: Andreas Fuchs
: Tag des Zorns Vatikan-Thriller
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955303334
: 1
: CHF 4.50
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 427
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Frieden des Schweizer Benediktinerklosters Mattenthal wird brutal zerstört: Pater Basil, der Chronist des Klosters, verschwindet spurlos. Abt Othmar will um jeden Preis Aufsehen vermeiden. Nach dem Tod des charismatischen und schon als Heiliger verehrten Papstes Formosus II. sind die Augen der Welt auf die Kirche gerichtet, und ein Skandal könnte dem Kloster schaden. Der Abt beauftragt den Novizen Anselm mit diskreten Ermittlungen. Der junge Mann stößt auf geheime Briefe aus dem Vatikan, auf eine verborgene Datei im PC Basils und auf eine Spur, die nicht nur zurück ins Mittelalter, sondern mitten hinein ins Machtzentrum des Katholizismus führt: Offenbar waren sowohl Formosus II. als auch Pater Basilius in eine sensationelle Entdeckung verwickelt, die die Kirche in ihren Grundfesten zum Wanken bringen könnte. Hochaktuell, voller halsbrecherischer Wendungen, intelligent und mit Verve erzählt, führt Tag des Zorns seine Leser auf einen rasanten Trip quer durch Europa und ein gutes Jahrtausend Kirchengeschichte. Ein originelles Feuerwerk, dem es an Tiefgründigkeit so wenig fehlt wie an Spannung und Humor!
„Ich wäre offener und würde mit einer Frage beginnen.“
„Also seien Sie ebenso offen und fangen Sie meinetwegen mit Ihrer Frage an.“
Ich konzentrierte mich.„Was ist ein guter Christ?“
Das Lächeln blieb.„Ihre Frage wundert mich ein wenig“, gab er gelassen zurück.„Jesus Christus ist die Kirche, der mystische Leib unseres Herrn. Wer nicht an die römisch-katholische Kirche glaubt, der hat nicht Teil an der Erlösung durch unseren Herrn. Die römisch-katholische Kirche ist die einzig wahre, lebendige Verkörperung Gottes.“
Hier gab es offenbar keine der Spielmöglichkeiten wie in PiBis Räucherkammer. Eine dumme Frage, die ich mir da ausgedacht hatte. Schnellstens kam ich daher auf das Ergebnis meiner kaiserlichen Studien und fing an zu dozieren:„Friedrich II. war einerseits ein Mensch seiner Zeit, des Mittelalters mit all seinen dunklen Seiten, der jedoch wohl durch seine ungewöhnliche Kindheit und durch eine erstaunliche Neugier eine spezielle Prägung erfuhr. Im 13. Jahrhundert war der Glaube an Christus und seine Kirche tief im Volksglauben verwurzelt, der Erlösungsgedanke war tragendes Fundament. Die Kathedralen wuchsen in den Himmel und ...“
„... und wuchsen und wuchsen, und wir sitzen heute Abend immer noch da und sehen sie wachsen. Wahrscheinlich wissen Sie nicht, dass ich vor der Theologie Jura studiert habe. In den Pressemitteilungen steht davon nichts. Ein Paragrafenfuchser auf dem Thron Petri macht sich nicht besonders. Aber man wird geprägt. Man lernt Ordnung, Gesetzmäßigkeit und Logik, doch vor allen Dingen eines: auf den Punkt kommen.“
Neben mir glaubte ich PiBi kichern zu hören, aber das war sicher Einbildung. Ich fing noch einmal von vorne an:„Friedrich war ein modern denkender Mensch. Er hätte in unsere Zeit gepasst. Er glaubte sicher an Jesus Christus und auch an dessen Erlösungswerk. Anders kann ich mir nicht erklären, dass er sich auf dem Sterbebett in eine Mönchskutte hat kleiden lassen. Was die Kirche angeht, so sah er sie als Instrument der Ordnung. Ohne Kirche keine Ordnung bei den Menschen und keine Lenkbarkeit. In dem Staat, der ihm vorschwebte, war die Kirche zuständig für die Seelen, dieÄngste, für das Ertragen der Armut, der Knechtung und der Unterdrückung. Und für das Himmelreich. Gebt dem Staat, was des Staates, und Gott, was Gottes ist. Aber gebt zuerst und vor allem dem Staat. Er glaubte nicht an, wenn ich Sie zitieren darf, an den mystischen Leib Christi. Also war er kein guter Christ.“
„Hat er an die Offenbarung Christi, das Evangelium, geglaubt?“
„An das eine oder andere, nicht an das Gesamte. Er hat sicher darüber nachgedacht, wer denn nun die Worte Christi auf demÖlberg und die Erscheinung des Engels gesehen undüberliefert hat, wo do