Es gibt Tage, die sind genau wie Omi Olgas Fantasiekekse: knusprig und zuckersüß. Du gehst mit den besten Freundinnen samt Hündchen im Park spazieren, der Himmel ist pudrig blau, Sonnenstrahlen kitzeln dir die Nase und du denkst: Hach, könnte es doch immer so sein!
Doch noch während du so vor dich hin träumst, kommt die beste, wirklich allerbeste Freundin von hinten angelaufen, krallt sich wie ein Gorillamännchen an dir fest und trompetet dir ins Ohr: „Leo! Le-o!LE-OOO!“
„Ja, ich weiß, dass du Leo süß findest“, sage ich und schubse Jette sanft von mir. Langsam kann ich es nicht mehr hören. Und Alina, Leonie und deren Hund Wursti bestimmt auch nicht. Seit wir im Park am Weiher spazieren gehen, hat Jette den Namen mindestens dreißig Mal vor sich hin getrötet. Als hätte sie nicht mehr alle Gehirnzellen beisammen. (Das ist bei ihr immer so, wenn sie unter einem akuten Verliebtheitsanfall leidet.)
Leo ist mitten im Schuljahr zu uns gekommen und der totale Nullachtfünfzehn-Typ. Also kein Grund, derart auszuflippen. Er ist normal groß (so wie ich), hat normale braune Mischmaschhaare (so wie ich) und er ist normal angezogen (so wie ich). Unnormal an ihm sind nur seine riesigen Füße, sein rundes Mondgesicht und dass er vom Planeten der Schweiger stammt. Seit er in unserer Klasse ist, nämlich seit einer Woche, hat er gerade mal vier Wörter gesagt: „Hallo. Ich. Bin. Leo.“
Wahrscheinlich würde sich der Neue bestens mit meinem großen Bruder verstehen. Der spricht auch nie mehr als nötig.
„Leo!LEO!“, trötet Jette wieder, woraufhin Leonie genervt die Augen verdreht.
„Hast du einen Wackelkontakt im Sprachzentrum?“ Leonie läuft ein bisschen schneller, weil Wursti so an ihr z