»Ein Gespräch für Sie, Herr Neuwirth! Darf ich durchstellen?«
Nur mühsam wahrte der Unternehmer die Fassung, denn inzwischen regte ihn alles auf. Immerhin befand er sich seit gut zwei Stunden in einer einigermaßen schwierigen Verhandlung, deren Ergebnis noch lange nicht feststand. Und es hing so viel davon ab!
Zäh hatte sich bisher die Diskussion um die Preisvorstellungen seines Kunden dahingeschleppt, den er einige Male gern an der Krawatte gepackt und etwas durchgeschüttelt hätte, damit er etwas flotter reagierte. Du liebe Zeit, manche Leute waren so stur!
Doch derlei – zugegebenermaßen ziemlich aggressive – Aktionen mussten Wunschvorstellungen bleiben, denn die Zeiten waren in wirtschaftlicher Hinsicht allgemein ungünstig, insbesondere für Unternehmer, die etwas verkaufen wollten.
Exklusive, also hochpreisige Lederwaren waren derzeit, wo alle Welt bedenklich bis genüsslich von Rezession sprach, ganz schwierig an den Mann, vielmehr an die Frau zu bringen.
Und wenn das nicht Ironie des Schicksals war: Ausgerechnet das Unternehmen Neuwirth stellte – unter anderem natürlich – die Gürtel her, die die Leute derzeit enger schnallen mussten.
»Frau Unger, habe ich Ihnen nicht ausdrücklich gesagt …«
Achim Neuwirth nahm sich gekonnt zurück, denn er konnte es sich im Beisein seines Kunden nicht leisten, das Gesicht zu verlieren. Wenn er jetzt ausrastete, hieß es womöglich in der Branche, er sei am Ende – mit den Nerven, Ideen und Finanzen.
»Ich weiß«, fiel ihm seine tüchtige Sekretärin ins Wort, was nur sie sich erlauben durfte, weil sie sich nach all den Jahren der Zusammenarbeit bereits in einem eheähnlichen Verhältnis befanden. »Ich soll keine Gespräche durchstellen. Doch ich fürchte, es ist privat …«
»Sie fürchten, Frau Unger, aha«, kam es blitzschnell von ihm zurück, denn er war insgeheim stinkwütend.
Wie kam die Unger dazu, Privatgespräche i