: Rob Boffard
: Enforcer Roman
: Heyne Verlag
: 9783641185428
: 1
: CHF 5.40
:
: Science Fiction
: German
: 560
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Schicksal der Menschheit hängt am seidenen Faden

Nach einer globalen Katastrophe haben die wenigen Überlebenden auf der Raumstation Außenerde Zuflucht gefunden. Doch nun droht die Raumstation zur tödlichen Falle für ihre Bewohner zu werden: Ein unbekanntes Virus breitet sich mit rasender Geschwindigkeit aus und fordert ein Todesopfer nach dem anderen. Wenn es Riley Hale – Ex-Tracer und jetzt im Enforcer-Team der Raumstation – nicht gelingt, rechtzeitig ein Gegenmittel zu finden, sind die letzten Menschen im Universum zum Tode verurteilt ...

Rob Boffard wurde in Johannesburg, Südafrika, geboren und verbringt seine Zeit als Autor zwischen London, Vancouver und Johannesburg. Als Journalist hat er in mehr als zwölf Ländern Artikel geschrieben, unter anderem fürThe GuardianundWired.

7 | Riley

Der Mann ist in meinem Alter, sein Gesicht ist mit Aknenarben übersät, und er trägt ein altes Flanellhemd unter einer Kakijacke. Er kommt um den Tank herum, gegen den Carver und ich uns drücken, tief im Schatten.

Der Mann bleibt stehen, blickt sich über die Schulter um. Der Stinger in seiner Hand ist selbst gebaut, aus Ersatzteilen zusammengebastelt, aber durchaus in der Lage, einem den Tag zu versauen.

Ich spüre, wie sich Carver neben mir anspannt. Ich kalkuliere bereits den Angriffswinkel, die schnellste und leiseste Möglichkeit, ihn zu überwältigen. Wenn er auch nur einen Ton von sich geben kann …

»Wir brauchen hier keine Helden«, sagt jemand auf der anderen Seite des Raums, außerhalb meines Sichtfelds. Der Mann im Flanellhemd dreht sich um, läuft zurück. Ich atme langsam und tief aus.

Die Stimme ist schwach, aber ich kann die Worte gerade noch verstehen. »Alle bleiben schön am Boden, dann können wir alle unversehrt nach Hause gehen.«

Ich luge erneut um den Tank herum, blicke mich im Raum um. Ich erkenne einige der Geiselnehmer, die mir den Rücken zugewandt haben, und ein paar Leute, die mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden liegen, aber ich kann mir keinen Überblick über die gesamte Anlage verschaffen. Carver schiebt sich an mir vorbei, legt mir eine Hand auf den Rücken, bewegt sich lautlos weiter zum nächsten Tank.

Ich höre eine andere Stimme – eine der Geiseln, vermute ich. Dann ein dumpfer Schlag, gefolgt von einem schmerzhaften Ächzen.

»Ivan!«, zischt die erste Stimme.

»Tut mir leid, Mikhail.«

Carver hebt eine geschlossene Faust:Warte! Dann schaut er sich um, mustert die Umgebung und zieht sich wieder in den Schatten zurück.

Ich suche seinen Blick, zeige in die Richtung der Geiselnehmer und halte sechs Finger hoch, drei an jeder Hand.

Er schüttelt den Kopf, zweimal kurz, und hält eine ganze Hand und zwei Finger hoch. Sieben.

Ich wage einen weiteren Blick. Dann sehe ich ihn. Er war außerhalb meines Sichtfelds, weil er etwas abseits an der gegenüberliegenden Wand steht. Von hier aus kann ich seine Gesichtszüge nicht erkennen, aber er hat einen dichten Bart, der bis zum Bauch hinabreicht.

Carver tippt sich ans Ohr, sieht mich fragend an. Ich nicke, dann drücke ich die Sendetaste auf meinem Armband.

»Captain Royo«, sage ich mit leiser Stimme. »Hier ist Riley, bitte melden.«

»Royo hier. Was siehst du, Hale?«

Carver ist auf der Rücksei