: Sascha Behringer
: Zerbrochene Puppen Kriminalroman
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955308308
: Berlin Krimi
: 1
: CHF 2.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 244
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Sascha Behringers 'Zerbrochene Puppen' bildet den actionreichen Auftakt einer neuen Krimireihe, die das lokale Großstadtpanorama mit einem großen gesellschaftspolitischen Rahmen kombiniert. In seinem ersten Fall muss sich das markante Ermittlerduo Löwel& Müller mit dem hochbrisanten aktuellen Thema der Leihmutterschaft auseinandersetzen, das gleich für Spannung im Team sorgt: Während das Thema Kinder für die spröde Einzelgängerin Sunja ein rotes Tuch ist, versucht ihr Kollege Matthias, den Spagat zwischen Familie und LKA zu meistern. In einer Berliner Villa wird eine junge Studentin brutal ermordet - das ihr anvertraute Kind ist spurlos verschwunden. Mit jeder Stunde, die vergeht, schwinden die Chancen darauf, dass der kleine Junge noch am Leben ist. Die zuständigen Hauptkommissare Sunja Löwel und Matthias Müller arbeiten gegen die Zeit. Aufgrund des seltsamen Verhaltens der Eltern wird zuerst eine Beziehungstat vermutet, doch dann überschlagen sich die Ereignisse und der Fall gerät für die erfahrenen Polizisten zu einem Drahtseilakt. Schon bald gibt es weitere Morde und es ist längst nicht mehr nur das Leben des Kindes in Gefahr ...

I. Kinderfotos


Nichts ist gewisser als der Tod,
nichts ungewisser als seine Stunde.

- Anselm von Canterbury -

Ernesto! Welch ein Name!

Vor einer halben Stunde war ihr Kollege Matthias Müller mit einigen Hundert Fotos hereingeschneit, die er nun im Sekundentakt vor sie hinblätterte.

„Süß, oder?“, schwärmte er.

Hauptkommissarin Sunja Löwel warf ihre verschwitzte Jeansjacke über den Schreibtischstuhl, strich sich die widerspenstigen braunen Haare aus der Stirn und murmelte etwas Zustimmendes.

„Eh, tolles T-Shirt!“, meinte Matthias. „Genau dasselbe hat Ernesto auch, guck mal hier.“

Sie nahm sich vor, das Shirt zu Hause sofort zu entsorgen.

Das nächste Foto. Und noch eins. Sunja starrte auf das stramme Baby: schlafend, trinkend, schreiend, mit offenem Mund, mit geschlossenem Mund, mit schiefem Mund, mit geradem Mund, auf dem Arm des Papas, auf dem der Mama, im Körbchen, auf der Couch … Am Ostersonntag, vor drei Wochen, hatte Matthias’ kleiner Sohn Felix einen Bruder bekommen. Ernesto.

Sunja gönnte dem frischgebackenen Vater sein Glück, doch nach einem Drittel der Fotos beschlich sie Unbehagen.

Ernesto in der Badewanne. Und mit der Oma. Und hier …

Das Telefon schrillte, sie atmete auf.

Es war ihr Kollege Hans-Peter Große, genannt HP.

„Sunja! Info von der Rettung, eine Tote in Hessenwinkel. Kollegen von der Streife sind da, Ärztin ist unterwegs. Die Nachbarn haben sie gefunden. Angeblich ’ne Riesensauerei. Fährst du hin? Kannst ja Matthias mitnehmen, ich komm hier nicht weg.“ Er gab ihr die Adresse durch.

„Wo ist das?“

„Köpenick, weiter draußen. Rialtoring 23!“

„Wir kommen!“

Sie schaute Matthias mit seinen Fotos an. Der selig-beschränkte Gesichtsausdruck eines Verliebten. Alle Eltern sind begeistert, sagte sie sich und suchte den Autoschlüssel. Freu dich einfach mit ihm.

„Einsatz!“, rief sie. „Zum Rialto, komm! La dolce vita!“

Matthias sah auf und griff nach dem Smartphone.

„Das ist mir peinlich, Sunja, aber ich hab es Ines versprochen … In einer Stunde schließt die Kita, ich muss den Großen …“

„Sorry, bist du beim LKA angestellt oder nicht?“

Von der Tür aus hörte sie, wie er die Oma zum Kinderhüten überredete.

Vor der Villa wimmelte es von Polizisten und Sanitätern. Drei Streifenfahrzeuge, ein Rettungswagen und zwei Pkw versperrten die Straße. Rot-weißes Plastikband spannte sich vor dem Grundstück entlang. Jemand hatte es mit einer weihnachtsverdächtigen Schleife am Sockel d