: Susanne Fülscher
: Ich und die Perlweißkuh
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955301118
: 1
: CHF 2.70
:
: Jugendbücher ab 12 Jahre
: German
: 175
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Lina ist 11 und lebt mit ihrer Mutter rundum zufrieden und glücklich alleine. Eines Tages gerät ihre heile Welt jedoch ins Wanken: Die Mutter präsentiert ihren neuen Freund Niklas, dessen Tochter Berta genau in Linas Alter ist. Was die Mutter praktisch findet, ist für Lina der Albtraum schlechthin. Zum einen, weil Berta eine ätzende 'Perlweißkuh' ist, zum anderen, weil es zwischen dem 'Farblosen' und ihrer Mutter etwas richtig Ernstes zu sein scheint. Für Lina ist klar, dass es einen Plan geben muss, das Liebespaar auseinander zu bringen. Berta ist ihr dabei gern behilflich, denn auch sie hat keine Lust auf eine 'neue Familie'. Doch während die Mädchen ihre Intrigen spinnen, passiert etwas, womit keine der beiden gerechnet hat ...

Schreiben wollte Susanne Fülscher schon seit ihrem 12. Lebensjahr, aber erst nach einem abgeschlossenen Lehramtsstudium in Hamburg (Französisch/Deutsch) und einem Intermezzo als Kulturjournalistin setzte sie ihren ursprünglichen Berufswunsch in die Tat um und begann, Romane für Jugendliche zu verfassen. Rasch stellte sich heraus, dass das engagiert-emanzipatorische Mädchenbuch, frech, humoristisch und ohne erhobenen Zeigefinger, ihre Stärke ist. Stets geht es ihr in ihren Büchern darum, das Selbstbewusstsein der Jugendlichen gerade in der heiklen Umbruchphase ihres Lebens zu stärken, Probleme ernst zu nehmen und unverblümt beim Namen zu nennen. Mehr als 60 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten für Jugendliche und Erwachsene sind bisher von ihr erschienen und in viele Sprachen übersetzt worden. Susanne Fülscher lebt heute als freie Schriftstellerin und Drehbuchautorin in Berlin.
4
Eine halbe Stunde später brachte mir Mum mein Frühstück ins Zimmer. Zum Glück sah sie wieder ganz normal aus. Keine verschmierte Wimperntusche, kein Griesgramgesicht.
»Soll ich Berta und Niklas absagen?«, fragte sie netterweise.
Ganz die liebe kleine Lina, schüttelte ich den Kopf und dachte insgeheim: Oh ja bitte, tu’s! Tu’s für mich!
» Willst du nicht Ole Bescheid sagen? Er könnte mit uns ...«
»Nein, vielen Dank.«
Zwar war die Idee gar nicht mal übel, ich mit männlicher Verstärkung an meiner Seite, doch letztlich konnte mir Ole ja doch nicht helfen. Außerdem hätte er in seiner Panik, für meinen Verlobten gehalten zu werden, sowieso nicht mitgespielt. Meine neue Fast-Schwester Berta ... Wahrscheinlich hatte sie Glubschaugen, Warzen im Gesicht und fettige Haare. Wie peinlich, Ole so eine vorstellen zu müssen.
Nach dem Frühstück hatte ich mich immerhin wieder so weit eingekriegt, dass ich Mum bei den Vorbereitungen helfen konnte. Das Radio dudelte leise und außer »Gibst du mir bitte mal das Mehl?«, »Ach ja, und noch das Backpulver«, »Du, die Butter steht ganz hinten im Kühlschrank« redeten wir nicht viel. Das war wahrscheinlich auch besser so. Sonst hätte es doch nur wieder Streit gegeben.
Zum Mittagessen schmierten wir uns ein paar Brote, danach deckte ich den Esstisch im Wohnzimmer und faltete Servietten mit Blümchenmuster. Normalerweise tat ich so etwas nur zu Ostern und zu Weihnachten und schon gar nicht, wenn unliebsamer Besuch ins Haus stand, aber irgendwie lenkte es mich davon ab, dass der Zeiger der Uhr immer weiter vorrückte. Warum tuckerte mein Herz eigentlich wie verrückt? War Niklas etwa mein Lover?
Um drei sollte das Berta-