: Andras
: Schatten Erotischer SM-Thriller
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955305185
: 1
: CHF 5.40
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 590
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Schmerz ist nur der Anfang... Am Morgen nach Heiligabend fand man das erste Opfer: eine junge Frau, in einer dunklen Ecke des Wiener Praters an ein Kreuz genagelt. Nach dem dritten bestialischen Mord ist sich die Polizei sicher, dass der Täter aus dem Sadomaso-Milieu stammt. Aus diesem Grund wird Marcus Wolf zu den Ermittlungen hinzugezogen. Einst arbeitete er für die Mordkommission, heute betreibt er ein Edelbordell und kennt die Szene wie kaum ein Zweiter. Und schon bald weisen alle Spuren darauf hin, dass der Mörder seine Opfer in Wolfs Club findet ... Ein Nerven zerfetzend spannender Erotik-Thriller der ganz besonderen Art - und ein intimer Blick hinter die Kulissen der Sadomaso-Szene!

Kapitel 1


M O N T A G

Es ist ein früher Januarmorgen. Die Nacht ist noch nicht dem Tag gewichen; zwar kündigt sich in der Ferne die Dämmerung an, aber davon ist in dieser stillen Straße noch nichts zu sehen. Die Häuser sind zu hoch, undüber uns, könnten wir sie sehen, ist die Nacht noch dunkel und unbezwungen. Es ist der zweite Januar, der Tag nach dem Tag des Katers.

Dunst, oder vielmehr Frühnebel, schwebtüber der Straße, die Lampen der Straßenlaternen schneiden helle Kegel in das Grau. Die Autos am Straßenrand glänzen von gefrorenen Kristallen. Ein Anlieger schabt an den Scheiben seines Wagens, während der Motor läuft und der Auspuff grauen Qualm dem Nebel hinzufügt. Hier in der Stadt ist der Schnee fast vollständig verschwunden, sind nur grauschwarze Reste an den Straßenkanten zu sehen. Ich bedauere dies, denn irgendwie beruhigt mich das Geräusch von unter den Reifen knirschendem Schnee, gibt eine weiße Landschaft jedem Hintergrund eine gewisse Majestät.

Als wir vor knapp zwei Stunden von meinem Landhaus außerhalb Wiens aufbrachen, erstreckte sich eine solche weiße Landschaft weit um uns herum; ich lasse die Auffahrt zum Chateau nicht räumen, und heute Morgen war ich dankbar dafür, gab mir die langsame Fahrt bis zur Hauptstraße doch Gelegenheit, meine Gedanken zu sammeln.

Ich beuge mich vor, nehme die Thermoskanne aus dem Halter, schenke mir Kaffee ein. Für einen Moment sehe ich Caros fein gezeichnetes Profil, als wir unter einer der Straßenlaternen hindurchfahren. Wir fahren nicht schnell, zu rasen wäre nicht standesgemäß für den alten Rolls.

»Dort vorne ist es«, sage ich.

Caro nickt nur.

Auch sie weiß, wohin wir fahren, und hat es genauso wenig eilig wie ich.

In der Ferne, vor uns, am Ende der Straße, wird das regelmäßige Wechselspiel zwischen Licht und Schatten von einem Scheinwerfermast gebrochen, sein Licht, anders als das diffuse der Laternen, ist grell und klar, schneidet einen scharfkantigen Quader in den Dunst, doch das, was beleuchtet wird, ist hinter einer hohen Ziegelsteinmauer verborgen.

Das gleißende Licht von dem Lichtbaum, die Stille, der Nebel, all das wirkt surreal auf mich. Die zwei Polizeiwagen, die Ambulanz mit erleuchtetem Innenraum, aber mit abgeschaltetem Blaulicht, der junge Polizist, der mit gesenktem Kopf gerade den Zugang zu dem Hof weiträumig mit Absperrband verklebt ... Meine Vergangenheit hat mich eingeholt.

Ein stämmiger Mann, breite Schultern, dunkler, knöchellanger Mantel, die Hände in die Taschen gesteckt, steht dort, seine Atemfahne der einzige Hinweis, dass er lebt, so still ist er.

Malowsky. Es ist acht Jahre her.

Ich sehe den Fahrer der Ambulanz, er lehnt an der offenen Tür des Rettungswagens und raucht eine Zigarette. Das Innenlicht des Fahrzeugs wirktübertrieben grell in der Düsternis dieser Straße, an der Grenze zwischen Nacht und Tag. Alles ist bereit für den schnellen Eingriff, für den Notfall. Aber der Mann schaut nur gedankenverloren ins Leere und raucht, ist fast so still wie Malowsky.

Der junge Polizist, der mit dem Absperrband, wahrscheinlich ist er kaumälter als vierundzwanzig oder fünfundzwanzig, sieht zu Boden, als er das Band befestigt; seine Bewegungen sind mechanisch, er stockt hin und wieder, prüft, ob er diese einfache Arbeit richtig ausführt, als könne er sich nicht auf seine Hände und Sinne verlassen.

Ich weiß jetzt schon, dass es schlimm werden wird, denn es ist nicht eine ruhige Stille, die von den Menschen ausgeht, sondern eine, die schneidet.

Jeder hier hat zu viel gesehen, auch Malowsky; der das aber nie zugeben wird.

Ich will nicht hier sein.

Es gibt eine breite Tür in dieser Mauer aus Backstein, aus Metall ist sie. An vielen Stellen ist die Farbe bereits abgeplatzt, am unteren Rand mischt sich das Rot der Grundierung mit dem Rost. Die Tür ist zu drei Vierteln geschlossen, in derÖffnung steht eine stämmige Frau; das grelle Licht beleuchtet sie so von hinten, dass es aussieht, als strahle sie selbst. Kurze blonde Haare, sie raucht, trägt einen hellen Mantel und grellgelbe Gummistiefel. Irgendwie wirken die Farben in dem Schwarz-Weiß aus Dämmerung und Schatten mehr als absonderlich, fremd.

Auch sie bl