: Will Jordan
: Das RESCUE-Protokoll Thriller
: Blanvalet
: 9783641217273
: 1
: CHF 0.90
:
: Spannung
: German
Der ehemalige CIA-Operator Ryan Drake hat nicht viel Zeit, und das ist noch sein geringstes Problem. Denn die Frau, die er befreien will, wird nicht nur von CIA-Agenten rund um die Uhr bewacht, sie ist auch noch schwer verletzt und eigentlich nicht transportfähig. Und doch wird er seinen Plan umsetzen - für eine Freundin!

Dieser Kurzroman spielt kurz nach der Handlung des RomansOperation Black Listvon Will Jordan.

Will Jordan lebt mit seiner Familie in Fife in der Nähe von Edinburgh. Er hat einen Universitätsabschluss als Informatiker. Wenn er nicht schreibt, klettert er gerne, boxt oder liest. Außerdem interessiert er sich sehr für Militärgeschichte.

2

Während der Fahrstuhl langsam hinunterruckelte, zog Drake einen einfachen Schlüssel an einer Metallkette aus seiner Tasche und öffnete damit die Steuerungskonsole, die sich direkt unter den Knöpfen für die einzelnen Etagen befand. Darunter lagen einige Schalter, die normalerweise den Blicken entzogen waren. Er entdeckte einen mit der Markierung IND und kippte ihn auf ON. Ihr Fahrstuhl war jetzt auf individuelle Steuerung gestellt und würde nicht mehr reagieren, wenn er aus einem anderen Stockwerk angefordert wurde.

Der nächste Schalter war einfach mit STOPP beschriftet. Drake wartete, die Anzeige mit den Etagen über sich im Blick, dann legte er ihn um. Der Fahrstuhl kam zitternd zum Stehen.

Auf diese Weise hatte er ihnen ein paar Sekunden Zeit verschafft, in denen sie sich umziehen konnten. Er streifte sich den OP-Kittel über den Kopf und zog die unauffällige blaue Hose aus, die er bewusst zu groß gewählt hatte. Er faltete alles hastig zusammen und verstaute es unter der Bettdecke der Patientin.

Jetzt trug er einen dunkelblauen Overall, wie ihn Sanitäter tragen, die Patienten zu Krankenhäusern bringen oder von dort abholen. Seine Kollegin Keira Frost hatte sich ebenfalls ihres Arztkittels entledigt. Doch anders als Drake trug sie nun ein dunkelgraues Jackett mit passender Hose und dazu flache Schuhe. Ihre weiße Bluse war fast bis zum Hals zugeknöpft. Smart, aber nicht zu stylisch. Es war der typische dezente Büro-Look, den die Mitarbeiterinnen des US-Außenministeriums bevorzugten.

Wäre ihre Lage nicht so dramatisch gewesen, hätte Drake über ihren Anblick vielleicht sogar gegrinst. Das aktuelle, züchtige Outfit war das völlige Gegenteil dessen, was Frost normalerweise zu tragen pflegte.

Sie fummelte an dem unbequemen Jackett herum, bemerkte seinen Blick und ahnte, was er dachte. »Kein Wort, Ryan!«

Dass sie gegen das Gesetz verstießen und ihr Leben riskierten, war es nicht, was sie am meisten nervte, sondern dass er immer wieder darauf anspielen konnte, wie unwohl sie sich gerade fühlte, wenn er auf die Idee kam, ihr auf die Nerven zu gehen – was irritierend oft der Fall war.

»Würde mir nicht im Traum einfallen«, erwiderte Drake und unterdrückte mit Mühe ein Grinsen.

Die angespannte Stille wurde von einem Knistern in dem Funkohrhörer unterbrochen, den Drake trug, nachdem er ihn Krasinski abgenommen hatte.

»An alle Einheiten. Achtung, wir haben Feindkontakt im Gebäude. Unbekannte Anzahl, wahrscheinlich bewaffnet, und sie haben unsere Zielperson