: Heather Cocks
: Mein Herz und deine Krone Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641182618
: 1
: CHF 3.60
:
: Erzählende Literatur
: German
: 704
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Plötzlich Prinzessin - oder doch nicht?

Eigentlich wollte Rebecca Porter, genannt Bex, sich in Oxford ganz auf die Uni konzentrieren. Doch als sie in das gleiche exklusive Wohnheim wie Prinz Nicholas, zukünftiger König von England, einquartiert wird, kommt alles anders. Trotz seiner allgegenwärtigen Bodyguards und überbesorgter Freunde kommen Bex und Nicholas sich näher – und Bex wird in eine Welt geworfen, die ihr völlig fremd ist, sowohl die guten Seiten (tolle Urlaube, Dinner im Palast) als auch die schlechten (Klatschpresse, nervige Familie). Und am Abend vor der Hochzeit des Jahrhunderts muss Bex sich fragen, ob sie für ihre große Liebe Nicholas wirklich ihr ganzes Leben aufgeben kann ...

Heather Cocks und Jessica Morgan sind die Schöpferinnen des erfolgreichen Celebrity-Blogs »Go Fug Yourself« und schreiben für Magazine wieGlamour,Grazia,Rolling Stone,Cosmopolitan undVanity Fair. Obwohl Jessica in Kalifornien aufwuchs und Heather in England, waren sie beide als Kinder gleichermaßen fasziniert von den Hochzeiten und Skandalen der europäischen Königshäuser. Besonders die englische Royal Family inspirierte die beiden zu »Mein Herz und deine Krone«.

PROLOG

ICH habe keine Ahnung, was ich tun soll.

Die Anrufe undSMS häufen sich, hartnäckig und unerbittlich. Ich habe Angst, ihm zu geben, was er will. Und ich habe Angst, es ihm nicht zu geben. Das Fernsehen kann mich nicht ablenken, da die weltweite Hysterie um meine bevorstehende Hochzeit auf jedem Sender im Mittelpunkt steht. Ich habe nichts zum Lesen, denn die verstaubten Wälzer in meinem Hotelzimmer handeln allesamt von englischer Geschichte, und es gibt nichts, was in diesem Moment beunruhigender wäre als die zweifelhafte Treue (oder Enthaltsamkeit) von Nicks illustren Vorfahren. Und meine Schwester ist mir auch keine Stütze. Nicht mehr. Diesmal bin ich ganz auf mich allein gestellt. Mit jedem Vibrieren meines Handys fühle ich mich wie der berühmte Schmetterling aus der Chaostheorie, der arglos mit den Flügeln schlägt und irgendwo einen Tsunami auslöst. Mir hat das arme Tier schon immer leidgetan, weil es für ein Wetterphänomen verantwortlich gemacht wird, obwohl es nur seinem Instinkt folgt. Ichbin dieser Schmetterling – wenn nicht gar der Tsunami.

Wäre ich wenigstens bei mir zu Hause, dann könnte ich meine Panikattacken auf vertrautem Territorium ausleben. Stattdessen sitze ich hier im schnieken Goring Hotel in Belgravia, in der Presse besser bekannt als Bexingham Palace. Es gibt keinen Ort oder Anlass, den Ihre Majestät, Queen Eleanor, nicht kontrollieren würde, daher hat sie ihre private Armee von Innenausstattern damit beauftragt, eine sechsstellige Summe zu verprassen, um die luxuriöse Penthouse-Suite des Goring zum hoheitlichen Brautquartier umzugestalten. Aus diesem Grund mussten sämtliche vorhandenen Einrichtungsgegenstände weichen – außer einem lebensgroßen Ölgemälde von Victoria I., das beunruhigenderweise hinter einer dicken Glasscheibe in der Dusche hängt. Sie wurden rigoros ersetzt durch antike Beistelltische und Porzellanfiguren von unschätzbarem Wert, verschnörkelte und höchst unbequeme Sofas, opulente Landschaftsgemälde, die der National Gallery »zur Reinigung« entliehen wurden, und einen echten Flügel mit zahllosen Porträts der Lyons, die ab morgen zu meiner Familie gehören.

Die triste Ahnengalerie von gewachsten Schnurrbärten und Trauermienen wird durch das offizielle Porträtfoto von Nick und mir ein wenig aufgeheitert. Zum Glück liebe ich dieses Foto, denn man findet es weltweit auf Fingerhüten, Abfallkörben, Geschirrtüchern, Ausschneidepuppen, Kondomschachteln und – mein persönlicher Favorit – auf den Präservativen selbst. Wäre Ihre Majestät ein klein wenig durchtriebener, hätte sie eine Schachtel auf den Flügel gelegt. Natürlich habe ich noch nie gehört, wie einer der älteren Royals das Wort »Kondom« auch nur in den Mund genommen hätte. Aber ich nehme an, Eleanor hätte es so ähnlich ausgesprochen wie meine Großmutter. Als handle es sich dabei um den Spitznamen eines betagten Schürzenjägers, der den Damen der Rentnerriege stets Anlass zu neuem Tratsch liefert. (»Habt ihr Kon Dom gestern im Lebensmittelladen gesehen? Er hat sechs Kartons Wein und einen Tiefkühlburrito gekauft! Was soll das nun wieder bedeuten?«)