: Yvonne Uhl
: Romantische Bibliothek - Folge 36 Der gefälschte Trauschein
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732535521
: Romantische Bibliothek
: 1
: CHF 0.90
:
: Erzählende Literatur
: German
: 80
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Nicht einen Moment zweifelt die junge Britta an der Aufrichtigkeit der Gefühle des Mannes, an dessen Seite sie vor dem Altar steht. Doch schon in der Hochzeitsnacht weint sie bittere Tränen, und ihr Herz bricht ...

„Ihr Bruder Bastian bekam nach dem Tod Ihres Vaters die gleiche Summe wie Sie“, sagte der weißhaarige Notar bedächtig. „Es ist jetzt vier Jahre her, Graf Falk. Jetzt kommen Sie zu mir, um sich von mir helfen zu lassen. Wie kann ich das?“

„Sie sind der Vermögensverwalter meines verstorbenen Vaters. Sie verwalten das gesamte Falk-Vermögen!“, brauste Daniel Graf Falk auf.

Sein sonst so markantes frisches Gesicht war blass und schmal. Notar Wilhelm Jentsch kannte ihn schon, als er noch ein Kind gewesen war.

„Das stimmt“, gab der Notar zu. „Aber vergessen Sie bitte nicht, dass das Vermögen damals aufgeteilt wurde und dass ich jetzt nur noch der Vermögensverwalter des Geldes bin, das seinerzeit Ihr Bruder Sebastian Graf Falk geerbt hat.“

„Er ist nur mein Stiefbruder“, fuhr Daniel auf.

„Trotzdem.“ Der greise Notar lächelte. „Er erhielt genau die gleiche Summe wie Sie. Achthunderttausend Mark sind ein stattlicher Betrag.“

Daniel verzog das Gesicht. „Ich hatte Pech an der Börse. Einige Fehlspekulationen – und dann musste ich ja auch vier Jahre lang standesgemäß leben.“

„Ich kann Ihnen nicht helfen“, bedauerte der Notar geduldig. „Sie haben Ihr Erbteil erhalten, Graf.“

„Mein Bruder hat sich seit dem Tod unseres Vaters nicht bei Ihnen blicken lassen. Er ist vielleicht auf das Geld gar nicht angewiesen. Geben Sie mir wenigstens etwas davon. Hunderttausend, Herr Notar, das reicht für den Anfang.“

„Tut mir leid.“ Der Notar schüttelte den Kopf. „Das würde den Bestimmungen des Testaments zuwiderhandeln. Über das Geld, das ich für Ihren Bruder verwalte, kann nur er allein entscheiden.“

„Ich werde das Testament anfechten“, brauste Daniel Graf Falk auf. „Mein Bruder Bastian entstammt der ersten Ehe meines Vaters. Seine Mutter lief meinem Vater davon. Ich bin der