: Marc Levy
: Er& Sie Eine Liebe in Paris - Roman
: Blanvalet Verlag
: 9783641196141
: 1
: CHF 2.70
:
: Erzählende Literatur
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
»Ein bewegender, lustiger, origineller und erstaunlicher Roman.« Le Parisien

Es war einmal in Paris ...

Sie ist Schauspielerin. Er ist Schriftsteller. Sie heißt Mia. Er heißt Paul. Sie ist eine Engländerin aus London. Er ist ein Amerikaner aus Los Angeles. Sie versteckt sich in Montmartre. Er lebt im Marais. Sie hat sehr viel Erfolg. Er nicht wirklich. Mia ist sogar ein weltweit gefeierter Star, aber Paul hat noch nie von ihr gehört, weil er in seiner ganz eigenen Bücherwelt lebt. Beide fühlen sich einsam, bis sie sich eines Tages in einem kleinen Restaurant begegnen. Obwohl Paul sie zum Lachen bringt und er Mias Ungeschicklichkeit unwiderstehlich findet, wissen beide, dass sie sich nicht verlieben dürfen ...

Marc Levy ist 1961 in Frankreich geboren. Mit achtzehn Jahren engagierte er sich beim französischen Roten Kreuz, für das er sechs Jahre tätig war. Gleichzeitig studierte er Informatik und Betriebswirtschaft an der Universität in Paris. Von 1983 bis 1989 lebte er in San Francisco, wo er sein erstes Unternehmen gründete. 1990 verließ er die Firma und eröffnete mit zwei Freunden ein Architektenbüro in Paris. Er entdeckte schon früh seine Liebe zur Literatur und zum Kino und schrieb mit siebenunddreißig Jahren seinen ersten Roman, »Solange du da bist«, der von Steven Spielberg verfilmt und auf Anhieb ein Welterfolg wurde. Seitdem wird Marc Levy in neunundvierzig Sprachen übersetzt, und jeder Roman ist ein internationaler Bestseller. Marc Levy, der mit seiner Familie in New York lebt, ist mit 40 Millionen verkauften Büchern der erfolgreichste französische Autor weltweit.

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Der Regen troff von den Dächern und Fassaden, den Autos und Bussen, den Bürgersteigen und Fußgängern. Seit Beginn des Frühlings fiel er nahezu unablässig.

Mia kam von einem Treffen mit ihrem Agenten. Creston war ein Gentleman alter Schule, er sagte stets die Wahrheit, tat dies jedoch mit Takt. Elegant bis in die Ausdrucksweise, war er überall respektiert, und seine scharfen, aber nie verletzenden Bemerkungen wurden bei Dinnerpartys oft zitiert. Mia war sein Schützling, was im grausamen und oft rücksichtslosen Filmbusiness als unschätzbares Privileg gelten konnte.

An diesem Tag hatte er sich in einer Privatvorführung Mias neuen Film angesehen, und da sie ihn zu solchen Anlässen nie begleiten durfte, hatte sie in seinem Büro auf ihn gewartet.

Nachdem er seinen Regenmantel abgelegt hatte, hatte Creston es sich in seinem Sessel bequem gemacht und Mia nicht länger auf die Folter gespannt.

»Etwas Action, eine Prise Romantik, die Szenen geschickt um einen zu dünnen Plot konstruiert, aber wen schert das heute noch? … Das wird ein Riesenerfolg!«

Mia kannte Creston gut genug, um zu wissen, dass er nicht mehr dazu sagen würde.

Sie selbst sei wundervoll, fuhr er fort, ein wenig zu oft nackt, darauf müsse man das nächste Mal besser achten und nicht alle naselang ihren Hintern zeigen. Er werde ein Auge darauf haben, im Interesse ihrer Karriere, man würde als Schauspielerin ja so schnell in eine Schublade gesteckt.

»Sagen Sie mir frei heraus, was Sie von dem Film halten, Creston.«

»Du spielst fantastisch, und das ist schon eine Herausforderung angesichts dieser Rolle. Sicher kann man nicht immer nur Filme drehen, in denen die Leute den Herbst zwischen drei Seitensprüngen, zwei Ehebrüchen und einer Tasse Tee verbringen. Das hier ist ein Actionfilm, die Kamera bewegt sich viel, die Figuren ebenfalls … mehr gibt es dazu nicht zu sagen.«

»Die Wahrheit, Creston!«

»Es ist ein Scheißfilm, meine Liebe, ein schöner Scheißfilm, der die Kinokassen füllen wird, weil du und dein Mann die Hauptrollen spielen. Das allein ist es schon wert – und nur das, übrigens. Die Presse wird es lieben, euch gemeinsam auf der Leinwand zu sehen, und noch mehr wird sie es lieben, dass du ihn dabei in den Schatten stellst. Glaube mir, ich sage das nicht, um dir zu schmeicheln, sondern weil es offensichtlich ist.«

»Im Alltag gibt er den Ton an«, gab Mia mit einem matten Lächeln zurück.

Creston strich sich nachdenklich über den Bart. »Wie geht es euch als Paar?«

»Falls wir noch eins sind …«

»Vorsicht, Mia, keine Dummheiten.«

»Was für Dummheiten?«

»Du hast mich genau verstanden. Ist es denn so schlimm?«

»Der Dreh hat uns einander nicht gerade nähergebracht.«

»Das ist genau das, was ich jetzt nicht hören möchte, zumindest bis zum Filmstart. Der Erfolg dieses Meisterwerks basiert allein auf eurem Zusammenspiel, im Kino wie im Leben.«

»Haben Sie neue Drehbücher für mich?«

»Einige.«

»Creston, ich würde gern ins Ausland gehen, weit weg von London und seinem ewigen Grau. Ich möchte eine intelligente, sensible Rolle spielen, Dinge hören, die mich berühren, mich zum Lachen bringen, Gefühle teilen, und wenn e