: Sabine Zurmühl
: Rollenspiele Ein Handbuch mit Übungsfällen und Begleitung
: Wolfgang Metzner Verlag
: 9783943951943
: 1
: CHF 20.80
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 125
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Unerwartete Reaktionen, starke Emotionen, Blockaden und Ratlosigkeit gehören zu den regelmäßigen Herausforderungen für Mediatorinnen und Mediatoren. Rollenspiele ermöglichen es, diese Situationen selber zu erfahren und ein professionelles Vorgehen zu üben. Wie handele ich in diesen konkreten Konstellationen? Welches Werkzeug entspricht mir? Welche Empfindungen und Widerstände erlebe ich als Verfahrensbeteiligte/r? & 13; In diesem Buch hat Sabine Zurmühl aus ihrem großen Erfahrungsschatz als praktizierende Mediatorin und Ausbilderin zehn reale Fallkonstellationen und Anleitungen zusammengestellt. Die Autorin lebt, lehrt und mediiert seit über 18 Jahren in Berlin und Umgebung.

Sabine Zurmühl ist Journalistin, Autorin und Mediatorin. Sie arbeitete nach dem Abitur beim RIAS Berlin und dem Westdeutschem Rundfunk als Volontärin und studierte anschließend Germanistik, Romanistik und Pädagogik. Das Studium schloss sie sowohl mit einem Magister Artium wie mit dem Staatsexamen für das Lehramt ab. Anschließend arbeitete sie zunächst als wissenschaftliche Angestellte am germanistischen Seminar sowie als freie Mitarbeiterin für den Hörfunk. 1976 bis 1984 übernahm sie die Geschäftsführung und Kulturredaktion der Zeitschrift Courage. 1987 war sie Gründungsmitglied des Journalistinnenbundes und anschließend sechs Jahre lang dessen Vorstandsmitglied. Von 1987 bis 2000 Tätigkeit als Film- und Buchautorin. Sie war von 2000-2011 Geschäftsführerin des 'Vereins zur Förderung der Familienmediation i.S. der BAFM' und war von 2000 bis 2011 Geschäftsführerin der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM). Seit 2006 gehört sie zum Ausbilder-Team des Berliner Instituts für Mediation BIM. Sie ist als selbständige niedergelassene Mediatorin tätig. Sabine Zurmühl ist Herausgeberin der Online Publikation 'Rollenspiele für die Mediationsausbildung und -praxis'. Sie ist Redaktionsmitglied der Zeitschrift 'perspektive mediation'. In aktuellen Veröffentlichungen beschäftigt sie sich z.B. mit Themen wie 'Elder Mediation' sowie Praxisfällen aus der Familienmediation.

Einführung


Es handelt sich um einen Beispielfall aus der Familienmediation mit der Thematik der Trennung: Die Mediation befindet sich in der Phase II und III (sieheSeite 8), die Themen werden sortiert und einzeln bearbeitet. Besonderheit dieses Falles ist, dass im konstruktiven Bearbeiten der Sachthemen die unterschiedlichen Bedürfnisse (und Kränkungen) deutlich werden und so ein zügiges Arbeiten verzögert wird. Diese unterschiedlichen Tempi bei den Medianten sind typisch für Mediationen, in Familienmediationen werden sie oft besonders deutlich. Die Ungleichzeitigkeit ihrer jeweiligen Möglichkeiten ist ein Kennzeichen der vorliegenden Konfliktdynamik.

Es handelt sich um eine Mediation mit einem Ehepaar mit zwei Kindern. Die Sitzungen beginnen zu einem Zeitpunkt, an dem die wechselseitige Information zum Verfahren durch den/die Mediator/in bereits erfolgt ist und auch die Wünsche und Erwartungen durch die Medianten schon geäußert und sortiert wurden: z. B. Wohnung/Kinder/Geld/ Möbel/Haus. Die Rollenspieler bestimmen selbst, wie ausführlich sie den Fortgang und vielleicht auch überraschende Wendungen gestalten. Für die einzelnen Themen und Ebenen ist es durchaus möglich, mehrere Sitzungen in ihrem Verlauf aufeinander aufzubauen.

 

Der Fall


Sophie Kaufmann hatte die Mediation angeregt. Sie arbeitet – nach Kinderpause – seit sechs Jahren als Lehrerin, Hans Kaufmann, von Beruf Ingenieur, war längere Zeit arbeitslos und arbeitet seit einem halben Jahr als Computerfachmann, einerseits in einer festen Stelle, andererseits mit freien Aufträgen.

Beide haben die Töchter Anita (15) und Helen (13).

Das Paar will sich trennen und die Modalitäten des Umgangs mit den Kindern sowie die Finanzen klären.

Als das Paar die Mediation aufsucht, ist Hans Kaufmann bereits seit sechs Wochen zuhause ausgezogen, in eine kleine Wohnung im selben Viertel. Die Töchter wohnen weiter im Haus bei der Mutter.

Sophie Kaufmann verfügt über ihr Gehalt als Lehrerin, Hans Kaufmann hat seine Arbeitszeit und damit sein Einkommen um einen Arbeitstag pro Woche reduziert, um mit seiner neuen Freundin, die in einer