Teil 2
Drei Uhr morgens.
Ingrid stopfte ihre Mähne unter den Luftschutzstahlhelm. »Pause«, sagte sie.
Etwa zwanzig Heimatkrieger in Overalls, Taschenlampen vorn am mittleren Knopf, räumten Stein für Stein eine Schutthalde weg, die vor einigen Stunden noch Familie Kaisers Stolz verkörpert hatte. Ein Eigenheim, zusammengedroschen von einer Luftmine, wahrscheinlich 1000 LB Demo, Auftreffwucht fünfundzwanzigtausend Megatonnen.
With love from Winnie.
Die Bevölkerung nannte diese Bomben Badeofen oder Wohnblockknacker.
Bombenziel war der älteste Boskopapfelbaum im Garten gewesen, saubere Arbeit. Leider stand das Haus zu dicht daneben.
Minnamartha, vom Luftschutzbunker zurückgeeilt, probierte tränenüberströmt den Hausschlüssel, denn ein Teil der Giebelwand mit unversehrter Tür stand noch, zum Hohn, oder weil die Luftdruckwelle ungünstig (oder günstig) aufgetroffen war. Im Übrigen bestand das Eigenheim Nr. 413, Plan A 12, Typ 2 A nicht mehr.
Die Luftschutzbrigade begann wieder zu arbeiten. »Ich glaube, Kutschke ist auch unten«, sagte jemand. Kutschke, den wackersten aller Heimatkrieger, mussten sie retten. Dazu zwei wenn nicht Partei-, so doch Volksgenossen, und eventuell eine dreibeinige schwarze Katze, Alter geschätzt fün