: Isa Halberg
: Silvia-Gold 18 Sie wusste nichts von seiner Frau
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732539314
: Silvia-Gold
: 1
: CHF 1.80
:
: Erzählende Literatur
: German
: 64
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Wohl fühlt sich Lea ganz und gar nicht, als sie an der Tür des vornehmen Anwesens in Hamburg klingelt. Sie weiß, dass sie dem Mann, den sie über alles liebt, nachspioniert und dass es nur eine Erklärung dafür gibt: mangelndes Vertrauen! Aber, so versucht sie ihr Gewissen zu beruhigen, warum treffen sie sich immer nur in abgelegenen Hotels? Warum will Leon ihre Liebe geheim halten? So oft hat sie ihn gefragt und immer nur ausweichende Antworten erhalten ... Da öffnet sich die Tür - und eine schlanke dunkelhaarige Frau starrt ihr voller Hass entgegen. 'Ich habe schon auf Ihren Besuch gewartet. Ich weiß, wer Sie sind: Lea Kessler - die Geliebte meines Mannes!'

»Natürlich hast du dir ein paar freie Tage verdient, Lea«, sagte Achim Godeck und schnippte ganz nebenbei ein Blütenblatt vom Dach seines nagelneuen Autos, das vor der Garage parkte. »Aber du hättest doch auch hier in Hamburg bleiben können. Es ist Mai, alles grünt und blüht. Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt?«

»In Hamburg bin ich doch immer, Achim.«

»In London warst du auch schon oft genug, seitdem wir uns kennen«, widersprach er. »Lass mich mal nachdenken. Vier Mal bestimmt.«

»Fünf Mal waren es«, entgegnete Lea. »Und jetzt wird es das sechste Mal sein, auch wenn du etwas dagegen hast.«

»Inzwischen wohnst du seit zwei Jahren in der Buchenstraße und kannst dich glücklich schätzen, mich als Nachbarn zu haben«, scherzte der gut aussehende junge Architekt. »Aber nein, meine Gegenwart genügt dir nicht. Du musst immer wieder zu deiner Freundin Jenny düsen, um mit ihr diese typischen Frauengespräche zu führen. Überflüssig! Ihr macht doch aus allem ein Problem und lästert über die Männer. Das könnt ihr euch sparen.«

»Von wegen! Man muss sich ja irgendwie Luft machen, nicht wahr?«

»Weshalb? Weil wir Männer so unausstehlich sind?«

»Das habe ich nicht gesagt. Man braucht euch ja doch hin und wieder«, witzelte sie. »Es ist allerdings immer eine Wohltat, wenn man mit einer guten Freundin Erfahrungen austauschen kann. Jenny ist, zum Beispiel, frisch verliebt und hofft auf eine baldige Hochzeit. Sie will mir natürlich brühwarm erzählen, wie sie ihren Micky kennengelernt hat.«

»Wie bitte? Micky heißt der Bursche? Wie Micky Maus?«

»Sein Name ist Michael William Henderson«, kicherte Lea. »Aber Jenny ist nicht zufrieden, wenn sie sich nicht irgendwelche Kosenamen ausdenken kann. Ihren Verflossenen nannte sie Snoopy, obwohl er George hieß. Irgendetwas an ihm erinnerte sie an den gleichnamigen Hund in den bekannten Comics. George ärgerte sich darüber und auch noch über einiges andere, und daher beendete er die Beziehung. Jenny hält alle Männer für nette, knuddelige Teddybären, die immer zu Scherzen aufgelegt und die Gemütlichkeit in Person sind. Aber das ist nicht so, und deshalb erlebt sie immer wieder Enttäuschungen.«

»Aha.« Achim nickte. »Wie du siehst, lohnt es sich nicht, dieses alberne, unreife Geschöpf schon wieder zu besuchen. Es ist Zeitvergeudung. Und dann fallen mir natürlich die ausgedehnten Shoppingtouren in der Londoner City ein, die du mit deiner Freundin unternehmen w