: Susan Andersen
: Küssen auf eigene Gefahr
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955304614
: 1
: CHF 4.50
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: Erzählende Literatur
: German
: 414
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Aktionspreis - nur für kurze Zeit! Gerade noch eine zurückhaltende und respektierte Schullehrerin - und im nächsten Moment mit Handschellen und sexy Stripperklamotten im Auto eines Kopfgeldjägers: Catherine MacPherson kann sich nicht erinnern, je einen furchtbareren Tag erlebt zu haben! Immer wieder versucht sie dem verwirrend gut aussehenden, aber unglaublich sturen Sam McKade zu erklären, dass er sie mit ihrer Zwillingsschwester Kaylee verwechselt. Da kann Sam ja nur lachen! Wer fällt denn noch auf diesen alten Zwillingstrick herein? Er muss aber zugeben, dass diese Kaylee wirklich hinreißend ist - und so ganz anders als seine üblichen »Klientinnen« ... »Susan Andersen schreibt wahnsinnig gute Thriller - voll gefährlicher Liebe und abgründiger Spannung!« (Romantic Times Magazine)

Susan Andersen hat, wie sie selbst sagt, eine Reihe von hochinteressanten Hobbys: ihren Ehemann, einen erwachsenen Sohn, Ski fahren, Modeschmuck, Inline-Skating, ihren Kater und, last but not least, ihre Bücher. Doch am liebsten verbringt sie ihre Zeit beim Schreiben. Mit großem Erfolg: Regelmäßig klettern ihre Romane auf die amerikanischen Bestsellerlisten! Susan Andersen lebt mit ihrer Familie an der Pazifikküste Washingtons.

1


Als es an der Tür läutete, war Catherine MacPhersons erster Impuls, nicht darauf zu reagieren. Ihr war einfach nicht nach Gesellschaft zumute.

Andererseits war Selbstmitleid eine ziemlich unschöne Eigenschaft, und noch dazu verursachte es ihr Schuldgefühle– auch wenn sie sich selbst die Erlaubnis erteilt hatte, einen ganzen Tag lang in ihrem Unglück zu schwelgen. Wieder läutete es, durchdringender dieses Mal, und da gewann Catherines jahrelang geübte Selbstdisziplin die Oberhand. Sie ging zur Tür undöffnete.

Die Letzte, die sie auf ihrer Schwelle zu sehen erwartet hätte, war ihre Zwillingsschwester.»Kaylee«, war alles, was sie in ihrer Verblüffung herausbrachte, und dann stand sie nur noch da und starrte ihre Schwester an.

»Überraschung!«, rief Kaylee mit der heiseren Altstimme, die sie sich antrainiert hatte, als sie beide fünfzehn Jahre alt gewesen waren. Der Riemen ihrer Tasche rutschte ihr von der Schulter, und sie stieß mit ihrem Koffer gegen den Türrahmen, als sie ihn in den Flur bugsierte. Dort ließ sie Tasche und Koffer fallen, schloss Catherine in die Arme und drückte sie in einer Wolke aus Parfüm fest an sich.

Catherine erwiderte die Umarmung ihrer Schwester, konnte allerdings nicht verhindern, dass gleichzeitig eine leise Stimme in ihrem Kopf flüsterte:Oh, oh. Ich wittere Unheil. Sie klopfte Kaylee auf die Schulter, dann befreite sie sich aus ihren Armen und trat einen Schritt zurück.

Kaylee sah sich im Flur um und warf einen Blick ins Wohnzimmer, um sich anschließend mit einer spöttisch hochgezogenen Augenbraue wieder Catherine zuzuwenden.»Wie ich sehe, bist du wie eh und je die ordentliche kleine Hausfrau«, sagte sie mit amüsiertem Unterton.»Alles hübsch sauber aufgeräumt.«

Diese Bemerkung wirkte auf Catherine wie ein Schlag in die Magengrube, und sie erwiderte steif:»Ehrlich gesagt sieht es hier sonst nicht so ordentlich aus. Ich wollte gestern Abend nämlich nach Europa fliegen, aber als ich am Flughafen ankam, musste ich feststellen, dass der Reiseveranstalter Pleite gemacht hat und ich mein Geld in den Wind schreiben kann.«

»Auweia«, sagte Kaylee mitfühlend.

»Ich habe lange für diese Reise gespart, Kaylee.« Catherines Kinn begann zu zittern, sie riss sich jedoch zusammen und biss die Zähne aufeinander, bis sie sich wieder unter Kontrolle hatte.

»Ja, das ist wirklich Pech«, sagte Kaylee. Dann zuckte sie mit den Schultern und fuhr munter fort:»Aber damit wirst du schon fertig, Schwesterherz. Das ist dir doch bis jetzt immer gelungen.« Sie nahm eine zierliche Skulptur in die Hand, die auf einem kleinen Tisch im Flur stand, betrachtete sie einen Augenblick lang ohne großes Interesse und sah wieder ihre Schwester an.»Die Sache ist die, Catherine«– sie stellte die Skulptur vorsichtig zurück–»ich stecke ziemlich tief in der Klemme.«

Na, das ist ja mal was ganz Neues, ging es Catherine unwillkürlich durch den Kopf, wobei ihr klar war, dass diese Art von Sarkasmus kein besonders gutes Licht auf ihren Charakter warf, aber sie war momentan einfach nicht in der Lage, ein entsprechendes Maß an Mitgefühl aufzubringen. Es war kein Zufall, dass sie sich einen Wohnort ausgesucht hatte, der so weit wie möglich von dem ihrer Schwester entfernt lag, wenn sie denn schon auf dem gleichen Kontinent leben mussten.

So lange Catherine denken konnte, hatte man es ihrüberlassen, sich der Probleme anzunehmen, die in der Familie auftauchten. Sie hatte keine Ahnung, wie es dazu gekommen war, aber im Grunde lief es immer darauf hinaus. Bevor irgendeine Sache erledigt werden konnte, musste sich erst jemand finden, der das zuübernehmen gewillt war– und niemand sonst aus ihrer Familie hatte sich jemals freiwillig dazu bereit erklärt. Ihr Vater war für gewöhnlich unterwegs, um einen seiner Pläne zu verfolgen, die ihm zu schnellem Reichtum verhelfen sollten, und alles andere war ihm egal, sollte sich doch darum kümmern, wer wollte. Ihre Mutter war taub gewesen und hatte kaum etwas anderes im Kopf gehabt als ihre fundamentalistische kirchliche Gemeinde, und wenn sie sich hin und wieder einmal Catherine und Kaylee zuwandte, dann nur, um sie vor den Gefahren zu warnen, die sie mit der Zurschaustellung ihrer sündigen Körper heraufbeschworen. Derartige Ermahnungen waren mit nervtötender Regelmäßigkeit erfolgt, die Probleme des täglichen Lebens dagegen hatte sie einfach nicht zur Kenntnis genommen. Es war an Catherine hängen geblieben, dafür zu sorgen, dass die Stromrechnung bezahlt wurde und etwas zu essen auf den Tisch kam. Genauso war es an ihr hängen geblieben, Kaylee aus der Klemme zu helfen, wenn ihre Zwillingsschwester wieder einmal Mist gebaut hatte.

Während ihrer Kindheit und Jugend hatte Catherine sich viele Dinge gewünscht, am meisten aber, dass ihre Mutter nicht ständig von ihren sündigen K&o