I.
DIE KLEINE HEXE
Sie war hübsch und jung. Sehr hübsch.
Sehr jung.
Genau neunzehn Jahre alt.
Und gerade das machte ihr Kummer. Es ist offenbar eine große Belastung, ein junges Mädchen zu sein. Ihre Augen blitzten trotzig, als gälte es, allen Älteren Kampf anzusagen, ihr flammendes rotblondes Haar umwehte ihren Kopf wie eine Sturmfahne, die die ganze Welt zur Übergabe aufforderte. Das wirkte so niedlich, dass man dauernd versucht war, das Persönchen in die Arme zu schließen.
Ja, sie war klein. 1 Meter 64 von oben bis unten. Aber glauben Sie mir, diese 164 Zentimeter hatten es in sich. Und sie war hübsch. Ihr duftiges Sommerkostüm brachte ihre hinreißenden Konturen raffiniert zur Geltung.
Es war windig, regnerisch und kalt. Ein Sonntag, wie zum Zuhausebleiben geschaffen. Dass ich nicht zu Hause geblieben war, lag eigentlich an Mrs. Shanders, meiner vierschrötigen, lauthalsigen, aber mittlerweile unentbehrlichen Haushälterin, die mir am Morgen mit lieblicher Strenge verkündet hatte, dass sie ihrerseits zu Hause zu bleiben gedenke. Die Aussicht, den Sonntag neben meinem kochtopfpolternden, staubsaugerheulenden, aschbecherausleerenden, fensteraufreißenden, frischluftbesessenen Haustyrannen verbringen zu müssen, war so trostlos, dass es mich in den Regen hinausgetrieben hatte.
Auf der Rückfahrt streikte der Motor. „Plopp-plopp, klack-klack, krr-krr“ - und das am Ortsrand von Illingham, 25 Kilometer vor den Toren Londons.
Später habe ich mir viele Gedanken über diesen Motordefekt gemacht. Habe versucht, mir