: V.C. Andrews
: Wie Blüten im Wind
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955308506
: Foxworth - Saga
: 1
: CHF 5.40
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: Spannung
: German
: 446
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wie Blüten im Wind sind die Geschwister Cathy, Chris und Carrie, als sie ihrem Gefängnis, einem dunklen Dachboden, entfliehen und den ersten Schritt in die Außenwelt wagen. Bei dem Arzt Dr. Sheffield finden sie ein neues Zuhause, und Cathy wird zum gefeierten Ballettstar. Doch sie verfolgt nur ein Ziel: Rache an ihrer Mutter...

Ein neues Zuhause


So hat es also angefangen. Wir zogen in das große Haus des Doktor Paul Sheffield ein und in sein Leben. Heute weiß ich, daß wir im Grunde jemand waren, auf den er schon immer gewartet hatte. Wir wurden sein Lebensinhalt, als hätte er überhaupt kein eigenes Leben gehabt, bevor wir zu ihm gekommen waren. Aber er vermittelte uns den Eindruck, daß wir ihm einen Gefallen taten, sein Leben mit ihm zu teilen, daß wir ihm etwas schenkten. Und wir brauchten so sehr jemanden, an den wir glauben konnten. Doch im Grunde hatten wir ihn in jener ersten halben Stunde einfach überrumpelt. Das weiß ich inzwischen auch.

Er gab Carrie und mir ein großes Schlafzimmer mit zwei Betten und vier hohen, nach Süden blickenden Fenstern, durch die der Raum immer hell und freundlich war, und zwei kleinen Fenstern nach Osten. Chris und ich sahen uns an und fühlten einen Schmerz, dessen Gemeinsamkeit furchtbar und erschreckend war. Zum erstenmal nach so langer Zeit würden wir in getrennten Schlafzimmern schlafen müssen. Ich wollte mich nicht von ihm trennen und die Nacht nur noch mit Carrie verbringen, die mich niemals vor meinen Alpträumen schützen konnte, wie er es getan hatte. Ich glaube, unser guter Doktor spürte etwas, das ihm sagte, es wäre besser für ihn, sich jetzt zurückzuziehen, denn er entschuldigte sich und verschwand den Flur hinunter. Erst danach begann Chris zu sprechen: »Wir müssen vorsichtig sein, Cathy. Wir wollen doch nicht, daß er Verdacht schöpft ...«

»Es gibt gar nichts, weswegen er Verdacht schöpfen könnte. Es ist vorbei«, antwortete ich, aber ich sah ihm dabei nicht in die Augen, denn ich fühlte schon damals, daß es niemals vorbei sein würde. Oh, Mammi, was hast du angerichtet, uns vier in einem Zimmer eingeschlossen aufwachsen zu lassen! Von allen Menschen hättest du am besten wissen müssen, was daraus entstehen mußte! »Nie«, flüsterte Chris. »Gib mir einen Gutenachtkuß. Hier gibt es keine bösen Träume, die dich in der Nacht quälen.«

Er küßte mich, ich küßte ihn, wir sagten gute Nacht. Mit Tränen in den Augen sah ich meinem Bruder nach, als er aus dem Zimmer ging und mir schnell noch einen Blick über die Schulter zuw