: Silvia Zucca
: Alles eine Frage der Sterne Roman - Das Buch zur neuen Netflix-Serie „Astrologischer Leidfaden für gebrochene Herzen“
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641165963
: 1
: CHF 4.50
:
: Erzählende Literatur
: German
: 560
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Zeit, die Sterne vom Himmel zu holen

Alice ist 36 Jahre alt und wurde nicht nur von ihrer großen Liebe verlassen, sondern ist auch drauf und dran, ihren Job zu verlieren. Als würde das nicht schon genügen, blamiert sie sich rettungslos vor Davide, dem gutaussehenden Unternehmensberater, der ihrem maroden TV-Sender wieder auf die Beine helfen soll. Erst ihre Begegnung mit Tio, einem Experten in Sachen Sterne, bringt die entscheidende Wendung: Die beiden entwickeln ein neues Sendekonzept, eine astrologische Gebrauchsanweisung für gebrochene Herzen. Das Format wird ein Riesenhit und beschert Alice auch privat großes Glück …

Silvia Zucca hat englische Literaturwissenschaften studiert und war genau wie ihre Protagonistin jahrelang bei einem kleinen TV-Sender in Mailand angestellt. Heute arbeitet sie als Autorin und Übersetzerin und widmet ihre ganze Zeit dem Schreiben. Die Rechte an ihrem Debüt „Alles eine Frage der Sterne“ haben sich noch vor Erscheinen in 16 Länder verkauft.

Prolog

Sternzeichen auf Standby

Es gibt Tage, da spürst du es in den Knochen. Du wachst auf und weißt genau, dass alles schiefgehen wird, dass du besser im Bett bleiben, dich auf die Seite drehen und dir die Decke über den Kopf ziehen solltest.

In einem Film würde man jetzt meine Stimme aus dem Off sagen hören, dass ich keine Lust habe aufzustehen, sondern es Zeit für meinSURVIVAL-KIT unter dem Bett ist.

Dort lagern in einer Kiste neben einem Foto des Sixpacks von Hugh Jackman Marshmallows, ein Päckchen Puffmais zum Popcorn Selbermachen und diverse Spielfilme, natürlich aufVHS-Kassetten, von deren Existenz der Videothekar meines Vertrauens, vor dem ich die Cineastin mime, auf keinen Fall erfahren darf.

Denn statt der drei großen K, die in diesem Fall nicht für den Ku-Klux-Klan, sondern für Kubrick, Kiarostami und Kusturica stehen, deren Filme ich in vorderster Front in meinem Billy-Regal im Wohnzimmer stehen habe, verstecke ich unter dem Bett Streifen wieNotting Hill, Dirty Dancing, Pretty Woman undGhost

Ich gebe es zu: Immer wenn in meinem Leben etwas total danebengeht, dann gebe ich mir eine Überdosis Schnulzen. Nur warum müssen es ausgerechnet diese romantischen Komödien aus den 1980ern und 1990ern sein? Warum werde ich nicht erwachsen und diese Filme bleiben schwärmerische Erinnerungen an meine Kindheit, wie die Madeleines bei Marcel Proust? Ich habe keine Chance. Kaum flimmern die ersten Bilder über den Schirm, kehre ich in die geschützte und sichere Welt aus Kindertagen zurück, die mir vorgaukelt, im Leben hätte alles seine Ordnung, und auch wenn zwischenzeitlich alles schiefgeht, wartet immer ein Happy End, punktgenau bei Minute 120, gerade rechtzeitig vor dem Abspann.

Heute ist einer dieser Tage. Das ist mir klar, kaum dass mich das Schrillen des Weckers aus dem Schlaf gerissen hat. Ich bin in Versuchung, in großer sogar, dem nachzugeben, doch ganz offensichtlich haben meine Survival-Kit-Tage die Tendenz, bevorzugt montags aufzutreten, immer dann, wenn bei der Arbeit ein ultrawichtiges Meeting angesetzt ist, nur vergleichbar mit einemUNO-Gipfel.

Ich wusste schon gestern Abend, dass die volle DröhnungVergiss mein nicht! keine gute Idee war. Zumindest ab dem Moment, als ich mich entschloss, meine aufkommende Melancholie in einer Flasche Louis Roederer zu ertränken. Mit dem Champagner wollten wir eigentlich unser Einjähriges feiern, wozu es nicht mehr gekommen ist.

Es gibt Momente im Leben, in denen du dir mit voller Absicht wehtun willst. Einer davon war gestern Abend, und so gesehen, endete er erfolgreich: über der Kloschüssel.

Während ich die Decke zur Seite schiebe und mich in die Küche schleppe, in der Hoffnung, dass ein massiver Koffeinschub wahre Wunder wirken und mich wieder zum Leben erwecken wird, schalte ich wie in Trance das Radio ein, um die Nachrichten zu hören und mich daran zu erfreuen, dass es anderen noch schlechter geht als mir.

Schließlich raffe ich mich auf und schlurfe ins Bad.O mein Go