»Endlich sind die Einladungen fertig!« Mit verheißungsvollem Lächeln öffnete Gräfin Larissa die Schachtel, die vor ihr auf dem niedrigen Couchtisch neben der silbernen Teekanne stand. Sie zog eine der eleganten Klappkarten heraus und strich zufrieden über den Rand des edlen Papiers. »Sind sie nicht wunderschön geworden?«
Fürst Werner von Kappstein, der ihr gegenüber auf dem Sofa saß, nahm ebenfalls eine der Karten in die Hand und begutachtete sie. Ja, das war eine sehr feine Anzeige. Oben waren die zwei Wappen der jeweiligen Familien in das echte Bütten eingeprägt. Darunter stand in klassischem Stahlstich ein kurzer Text.
»Voller Freude geben Werner Fürst von Kappstein und Larissa Gräfin von Racknitz ihre Verlobung bekannt«, las er laut vor.
Er blickte auf und sah zu seiner strahlenden Zukünftigen. Wie schön sie war! Das Haar umrahmte in goldblonden Wellen ihr ebenmäßiges Gesicht mit den funkelnden Augen und leuchtend roten Lippen. Sie war intelligent, besaß Noblesse und verkörperte alles, was man sich von einer perfekten jungen Fürstin nur wünschen konnte.
»Das ist eine ganz ausgezeichnete Arbeit«, lobte er sie, denn die Verhandlungen mit der Druckerei hatte Larissa nahezu allein geführt.
»Eigentlich hätten die Karten ja schon vor einer Woche fertig sein sollen, aber die ersten Entwürfe, die mir vorgelegt wurden, waren wirklich absolut unbrauchbar«, erklärte sie tadelnd. »Wenn man sich nicht um jedes Detail selbst kümmert …«
Sie ließ den Satz unvollendet, doch Werner hatte die Botschaft auch so verstanden.
»Ich bin dir sehr dankbar«, sagte er, nahm ihre Hand und drückte einen zärtlichen Kuss darauf.
»Noch heute sollen die Karten verschickt werden«, sagte Larissa, »damit endlich alle erfahren, dass wir zusammengehören.«
»Weiß man das nicht ohnehin schon längst?«, erwiderte Werner schmunzelnd. Seine Verbindung zu der schönen Gräfin war ja kein Geheimnis.
»So ist es offiziell«, antwortete sie und ließ keinen Zweifel daran, dass sie darauf großen Wert legte.
Im nächsten Moment wurde die Tür zu dem hellen Salon geöffnet und Prinzessin Florentine trat schwungvoll ein.
»Ach, hier habt ihr euch also versteckt!«
»Wir haben uns keineswegs versteckt«, korrigierte Larissa die hübsche Brünette. »Wir nehmen den Tee eben heute in diesem Raum ein. Außerdem zeige ic