: Kim Landers
: Wettstreit der Lust - Shadows of Love
: beHEARTBEAT
: 9783732513758
: Shadows of Love
: 1
: CHF 2.70
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 96
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Lust auf Liebe - Shadows of Love, in sich abgeschlossene erotische Liebesgeschichten. Jeden Monat neu, als Romanheft und E-Book. Für alle Fans von 'Colours of Love'. Laura ist Architektin und lebt nach einer schmerzlichen Trennung nur noch für ihren Job. Sie schafft es in die Endrunde einer sehr begehrten Ausschreibung. Zur finalen Entscheidung werden sie und ihr Kontrahent vorgeladen, um ihre Projekte genauer vorzustellen. Laura reist extra einen Tag früher an, um das Firmenterrain zu erkunden. Dabei stößt sie mit einem überaus attraktiven Handwerker zusammen, der bei Restaurierungsarbeiten hilft. Der Anblick seines nackten Oberkörpers raubt ihr den Atem. Auch er fühlt sich zu Laura hingezogen und beide ergeben sich ihrer Lust. Erst am nächsten Tag erfährt Laura, dass ausgerechnet ihr Konkurrent Robin der sexy Handwerker ist. Zu ihrem Entsetzen wird keine finale Entscheidung getroffen, sondern das Gremium verlangt, dass Laura und Robin sich eine Woche in weiteren Prüfungen beweisen. Laura ist verunsichert, denn sie befürchtet, Robins Charme könne sie ablenken. Alle Versuche, ihn zu ignorieren, scheitern kläglich. Sie kann nur noch an ihn denken. Aber sind Robins Annäherungsversuche wirklich ernst gemeint? Oder will er sie absichtlich verwirren, um sich Vorteile im Wettbewerb zu verschaffen?

1.

Bin ich hier wirklich richtig? Eingang rechts um die Ecke, zeigt mir das provisorische Schild am Bauzaun an. Was sagt mein Handy dazu, das mir seit Saarbrücken als Navi dient? Mein Finger gleitet übers Touchpad. »Das Ziel befindet sich auf der rechten Seite«, ertönt die Stimme aus dem Handylautsprecher. Die Strichlinie auf dem Display zeigt mir, dass ich dem gepflasterten Weg, der sich zwischen blühenden Beeten schlängelt, folgen soll. Nach wenigen Metern stehe ich vor einer eleganten Jugendstilvilla, deren Anblick mein Architektenherz höherschlagen lässt. Der gelbe Ton der Fassade leuchtet golden in der Sonne. Ich liebe Bauten aus dieser Epoche, die so viel mehr Charme ausstrahlen als die grauen Betonklötze rundherum. Wahrscheinlich stand diese Villa einst solitär in der Eilenriede, Hannovers städtischem Wald. Die filigranen, schwarzen Metallgitter vor den Fenstern der oberen Geschosse weisen kunstvolle Rankornamente auf, Balkone und Simse werden von Statuen gestützt. Ein Luxus, der heute kaum bezahlbar ist. Ehrfürchtig gleitet mein Blick über das Haus. Ein Teil der Fassade verbirgt sich unter Planen, vor der anderen Hälfte steht ein Gerüst. Zentral in der Front des Erdgeschosses befindet sich die doppelflügelige Eingangstür. Massivholz mit ebenfalls kunstvoll verzierten Metallbeschlägen, wie ich auf den ersten Blick erkenne. »Scholten und Co.« In goldenen Buchstaben prangt der Firmenname auf dem Findling neben dem Eingang inmitten eines Rosenbeets.

Es muss toll sein, in einem der Büros der Villa arbeiten zu dürfen und jeden Tag den Blick aus dem Fenster auf den prachtvollen Garten zu genießen.

Morgen darf ich hier meine Projektvisionen vorstellen. Ich kann es kaum noch erwarten. Vor lauter Aufregung und weil ich Ben entfliehen wollte, bin ich einen Tag früher nach Hannover gereist. Ben hat mir ständig Pünktlichkeitswahn und Pflichtphobie vorgeworfen. Ich mag es nicht, das ständige Zuspätkommen, wie er es betrieben hat. Ich lächele bitter bei dem Gedanken an meinen Ex Ben, der es immer geschafft hat, meine Lust und Stimmung zu killen, wenn er zwischen zwei Küssen oder im Bett von seinen beruflichen Erfolgen geredet hat. Gerade in diesen intimen Momenten hätte ich mir gewünscht, dass er nur an mich denkt. Er hat mich zu viele Tränen gekostet, und ich habe mir geschworen, niemals mehr um einen Mann zu weinen.

Rechts von mir im Schatten steht einladend eine Bank aus Teakholz. Ich beschließe, den Sonnenschein und das Ambiente hier auf mich wirken zu lassen, anstatt mir die Laune mit Grübeleien über Ben zu versauen. Entspannt beobachte ich die Handwerker auf dem Gerüst über mir, die die Fassade renovieren. Ich wäre keine Architektin mit Leib und Seele, wenn ich mir nicht den Kopf über die Gründe der Sanierung zerbrechen würde. Die Wetterseite. Meine Vermutung scheint sich zu bestätigen, als ich die dunklen Flecken auf dem nicht abgedeckten Fassadenteil erkenne.

Einer der Handwerker rührt in einem Maurerkübel. Über ihm klafft ein Loch in der Mauer, wo früher ein Fenster saß.

Doch mein Blick wird magisch von dem wohlgerundeten Männerhintern in der abgewetzten Jeans angezogen. Ina würde ihn als »Prachtarsch« bezeichnen, was mich zum Schmunzeln bringt. Es ist eine Macke meiner Freundin, stets als Erstes auf Hintern und Schritt der Männer zu sehen. Gleich denke ich an die letzte Firmenfeier, bei der unser Abteilungsleiter mit offenem Hosenstall dagestanden hat. Ina und ich haben mit Gesten vergeblich versucht, ihn diskret darauf aufmerksam zu machen. Aber er hat es nich