: Brigitte Spangenberg, Ernst Spangenberg
: Sprachbilder und Metaphern in der Mediation
: Wolfgang Metzner Verlag
: 9783943951936
: 1
: CHF 24.40
:
: Recht
: German
: 160
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Metaphern, Vergleiche, Fabeln, Parabeln und Geschichten - immer wieder benutzen Medianden und Mediatoren sprachliche Bilder, um ihre Gedanken, Emotionen oder Sachverhalte auszudrücken. Angelehnt an die Ausbildungsziele und die Phasen einer Mediation vermittelt das Buch, wie eine bildhafte Sprache Medianden und Mediatoren bei der gemeinsamen Lösungssuche unterstützen kann. Die Autoren Brigitte und Ernst Spangenberg sind seit über 20 Jahren Mediatoren und Ausbilder. Ihre facettenreichen Erfahrungen spiegeln sich in den zahlreichen Dialogbeispielen und Formulierungshilfen wider und verdeutlichen, dass eine Mediation durchaus ernst, gleichzeitig aber auch humorvoll gestaltet werden kann. Ergänzt wird dieses praxisnahe Lehrbuch durch einen umfangreichen Fundus an sprachlichen Musterbildern und Übungsfragen. Für angehende und erfahrene Mediatoren eine interessante und unterhaltsame Einführung in die Arbeit mit Sprachbildern.

Brigitte Spangenberg ist Fachpsychologin für klinische Psychologie, Psychotherapie, vereidigte Sachverständige in Familiensachen a.D., Mediatorin und Kommunikationstrainerin. Geboren wurde sie 1941 in Gießen. Sie absolvierte ein Studium der Psychologie und Volkskunde in Frankfurt am Main und Graz. Seit 1985 ist sie klinische Psychologin. Von 1987 bis 2002 war sie vereidigte Gerichtssachverständige in Familiensachen. NLP-Lehrtrainerin ist Frau Spangenberg seit 1990, Mediatorin seit 1992. Außerdem ist sie Gärtnerin, arbeitet ehrenamtlich mit Kindern, hat vier Kinder und zehn Enkel. Ernst Spangenberg ist Familienrichter a.D., Mediator (BAFM), Kommunikationstrainer und Coach. Geboren wurde er 1937 in Kassel. Er absolvierte sein Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main, Marburg und Berlin. Seit 1966 ist Herr Spangenberg Richter, seit 1977 Familienrichter. NLP-Lehrtrainer ist er seit 1991, Mediator seit 1992. Außerdem ist er Maler, Autor, Sportler und Rechtswissenschaftler. Er hat vier Kinder und zehn Enkel.

2Mit der Sprache arbeiten


Einleitung

Wer die Sprache als Instrument in seiner täglichen Berufsarbeit einsetzen will, benötigt Basiswissen zur Funktionsweise von bildhaften Darstellungen und sollte Kenntnis haben von deren Eigenschaften. Er sollte wissen, wie sie wirken und welchen Einfluss sie auf die Entwicklung eines Gespräches nehmen können. Er sollte sich eine Vielzahl sprachlicher Ausdrücke angeeignet und erschlossen haben, um die Ausdrücke seiner Gesprächspartner kontextpräzise aufspüren und erkennen sowie eigene metaphorische Sprachbilder zielorientiert einsetzen zu können.

2.1Die Bildhaftigkeit unserer Sprache


Die vielfältige Nutzbarkeit von Sprachbildern

Unsere Sprache ist reich an bildhaften Ausdrücken. In vielen Fällen verwenden wir sie, ohne dass sie uns als solche auffallen. Reden wir zum Beispiel vomTischbeinoder vomHasenfuß, meinen wir in beiden Fällen etwas anderes, als der Begriff es eigentlich besagt, denn ein Tisch hat kein Bein, ein Hase keinen Fuß. Dennoch verstehen wir unmittelbar, was gemeint ist, weil diese Begriffe Teil unserer Alltagssprache geworden sind. Andere Formulierungen, wie zum Beispiel derZahnder Zeitleuchten uns ein, wenn wir die an den Zahn gekoppelte Assoziation vonnagenmit der Eigenschaft des Vergehens von Zeit verbinden. Wir entwickeln eine unbestimmte, in eine gewisse Richtung laufende Vorstellung davon, was gemeint ist. Eine genaue Definition wird jedoch vermieden: Wir können nicht sagen, wie der Zahn der Zeit aussehen könnte. Wir wissen nur, er sorgt dafür, dass Vergänglichkeit sichtbar wird.

Metaphorische Sprechweisen, und bildhafte Ausdrücke eröffnen in vielen Fällen Interpretationsspielräume, sind also abhängig von Kontexten, in denen sie auftauchen. Es ist ein Sprechen, das uns eine gewisse Freiheit einräumt, eigene Vorstellung von Zusammenhängen zu entwickeln und als Verständnishilfen zur Verfügung zu stellen. Wir geben mit diesen Ausdrücken zu verstehen, dass wir verstanden haben. Oder wir liefern unserem Gesprächspartner Bilderwelten, von denen wir wollen, dass sie sein Verständnis der Zusammenhänge mit unse