Einleitung
Wer die Sprache als Instrument in seiner täglichen Berufsarbeit einsetzen will, benötigt Basiswissen zur Funktionsweise von bildhaften Darstellungen und sollte Kenntnis haben von deren Eigenschaften. Er sollte wissen, wie sie wirken und welchen Einfluss sie auf die Entwicklung eines Gespräches nehmen können. Er sollte sich eine Vielzahl sprachlicher Ausdrücke angeeignet und erschlossen haben, um die Ausdrücke seiner Gesprächspartner kontextpräzise aufspüren und erkennen sowie eigene metaphorische Sprachbilder zielorientiert einsetzen zu können.
Die vielfältige Nutzbarkeit von Sprachbildern
Unsere Sprache ist reich an bildhaften Ausdrücken. In vielen Fällen verwenden wir sie, ohne dass sie uns als solche auffallen. Reden wir zum Beispiel vomTischbeinoder vomHasenfuß, meinen wir in beiden Fällen etwas anderes, als der Begriff es eigentlich besagt, denn ein Tisch hat kein Bein, ein Hase keinen Fuß. Dennoch verstehen wir unmittelbar, was gemeint ist, weil diese Begriffe Teil unserer Alltagssprache geworden sind. Andere Formulierungen, wie zum Beispiel derZahnder Zeitleuchten uns ein, wenn wir die an den Zahn gekoppelte Assoziation vonnagenmit der Eigenschaft des Vergehens von Zeit verbinden. Wir entwickeln eine unbestimmte, in eine gewisse Richtung laufende Vorstellung davon, was gemeint ist. Eine genaue Definition wird jedoch vermieden: Wir können nicht sagen, wie der Zahn der Zeit aussehen könnte. Wir wissen nur, er sorgt dafür, dass Vergänglichkeit sichtbar wird.
Metaphorische Sprechweisen, und bildhafte Ausdrücke eröffnen in vielen Fällen Interpretationsspielräume, sind also abhängig von Kontexten, in denen sie auftauchen. Es ist ein Sprechen, das uns eine gewisse Freiheit einräumt, eigene Vorstellung von Zusammenhängen zu entwickeln und als Verständnishilfen zur Verfügung zu stellen. Wir geben mit diesen Ausdrücken zu verstehen, dass wir verstanden haben. Oder wir liefern unserem Gesprächspartner Bilderwelten, von denen wir wollen, dass sie sein Verständnis der Zusammenhänge mit unse