Die 100 besten Fußball-Stories Mythen, Possen und Peinlichkeiten
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Tobias Friedrich, Lothar Berndorff
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Die 100 besten Fußball-Stories Mythen, Possen und Peinlichkeiten
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Edel Sports - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
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9783868035070
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1
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CHF 1.80
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Humor, Satire, Kabarett
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German
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150
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kein Kopierschutz
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PC/MAC/eReader/Tablet
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ePUB
Mythen, Possen und Peinlichkeiten: von der Geburtstunde des Fußballs bis hin zu Zidanes letzter Minute. Die 100 besten Fußball-Stories aus der ganzen Welt!
Tobias Friedrich, geboren 1969 in Göttingen, lebt als Autor und Musiker in Berlin. Er verfasste unter anderem die Sachbücher '1000 Tage, die die Welt bewegten', '1000 Gründe Fußball zu lieben', den SPIEGEL-Bestseller '... aber das ist eine andere Geschichte' sowie zahlreiche Artikel und Essays. In seiner Jugend spielte er eine äußerst erfolglose Saison lang als Linksaußen beim RSV Geismar.
06 - DER SOMMERMÄRCHENONKEL
(S. 9-10)
Hans Tilkowski hat es sich längst verziehen, als Torhüter der deutschen Nationalelf 1966 das weltberühmte„Wembleytor“ kassiert zu haben. Schließlich war es ja keins. Dass es kein zweiter Spieler seines Stammvereins zu großer Fußballprominenz gebracht hat, wurmt ihn vielleicht umso mehr. Auch Sönke Wortmann ist schlicht zu faul. Tilkowskis Urteil mag sich mit dem vieler Augenzeugen decken.
Der schmächtige blonde Spieler aus dem defensiven Mittelfeld der SC Westfalia 04 Herne hat 1980/81 eine gute Saison gespielt, für eine große Laufbahn fehlt ihm aber der Ehrgeiz. Das weiß Wortmann besser als alle Zaungäste zusammen und beendet seine Kickerkarriere zu Gunsten eines Studiums. 1993 beginnt er mit großem Engagement an der Hochschule für Fernsehen und Film München ein Regiestudium. Zu dieser Zeit hat Tilkowski den verhinderten Fußballregisseur aus dem Mittelfeld der Westfalia freilich längst vergessen. Dann aber wird Wortmann ein berühmter Filmemacher.
Nicht nur, dass er sich mit seinem Fußballfilm„Das Wunder von Bern“ in die Erinnerung des ehemaligen WM-Torhüters zurück bringt. Als die Westfalia 2004 ihr 100-jähriges Bestehen feiert, kicken Wortmann und Tilkowski in der Westfalia-Herne-Gedächtinis-Elf. Wortmann, der sich gegen den Fußball und für das Filmemachen entschieden hat, konzipiert einen zweistündigen Dokumentarfilmüber die 2006er WM im eigenen Land, hergestellt ausüber 100 Stunden Filmmaterial, im Stadion, neben der Bank und quasi als Teil der Mannschaft auch an Orten, die Normalsterblichen nicht zugänglich sind. Er lässt den Film am 14. August 2006 vor der Deutschen Fußballnationalmannschaft uraufführen. Unter dem Titel„Deutschland. Ein Sommermärchen“ lassen sich rund vier Millionen Deutsche, darunter auch Hans Tilkowski, von den Aufnahmen des Sommermärchenonkels ein weiteres Mal bewegen.
07 - EINE MILLION GUTER GRÜNDE
Unter der Regie des legendären Trainergenies Hennes Weisweiler findet 1976 der belgische Rechtsaussen Roger Van Gool den Weg vom FC Brügge ins Müngersdorfer Stadion des 1.FC Köln. Nach seinem Karrierehöhepunkt als Vater der dreifachen Meisterelf von Borussia Mönchengladbach kehrt Weisweiler nach einem Intermezzo beim FC Barcelona in seine ursprüngliche Heimat Köln zurück und bringt Roger Van Gool mit, der ihm bei internationalen Einsätzen aufgefallen war.
Das Besondere daran ist allerdings die Höhe der Ablösesumme: eine Million DM muss Köln hinblättern, eine Schallmauer zu damaliger Zeit. Sein Instinkt soll Weisweiler aber auch dieses Mal nicht im Stich lassen. Die Million für Van Gool bleibt auf Jahre eine lohnende Investition für den Verein. Mit Weisweiler auf der Bank und Publikumsliebling Van Gool rechts aussen hat der 1.FC seine erfolgreichste Zeitüberhaupt. Der dribbelstarke Van Gool spielt 96 Mal in der Bundesliga und erzielt 28 Tore.