: Erma Bombeck
: Der Tag, als ich die Socke fand
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955303389
: 1
: CHF 2.70
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: Humor, Satire, Kabarett
: German
: 226
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Noch einmal bereitet Erma Bombeck ihren Leserinnen ein garantiert sonniges Vergnügen mit erprobten Patentrezepten gegen alle möglichen und unmöglichen Probleme im Familienalltag. Und für Sommernächte hält sie Sternstunden der Elternschaft bereit, von denen sie augenzwinkernd und mit unvergleichlichem Humor erzählt.

Erma Louise Bombeck, geb. 21. Februar 1927, gest. 22. April 1996, war eine US-amerikanische Schriftstellerin, welche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch ihre humorvollen Bücher und Zeitungskolumnen große Popularität erreichte. Bombeck hatte selbst drei Kinder und begann im Alter von 37 Jahren über die Höhen und Tiefen im Leben einer Hausfrau und Mutter zu schreiben. In der Zeit von 1965 bis zu ihrem Tod 1996 wurden mehr als viertausend ihrer Kolumnen in rund 800 Tageszeitungen veröffentlicht; ihre letzte Kolumne schrieb sie sechs Tage vor ihrem Tod.
Kinder, Kinder
Kinder beherrschen den Münzmarkt
Machen wir uns doch nichts vor. Die einzige Gruppe, die der nationalen Münzknappheit beikommen kann, sind unsere Kinder.
Ich habe keine Ahnung, wie man sie dazu bringen kann, ihre Sparstrümpfe auszuleeren, Matratzen umzustülpen und kleine Keramikschweinchen zu schlachten, aber es muss auf jeden Fall bald geschehen.
Es handelt sich um einen schleichenden Prozess, aber die Wirtschaft unseres Landes ruht inzwischen auf einer Gruppe verschwörerischer kleiner Banditen, die sich mit Hinaustragen von Müll, Rasenmähen, Babysitting, Teller leer essen, Milch hereinholen, Schneeschaufeln, Einlösen von Milchzähnen und guten Noten ein Vermögen verdient haben.
Zur Steigerung ihrer unabhängigen Bonität hat nicht zuletzt die Ausgabe des Taschengeldes am Freitagabend beigetragen. Wie viel kann das schon ausmachen, werden Sie fragen.
Wir teilten fünfzehn Cents die Woche zu, bis wir in unserer Straße mit der»Geizurkunde« ausgezeichnet wurden. Eine Abordnung informierte uns, dass unsere Kinder in einem chinesischen Reisfeld mehr Geld verdienen könnten. Die Abordnung wies darauf hin, dass wir drei Zeitungen abonnierten, zwei Autos besaßen und eine Außenantenne für unseren Fernseher hatten, unsere Kinder aber am unteren Existenzminimum hielten. Um zu vermeiden, dass wir CARE-Pakete aus Europa erhielten, beschlossen wir, das Taschengeld zu erhöhen. Die Kinder scheffelten fortan einen Vierteldollar pro Woche.
Aber damit hörte der Geldfluss nicht auf. Im Alter zwischen vier und neun ziehen sich die Kinder zum ersten Mal in den Ruhestand zurück. Sie leben ausschließlich von ihren Milchzähnen. Sie spucken sie aus wie Popcorn, wenn sie von finanziellen Nöten geplagt werden, und bevor man noch die Augen aufschlagen kann, flüstert eine kleine Stimme:»Mama, kannst du der Zahnfee vielleicht auf einen halben Dollar rausgeben?«, dann streckt sich eine kleine Hand in der Dunkelheit aus, schnappt die Münze, versteckt sie unter dem Kissen und schnarcht ein bisschen, damit man sich nicht ganz dumm vorkommt.
Der Münzberg wächst und wächst, und unsere kleinen Frühkapitalisten und Abfallbeseitiger lachen sich ins Fäustchen und werden reich. Jeder Erwachsene schütteltüber soviel Finanzgenie den Kopf.
»Mama, du weißt