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Vier Wochen später
»Verdammt!«
Er trat auf die Bremse.
Die Tropfen trommelten auf das Blechdach seines Wagens wie Haselnüsse. Die Scheibenwischer kamen kaum damit hinterher, die Wassermassen von der Frontscheibe zu schieben. Paul fuhr mit dem Ärmel seines Pullovers über das beschlagene Glas und beugte sich über das Lenkrad nach vorn. Verschwommen sah er durch die Scheibe ein paar Schritte weiter einen Lotsen mit grelloranger Sicherheitsweste stehen, der ihm Zeichen gab.
Paul ließ das Fenster auf der Beifahrerseite herunter und schrie durch den Regen: »Hier? Kann ich hier parken?«
Der Lotse schien ihm den Kopf zugewandt zu haben, doch Paul konnte sein Gesicht im Dunkeln nicht richtig erkennen. Ruhig schwenkte der Lotse die schmutzig-gelbe Warnlampe durch die herunterströmenden Tropfen.
»Was?«
Keine Antwort. Der Regen schlug in dichten Schwaden ins Innere des Fahrzeugs und durchtränkte den Beifahrersitz. Paul lehnte sich zurück und gab vorsichtig Gas. Das linke Vorderrad rumpelte über irgendetwas hinweg, dann hörte er einen Schlag gegen den Wagenboden. Paul zog den Kopf zwischen die Schultern und fuhr einfach weiter. Vor sich, durch die dichten Regenschauer hindurch, konnte er eine Kaimauer erkennen, dahinter erstreckte sich eine tiefgraue Fläche, die sich zwischen den umherflirrenden Tropfen und dem Nachthimmel verlor.
Er stoppte, zog die Handbremse an, riss den Schlüssel aus dem Zündschloss und griff nach seinem Rucksack. Zehn Minuten war er jetzt schon zu spät, er konnte nicht mehr lange nach einem Parkplatz suchen. Hastig stieß Paul die Fahrertür auf und sprangaus dem Wagen. Innerhalb von Sekunden war sein Gesicht klatschnass, das Haar klebte ihm am Kopf wie eine Haube. Er schlug die Tür hinter sich zu, ließ die Schlösser einschnappen, wuchtete den Rucksack auf die Schulter und rannte durch den Regen auf den Lotsen zu.
»Die Fähre zum …«
–Murder Park, schoss es ihm durch den Kopf –
»… zu Rupert Levin – die Fähre zum Presse-Event. Wissen Sie, wo sie ablegt?«
Der Mann trug einen Regenhut mit breiter Krempe und stand so, dass das Licht des Hafenscheinwerfers seine Züge gerade in den Schatten tauchte.
»Die Warnleuchte dort hinten«, brüllte er Paul ins Gesicht, um sich über das Rauschen des Regens und das Tosen der Brandung hinweg verständlich zu machen. »Wenn Sie sich beeilen, schaffen Sie es noch.«
Vage sah Paul weiter vorn die Bordwand eines Schiffs ins Dunkel ragen, die Taue, die den Stahlkoloss hielten. Er begann, auf das Licht zuzuhasten. Die Tropfen klatschten mit einer solchen Wucht auf den Betonboden, dass das Pfützenwasser zentimeter