: Diana Laurent
: Fürsten-Roman 2504 Sie kam ohne Einladung
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732534593
: 1
: CHF 1.80
:
: Erzählende Literatur
: German
: 64
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Herbstball auf Schlossgut Hohendahl - eine Kapelle spielt beschwingte Walzermelodien, die Gäste amüsieren sich, Gläser klingen, Lachen perlt. Doch auf einmal herrscht atemlose Stille im Saal. In der Tür steht eine wunderschöne junge Frau, gleich einer griechischen Göttin. An ihrer Seite ihr entzückendes Ebenbild in Miniatur, ihre kleine Tochter.

Kathari a von Schmell ist keine Unbekannte in der feinen Gesellschaft, aber was hat sie heute hier zu suchen, zumal mit der kleinen Sophie?

Die Gerüchteküche bekommt noch mehr Nahrung, als sich Sebastian von Hohendahl bei ihrem Anblick abrupt umdreht und fluchtartig das Schloss verlässt ...

»Nun komm, Frieda. Gutes Mädchen. Noch ein klein bisschen pressen, dann ist es vorbei, und alles wird gut.«

Bernhard Fürst von Hohendahl rieb der Kaltblutstute beruhigend den Hals, dann packte er wieder mit an, um dem Tierarzt bei der Geburt des Fohlens zu helfen.

Dr. Schmidsen hatte sich bereits seit dem späten Abend damit abgemüht, das neue Leben in die richtige Position zu bringen. Die Stute war noch jung, dies ihre erste Geburt.

Fürst Bernhard ermutigte das große, aber sanfte Tier mit Worten und sachten Berührungen. Er war von Kindesbeinen an geübt im Umgang mit diesen edlen Tieren und besaß den sprichwörtlichen Pferdeverstand, der all seinen Vorfahren bereits zu eigen gewesen war.

Dr. Schmidsen bewunderte die einfühlsame Art des Fürsten. Und da er nicht mehr der Jüngste war, wusste er zudem einen zupackenden Helfer zu schätzen.

Endlich war es so weit. Ein pechschwarzes Hengstfohlen lag im Stroh. Der junge Fürst rieb es sorgsam ab und führte es dann seiner Mutter zu, in die nun wieder Leben kam. Die Strapaze der langen Geburt war vergessen, stolz leckte sie ihren kleinen Sohn trocken.

»Das hast du fein hingekriegt«, lobte Fürst Bernhard und klopfte der Stute den Hals. »Eine saubere Arbeit, nicht wahr, Herr Doktor?« Er nahm dem Stallburschen, der nun mit einer Flasche Aquavit und zwei Gläsern erschien, den stärkenden Trunk ab und prostete Dr. Schmidsen zu.

Dieser seufzte zufrieden. »Ah, das tut gut. Ich muss Ihnen für Ihre Hilfe danken, Durchlaucht. Allein hätte ich das nicht geschafft. Ich fürchte, ich werde allmählich zu alt für diese Arbeit.«

»Wir geben ein gutes Team ab«, stellte der Fürst fest. »Sie denken doch hoffentlich nicht daran, in den Ruhestand zu gehen? Das würde ich ehrlich bedauern. Es ist nicht leicht, einen Veterinär zu finden, der sich mit Kaltblütern auskennt.«

»Da haben Sie recht. Diese stolzen Tiere sind einfach nicht mehr in Mode. Die jungen Kollegen spezialisieren sich lieber auf Kleintiere oder gehen gleich in die Industrie.« Er packte seine Tasche und verließ dann zusammen mit dem Fürsten den Stall.

Es war ein klarer Augustmorgen, die Sonne ging eben im Osten über dem Jadebusen auf. Westlich schimmerte das breite Band des Ems-Jade-Kanals, in südlicher Richtung erstreckte sich die weitläufige Wattlandschaft. Und weit im Norden, hinter der Marsch lag die Deutsche Bucht.

Es war ein idyllisc