: Jeffery Deaver
: Gezinkt Storys
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641196080
: 1
: CHF 5.40
:
: Spannung
: German
16 packende Stories vom Meister der intelligenten Thriller-Spannung!

Die sechzehn packenden und abgründigen Kurzgeschichten beweisen einmal mehr, mit welcher Meisterschaft Jeffery Deaver das Thriller-Genre beherrscht. Egal ob es um einen wohltätigen Millionär geht, der im Schlaf erschossen wird und dessen Frau dem Mörder angeblich nur ganz knapp entgehen konnte … oder um ein junges Mädchen, das in einem Stollen unter der Erde gefangen ist, und zu dem sich zwei Männer trotz aller Gefahren – und aus sehr unterschiedlichen Gründen – vorkämpfen … oder ob von einem Krimiautor die Rede ist, dessen gewalttätige Geschichten ganz plötzlich bittere Realität werden … In Jeffery Deavers doppelbödiger Welt voll atemberaubender Spannung und überraschender Wendungen gibt es letztlich nur zwei Gewissheiten: Nichts ist wie es scheint, und einer spielt immer mit gezinkten Karten …

Jeffery Deaver gilt als einer der weltweit besten Autoren intelligenter psychologischer Thriller. Seit seinem ersten großen Erfolg als Schriftsteller hat Jeffery Deaver sich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechselnd in Virginia und Kalifornien. Seine Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt werden und in 150 Ländern erscheinen, haben ihm zahlreiche renommierte Auszeichnungen eingebracht. Nach der weltweit erfolgreichen Kinoverfilmung begeisterte auch die TV-Serie um das faszinierende Ermittler- und Liebespaar Lincoln Rhyme und Amelia Sachs die Zuschauer. Neben Lincoln Rhyme hat Deaver mit Colter Shaw einen weiteren außergewöhnlichen Serienhelden geschaffen.

Kapitel und Vers

»Reverend  … Darf ich Sie ›Reverend‹ nennen?«

Der rundliche Mann mittleren Alters mit dem Priesterkragen lächelte. »Das geht schon in Ordnung.«

»Ich bin Detective Mike Silverman vom Büro des Bezirkssheriffs.«

Reverend Stanley Lansing nickte und betrachtete prüfend den Ausweis und die Dienstmarke, die ihm der fahrige, dünne Detective mit dem schwarz-grau gesprenkelten Haar entgegenstreckte.

»Ist etwas passiert?«

»Nichts, was Sie betrifft, Sir. Nicht direkt, meine ich. Ich habe mir nur gedacht, Sie könnten uns vielleicht bei einem kleinen Problem helfen.«

»Ein Problem, soso. Na, dann kommen Sie doch bitte herein, Officer.«

Die Männer gingen in das Büro, das sich an die First Presbyterian Church of Bedford anschloss, ein malerisches weißes Gotteshaus, an dem Silverman auf dem Weg zur Arbeit und zurück schon Tausende Male vorbeigekommen war, ohne je einen Gedanken daran zu verschwenden.

Bis zu dem Mord von heute Morgen.

In Reverend Lansings Büro war es muffig, und ein Staubschleier bedeckte die meisten Möbel. Er wirkte verlegen. »Ich muss mich entschuldigen. Meine Frau und ich waren letzte Woche in Urlaub. Sie ist immer noch droben am See. Ich bin zurückgekommen, um meine Predigt zu schreiben – und sie natürlich meinen Schäfchen am Sonntag zu halten.« Er lachte sarkastisch. »Falls sich überhaupt jemand in der Kirche einfindet. Merkwürdig, wie die Religiosität um Weihnachten herum immer ansteigt und zur Urlaubszeit einen Tiefpunkt erreicht.« Der Geistliche sah sich stirnrunzelnd in seinem Büro um. »Ich fürchte, ich kann Ihnen gar nichts anbieten. Die Sekretärin hat ebenfalls frei. Obwohl Sie, unter uns gesagt, nichts versäumen, wenn Sie ihren Kaffee nicht kosten.«

»Danke, ich brauche nichts«, sagte Silverman.

»Und was kann ich nun für Sie tun, Officer?«

»Ich halte Sie nicht lange auf. Ich benötige religiösen Sachverstand bei einem Fall, den wir gerade bearbeiten. Ich wäre ja zum Rabbi meines Vaters gegangen, aber meine Frage hat mit dem Neuen Testament zu tun, und das ist mehr Ihr Gebiet als unseres, nicht wahr?«

»Nun ja«, sagte der freundliche, grauhaarige Reverend, wischte sich die Brille am Revers seiner Jacke ab und setzte sie wieder auf. »Ich bin nur ein Kleinstadtpastor und wohl kaum ein Experte. Aber wahrscheinlich dürfte ich mich mit Matthäus, Markus, Lukas und Johannes besser auskennen als der Durchschnittsrabbi. Sagen Sie mir, wie ich helfen kann.«

»Sie haben bestimmt schon vom Zeugenschutzprogramm gehört, oder?«

»So wie inGoodfellas?Die Sopranos

»Mehr oder weniger, ja. Das Bundesprogramm wird von den US-Marshals geleitet, aber wir haben im Bundesstaat unser eigenes Zeugenschutzsystem.«

»Tatsächlich? Das wusste ich nicht. Aber es ist sicherlich vernünftig.«

»Ich bin hier im Bezirk für das Programm zuständig, und eine der Personen, die wir beschützen, sol