: Marion Alexi
: Kinderlachen - Folge 029 Eine Bilderbuch-Familie - oder?
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732544165
: 1
: CHF 1.80
:
: Erzählende Literatur
: German
: 64
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Achim Neuwirth ist mitten in einer wichtigen Konferenz, als er den Anruf aus dem Krankenhaus erhält. Eindringlich bittet ihn der Chefarzt, sofort zu kommen - ein Notfall. Achim fühlt, wie ihn die nackte Angst packt. Er denkt sofort an Freya, seine Frau, und an die beiden Kinder Kai und Maxi. Doch ihnen ist zum Glück nichts passiert.

Dafür liegt eine junge Frau im Sterben, die Achim einmal etwas bedeutet hat. Kurz nur, aber immerhin blieb die kleine Affäre damals nicht ohne Folgen. Achims Ehefrau weiß bis heute nichts von seinem Seitensprung. Und so wird das Versprechen, das ihm die Sterbende abverlangt, zu einer Bedrohung für alles, was ihm etwas bedeutet ...

»Ein Gespräch für Sie, Herr Neuwirth! Darf ich durchstellen?«

Nur mühsam wahrte der Unternehmer die Fassung, denn inzwischen regte ihn alles auf. Immerhin befand er sich seit gut zwei Stunden in einer einigermaßen schwierigen Verhandlung, deren Ergebnis noch lange nicht feststand. Und es hing so viel davon ab!

Zäh hatte sich bisher die Diskussion um die Preisvorstellungen seines Kunden dahingeschleppt, den er einige Male gern an der Krawatte gepackt und etwas durchgeschüttelt hätte, damit er etwas flotter reagierte. Du liebe Zeit, manche Leute waren so stur!

Doch derlei – zugegebenermaßen ziemlich aggressive – Aktionen mussten Wunschvorstellungen bleiben, denn die Zeiten waren in wirtschaftlicher Hinsicht allgemein ungünstig, insbesondere für Unternehmer, die etwas verkaufen wollten.

Exklusive, also hochpreisige Lederwaren waren derzeit, wo alle Welt bedenklich bis genüsslich von Rezession sprach, ganz schwierig an den Mann, vielmehr an die Frau zu bringen.

Und wenn das nicht Ironie des Schicksals war: Ausgerechnet das Unternehmen Neuwirth stellte – unter anderem natürlich – die Gürtel her, die die Leute derzeit enger schnallen mussten.

»Frau Unger, habe ich Ihnen nicht ausdrücklich gesagt …«

Achim Neuwirth nahm sich gekonnt zurück, denn er konnte es sich im Beisein seines Kunden nicht leisten, das Gesicht zu verlieren. Wenn er jetzt ausrastete, hieß es womöglich in der Branche, er sei am Ende – mit den Nerven, Ideen und Finanzen.

»Ich weiß«, fiel ihm seine tüchtige Sekretärin ins Wort, was nur sie sich erlauben durfte, weil sie sich nach all den Jahren der Zusammenarbeit bereits in einem eheähnlichen Verhältnis befanden. »Ich soll keine Gespräche durchstellen. Doch ich fürchte, es ist privat …«

»Sie fürchten, Frau Unger, aha«, kam es blitzschnell von ihm zurück, denn er war insgeheim stinkwütend.

Wie kam die Unger dazu, Privatgespräche i