: Elena Schulte
: Fräulein Wundervoll Durch Gottes Liebe werden, wer ich bin
: SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag
: 9783417228892
: 1
: CHF 7.10
:
: Religion/Theologie
: German
: 184
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Fühlen Sie sich im Hamsterrad ihrer Rollen, Aufgaben und Verpflichtungen gefangen? Ist Ihr Leben angefüllt mit häufig wichtigen und richtigen Dingen - und dennoch nagt der Zweifel an Ihnen, ob es das ist, wozu Sie da sind? Die Autorin erzählt von ihrer eigenen Suche danach, was sie im Kern ausmacht und wie sie den Platz finden kann, an dem sie wirklich lebendig wird. Sie lädt Sie mit vielen praktischen Anregungen dazu ein, das wundervolle Leben mit Sinn, Erfüllung und Begeisterung anzunehmen, das Gott als liebender Vater Ihnen persönlich anbietet.

Elena Schulte (Jg. 1982) lebt mit ihrer Familie am Rande des Rheinlands, ist beim Mission- und Bildungswerk 'Neues Leben e.V.' angestellt und arbeitet als Speakerin und Autorin. Ihr Herz brennt dafür, Frauen herauszufordern, mitten in ihrem Leben Jesus zu begegnen und mutig ihren Platz in seiner Geschichte mit dieser Welt einzunehmen. Dazu nutzt sie Worte, Kreativität und ihr ganz alltägliches Leben.

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Kapitel 2 Aufgaben, Rollen, Erwartungen – Und was davon bin eigentlich ich?

Das Große ist nicht, dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein.
SØREN KIERKEGAARD

Was ist das also für ein »Bild«, für ein Vergleich, den Gott mir da in Bezug auf mein Leben, mein Handeln und meine Identität bewusst gemacht hat? Ich möchte es Ihnen gerne Stück für Stück erzählen …

Mitten im Raum steht ein Tisch. Ein Esstisch. Er ist gedeckt mit vielerlei Dingen. Es gibt viel Gutes darauf, aber das eine will nicht so recht zum anderen passen. Die Tasse Kaffee steht neben den Frikadellen, dazwischen ein Teller mit Pfannkuchen und ein Raclette-Grill. Auch gibt es Teller und Gläser, die bereits gebraucht, aber schon leer sind. Neben all diesen Speisen liegt auch noch eine Menge Krimskrams herum: Zeitschriften, ein Zettel, auf dem ich eine Unterschrift leisten muss, ein Schraubenzieher, ein USB-Stick, eine Vase mit fast verwelkten Blumen. Ich mag die Sachen auf dem Tisch, aber weder wird aus den Lebensmitteln ein ordentliches Menü, noch kehrt durch die Gegenstände Gemütlichkeit oder Atmosphäre ein. Ich frage mich, wo all die Dinge herkommen, und mir wird klar, dass sowohl ich vieles auf den Tisch gestellt habe, als auch dass andere immer wieder dies und das gedeckt oder abgelegt haben – in dem vermeintlichen Wissen, was mir schmeckt oder guttut. Das alles führt dazu, dass das Chaos auf meinem Tisch immer undurchsichtiger wird, weil ich kaum in der Lage bin, eine Struktur zu entdecken, geschweige denn eine Menü-Folge, weil mir die Orientierung und Entscheidungskraft fehlt, etwas abzudecken und ich sogar dabei bin, meinen eigenen »Geschmack« zu verlieren.

Können Sie den Tisch »sehen«? Zugegeben: In unserem Haushalt mit drei Kindern gehört ein solcher Tisch zum täglichen Erscheinungsbild des Esszimmers. Aber er ist mir eben ein Bild für mehr geworden.

Mein Leben und ich


Mein Leben ist sehr voll und ich kann auch eine große Portion Chaos nicht leugnen.

Die Frage »Wer bist du?« wird in unserer Kultur sehr seltsam beantwortet. Denn wir definieren uns eigentlich nur über die Menschen, die es in unserem Leben gibt (ich bin Ehefrau, weil es da einen Mann gibt, ich bin Mutter, weil ich Kinder habe …) und sagen dann noch dazu, was wir tun (auf der Arbeit, in der Freizeit …). Das Ausschlaggebende scheinen also unsere Rollen zu sein. Und davon gibt es unglaublich viele, die wir nach und nach angenommen haben oder die uns zugetragen wurden.

Hier mal ein Auszug aus meiner Vorstellungsrede: Ich bin Frau. Ich bin Ehefrau. Ich bin Tochter. Ich bin Schwiegertochter. Ich bin Mutter. Ich bin Arbeitnehmerin. Ich bin Freundin. Ich bin Kind Gottes. Ich bin Gemeindemitglied. Ich bin Hauskreismitglied. Ich bin Leiterin der Frauenarbeit unserer Gemeinde. Ich bin Mentorin. Ich bin Mitglied im Elternausschuss des Kindergartens.

All diese Rollen sind natürlich mit einer Menge Erwartungen verbunden (wobei erst einmal dahin gestellt sei, von wem diese Erwartungen kommen). Ich muss Termine einhalten, Predigten schreiben, Fahrdienste übernehmen, den Haushalt schmeißen, auf meine Figur achten