: James Luceno
: Star Wars™ - Der Auslöser Ein Rogue-One-Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641204488
: 1
: CHF 2.70
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: Fantasy
: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Jahrelang haben sich die Republik und die Separatisten mit tödlichen Technologien bekämpft, doch der anhaltende Krieg fordert nun immer stärkere Waffen. Als Mitglied von Imperator Palpatines geheimem Projekt um den Bau des Todessterns ist Orson Krennic entschlossen, eine vernichtende Superwaffe zu entwickeln und dem Feind somit zuvorzukommen. Der Schlüssel hierfür könnte Krennics alter Freund sein, der brillante Wissenschaftler Galen Erso, doch Erso ist strikter Pazifist. Um seinen Plan, den Todesstern zu realisieren, endlich mit aller Macht durchzusetzen, beginnt Krennic ein Netz aus Lügen und Täuschungen zu spinnen, das nicht nur Galen Erso in Gefahr bringt, sondern die gesamte Galaxis …



James Luceno ist Drehbuchautor der FilmeDie Maske des Zorround der Kult-TV-SerieRobotech und hat bereits mehrere besonders erfolgreicheStar-Wars- omane geschrieben. Derzeit lebt er in Annapolis, Maryland.

1. Kapitel

DRUCK

»Was, wenn …«

Mehr kam Galen Erso nicht über die Lippen, bevor er wieder verstummte und sich von dem alphanumerischen Datenfeld entfernte, das über dem Holoprojektor schwebte. Doch der Beginn seiner Frage schien in der Luft hängen zu bleiben, und die anderen Forscher im Kontrollraum hielten in ihrer Arbeit inne, um ihn erwartungsvoll anzublicken. Einer von ihnen, Nurboo, brach schließlich die drückende Stille.

»Hast du einen neuen Vorschlag, Galen? Sollten wir den Test verschieben?«

Doch entweder hörte Galen ihn nicht, oder er ignorierte ihn. Einen Moment lang blieb er reglos stehen, sein Blick ins Leere gerichtet, dann begann er wieder, auf und ab zu gehen und Zahlen und Berechnungen vor sich hin zu murmeln.

Ein zweiter Valltii schüttelte trübselig seinen großen, borstenhaarigen Kopf. »Vergiss es, er ist in seiner eigenen Welt.«

Tambos raue Stimme von der anderen Seite des Raumes brachte ihn zum Verstummen.

»Seht ihr nicht, dass er nachdenkt?«

Galens Körperhaltung ließ keinen Zweifel daran: der Kopf gesenkt, Augen und Lippen zusammengekniffen, die dicken Arme vor der Brust verschränkt, als würde er etwas an sich drücken. Vielleicht seine neue Idee.

Er war knapp über einen Meter achtzig groß, mit breiten Schultern und kräftigem Körper, obwohl er den Großteil seiner knapp dreißig Standardjahre mit Grübeln und Sinnieren verbracht hatte, oder damit, die Ergebnisse dieser Gedankenspiele auf das nächstbeste Stück Papier zu kritzeln. Sein ungekämmtes Haar hing in schweren Strähnen um sein Gesicht, auf eine Weise, die ihn im Sonnenschein verwegen und im Dunkeln gefährlich erscheinen ließ.

Schließlich stemmte Lyra sich aus ihrem Stuhl und ging zu ihm hinüber.

»Was, wenn …«, sagte sie in geduldigem, aufforderndem Tonfall.

Jeder im Kontrollraum wusste, dass es ein gutes Zeichen war, als Galen kurz mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand an seinen Mundwinkeln zupfte.

»Wir kriegen das schon hin«, erklärte Lyra. Sie liebte es, wenn Galen so tief in seinen Gedanken versank, dass die Welt ringsum praktisch nicht mehr für ihn existierte, und in seinen eigenen, privaten Hyperraum eintauchte, wohin ihm nur die wenigsten folgen konnten.

Sie war ein paar Zentimeter kleiner als er, mit hoher Stirn und stufig geschnittenem, goldbraunem Haar, das gerade so bis auf ihre Schultern reichte. Ihre gewölbten Brauen und der leicht nach unten geneigte Mund ließen sie stets ein wenig betrübt wirken, auch wenn im Moment das Gegenteil der Fall war. Sie und Galen hatten vor beinahe fünf Jahren auf Coruscant geheiratet, und sie stand ihrem Ehemann in Sachen Attraktivität in nichts nach: Ihr Körper war der einer geborenen Athletin, gestählt durch Ex