: Robert A. Heinlein
: Die Invasion Roman
: Heyne Verlag
: 9783641180416
: 1
: CHF 3.60
:
: Science Fiction
: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Sie kommen!

Über Iowa wird ein unbekanntes Flugobjekt gesichtet. In der Bevölkerung bricht Panik aus. Kurz darauf die Entwarnung: Das Ganze war nur eine Zeitungsente. Doch dann verschwinden zwei Agenten des Secret Service, die mit der Angelegenheit befasst waren, bevor sie die schreckliche Wahrheit ans Licht bringen können: Es gibt tatsächlich eine Alien-Invasion, und die Besucher aus dem Weltall können die Gefühle und Gedanken der Menschen manipulieren. Schon bald haben die Aliens alles und jeden unter Kontrolle …

Robert A. Heinlein wurde 1907 in Missouri geboren. Er studierte Mathematik und Physik und verlegte sich schon bald auf das Schreiben von Science-Fiction-Romanen. Neben Isaac Asimov und Arthur C. Clarke gilt Heinlein als einer der drei Gründerväter des Genres im 20. Jahrhundert. Sein umfangreiches Werk hat sich millionenfach verkauft, und seine Ideen und Figuren haben Eingang in die Weltliteratur gefunden. Die RomaneFremder in einer fremden WeltundMondspuren gelten als seine absoluten Meisterwerke. Heinlein starb 1988.

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Besaßen sie wirklich Verstand? Einen eigenen – meine ich.

Ich weiß es nicht, und ich habe keine Ahnung, wie wir das je ergründen könnten. Schließlich bin ich kein Wissenschaftler, nur ein Handlanger.

Zumindest bei den Sowjets mussten sie sich nicht viel einfallen lassen. Sie übernahmen einfach das kommunistische System des Drucks von oben nach unten, aber ohne die »sentimentale, bourgeoise Liberalität«, wie die Polit-Kommissare es nennen. Andererseits agierten sie bei Tieren alles andere als tierisch.

(Es ist sonderbar, draußen keine Hunde mehr zu sehen. Wenn wir die Dinger schließlich in die Finger kriegen, werden wir auch ein paar Millionen Hunde rächen. Und Katzen. Soweit es mich betrifft, eine ganz besondere Katze.)

Wenn sie keinen eigenen Verstand hatten, dann hoffe ich nur, dass wir es nie mit solchen ihrer Art zu tun bekommen, die einen haben. Wer dann verliert, ist mir klar: Ich – du – die ganze sogenannte Menschheit.

Für mich begann die Geschichte am 12. Juli, als mein Telefon mitten in der Nacht so schrill und pausenlos klingelte, dass ich wahrhaftig meinte, mir werde die Haut vom Schädel gezogen. Ich tastete herum, um das Gerät zu finden und abzuschalten, dann fiel mir ein, dass ich es in meiner Jacke am anderen Ende des Zimmers gelassen hatte. »Schon gut«, brummte ich, »schalte nur den verdammten Lärm ab. Ich höre dich ja.«

»Notfall«, sagte eine Stimme in meinem Ohr. »Melden Sie sich persönlich zum Rapport.«

Ich sagte ihm, wo er sich seinen Notfall hinstecken konnte. »Ich habe für zweiundsiebzig Stunden frei.«

»Rapport beim Alten«, beharrte die Stimme. »Sofort.«

Das war etwas anderes. »Schon unterwegs«, meldete ich und richtete mich so ruckartig auf, dass es mir vor den Augen flimmerte – und blickte in das Gesicht einer Blondine. Sie hatte sich ebenfalls aufgesetzt und schaute mich mit großen Augen an.

»Mit wem redest du da?«, fragte sie.

Ich glotzte zurück und erinnerte mich mühsam, dass ich sie schon einmal gesehen hatte. »Ich? Reden?«, stammelte ich, während ich mich bemühte, mir eine gute Lüge auszudenken. Dann, als ich langsam wacher wurde, fiel mir ein, dass es keine besonders gute Lüge sein müsste, denn sie konnte nur meine Hälfte des Gesprächs gehört haben. Die Sorte von Telefon, die in meiner Abteilung verwendet wird, weicht nämlich vom üblichen Standard ab. Der Hörer war chirurgisch hinter meinem linken Ohr eingepflanzt worden, der Ton wurde über den Knochen weitergeleitet. »Tut mir leid, Schatz«, fuhr ich fort. »Ich hatte einen Albtraum. Es kommt oft vor, dass ich im Schlaf rede.«

»Geht’s dir gut?«

»Jetzt, wo ich wach bin, schon«, versicherte ich ihr und plagte mich auf die Füße. »Schlaf ruhig weiter.«

»