: Catherine Hart
: Insel der Versuchung
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955307325
: 1
: CHF 3.60
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: Erzählende Literatur
: German
: 351
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Bei einem Flugzeugabsturz über einer Pazifikinsel gehört Kelly Kennedy zu den wenigen Überlebenden. Während die kleine Gemeinschaft die Wildnis auf der Suche nach Nahrung und Wasser durchstreift, entbrennt ein verzweifelter Überlebenskampf. Vor dem Hintergrund der dramatischen Ereignisse kommen sich Kelly und der attraktive Zach Goldstein näher. Die beiden verbindet bald mehr als nur die gemeinsame Notlage. Doch Rettung ist nach wie vor nicht in Sicht ...

KAPITEL 1


Kelly Kennedy verstaute ihr Handgepäck und ließ sich mit einem Seufzer der Erleichterung in ihren Sitz fallen. Ein langer Flug von Neuseeland in die Staaten stand ihr bevor, den sie, wie sie hoffte, die meiste Zeit schlafend verbringen würde.

Sie war erschöpft – physisch, emotional und mental ausgelaugt. In den vergangenen zwei Monaten war sie durch die Hölle gegangen. Ein traumatisches Ereignis hatte das nächste gejagt. Mitten während der Vorbereitungen zur Eröffnung ihres neuen Schönheits- und Fitneß-Centers in Australien – des dritten einer aufstrebenden, vielversprechenden Kette – hatte sie sich nach üblen Szenen von ihrem Mann getrennt. Vor drei Wochen, kurz nachdem sie die Scheidung eingereicht hatte, war sie von Phoenix nach Sydney geflogen, hatte sie die Asche ihrer gescheiterten Ehe hinter sich gelassen und gehofft, im Arbeitsstreß Schmerz und Wut vergessen zu können.

Die Flucht hatte nichts genutzt. Weder die große Entfernung noch die mit der Eröffnung der neuen Zweigstelle verbundene Hektik hatten ihr geholfen. Immer wieder waren ihr abscheuliche Einzelheiten ihrer zerstrittenen Ehe in Erinnerung gekommen. Die Wunden waren zu tief und zu frisch, es würde lange dauern, ehe sie vernarbt waren. Das wußte sie vom Verstand her. Emotional hoffte sie jedoch immer noch auf ein Wunder, eine Art Superpille, die sie über Nacht von den bohrenden Selbstvorwürfen, von ihrer Wut und ihrem Haß befreien würde.

Nun war sie auf dem Rückflug nach Phoenix, über Auckland, Hawaii und San Francisco. Zu Hause würde sie darüber nachdenken müssen, wer nach der Scheidung noch ihre und wer seine Freunde waren. Zu Hause würde sie sich all die ungebetenen und wohlmeinenden Ratschläge anhören müssen, die ihr jetzt schon in den Ohren klangen. Zu Hause würde sie sich an die Rolle der alleinstehenden Frau gewöhnen müssen, nachdem sie fünf Jahre die Frau an seiner Seite gewesen war. O Gott! Es war einfach zu deprimierend, darüber nachzudenken!

Kelly schaute aus dem Fensteroval und wollte sich gerade anschnallen, als eine schrille Stimme sie – und alle in der Nähe sitzenden Passagiere – hochschrecken ließ.