: Kim Landers
: Klang der Verführung - Shadows of Love
: beHEARTBEAT
: 9783732536399
: Shadows of Love
: 1
: CHF 2.70
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 100
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Die Redakteurin Jill Ambrose soll für ein Dubliner Boulevardblatt Tómas Novak interviewen - einen ebenso exzentrischen wie begnadeten Stargeiger. Sie reist nach London, der Interviewtermin platzt jedoch in letzter Sekunde. Aber als sie Tómas bei einer Vernissage dann das erste Mal gegenübersteht, ist es sofort um sie geschehen. Seine sinnliche Ausstrahlung weckt in ihr tief verborgene Sehnsüchte und schon wenig später küssen sie sich leidenschaftlich. Bei einer Probe mit dem Orchester, zu der Tómas sie eingeladen hat, sieht Jill endlich ihre Chance auf ein Interview gekommen. Aber während der Probe lernt sie eine andere Seite von ihm kennen: Hautnah erlebt sie seinen Wutausbruch. Jill ist entsetzt, kann Tómas' Anziehungskraft jedoch trotzdem nicht widerstehen, und die beiden landen im Bett. Tómas lässt sich kurz darauf endlich auf das Interview ein. Doch bei Fragen zum Nacktfotoskandal um seine Exfreundin wird Tómas ungehalten und zeigt Jill die kalte Schulter. Was genau hat er zu verbergen?

1.

Gedämpftes Gekicher ertönt aus dem Gästehaus im Garten, das unser Au-pair-Mädchen Helen seit einigen Wochen bewohnt. Es ist bereits weit nach Mitternacht, und weil sie stets um sechs in der Frühe aufsteht, müsste sie jetzt schlafen. Eigentlich. Schlafen? Weit gefehlt. Diese Geräusche da unten sprechen eher von Nachtaktivität. Durch den Vorhang erkenne ich die Umrisse zweier Körper. Sie hat mal wieder Besuch. Bereits in der letzten Nacht konnte ich Gestöhne und ein klatschendes Geräusch hören. In einem Gespräch zwischen meinen Eltern fiel neben Helens Namen auch das Wort Sex. Meine Ohren wurden spitz, die Neugier geweckt. Geräusche beim Sex habe ich mir anders vorgestellt. Zugegeben, ich bin zwar schon achtzehn, aber immer noch Jungfrau. Außer ein paar heißen Küssen mit Ray und ein bisschen Fummeln habe ich bislang keine Erfahrungen sammeln können. Das soll, nein, das muss sich natürlich ändern.

Wieder klatscht es, darauf folgt Gestöhne. Ich bin bis in die Haarspitzen angespannt. Es kribbelt zwischen meinen Schenkeln. Ich presse die Hand auf meinen Unterleib und seufze. Ray hat noch nie seine Hand auf meinen Venushügel gelegt. Dabei fühlt es sich gut an.

Das Gestöhne wird eindringlicher, die Pausen zwischen dem Klatschen kürzer. Ich liege in meinem Bett, die Decke bis über die Nase gezogen, eine Hand an meiner Scham und lausche dem Treiben unten im Gästehaus. Helens neuer Freund Marek sieht gut aus, findet auch meine Mutter. Latino-Lover hat Mum ihn genannt, obwohl er eigentlich Pole ist. Er hat seidig glänzendes, schwarzes Haar. Nicht nur auf dem Kopf, sondern auch auf der Brust. Schlecht sieht er nicht aus, aber Männer mit einer solch starken Behaarung wie ein Fell sind so gar nicht mein Typ. Aber ich mag Mareks Humor und seine galante Art.

Das Stöhnen tönt rhythmischer zu mir herauf. Ich habe noch nie jemandem beim Sex zugeschaut. Es reizt mich, hinüberzugehen und die beiden dabei zu beobachten. Ich müsste nur durchs Schlüsselloch lugen. Es fühlt sich so verboten an. Frivol. Hitze schießt mir in die Wangen, weil ich mich für meinen Wunsch schäme.Aber es weiß doch niemand davon, flüstert eine Stimme in meinem Kopf. Hin- und hergerissen zwischen Anstand und Neugier, beginne ich, die Knöpfe an meinem Nachthemd zu zählen. Das Schicksal soll entscheiden. Ich gehe nicht, ich gehe, ich gehe nicht, ich gehe … Die ungleiche Anzahl von Knöpfen ergibt, dass ich gehen soll.

Die Neugier treibt mich aus dem Bett. Wie wird es live sein, wenn zwei miteinander Sex haben? Wird Helen genauso stöhnen wie die Frau neulich in dem Film, den ich mir heimlich mit Ray angesehen habe, als meine Eltern auf einer Feier eingeladen waren?

Ich bin aufgeregt und gleichzeitig erregt, meine Nippel sind hart und drücken sich durch den dünnen Stoff des Nachthemds. Auf Zehenspitzen schleiche ich aus dem Zimmer, quer durch den Garten bis zum Gästehaus. Ein Lichtschein fällt unter der Tür hervor. Mein Herz pocht so laut, dass ich befürchte, die beiden da drinnen oder meine Mutter könnten es hören. Ich sehe mich um und lausche. Nur die Grillen zirpen. Alles ist ruhig, bis auf das Treiben hinter der Tür. Vorsichtig beuge ich mich hinab und spähe durch das Schlüsselloch. Vor lauter Aufregung zittere ich am ganzen Körper. Was ich dann sehe, verschlägt mir den Atem. Helen kniet mit gespreizten Be