: Bettina Pohlmann
: Frühstück mit Giraffen 7 Reisetaschen, 5 Kontinente, 154 Tage – eine Familie reist um die Welt
: Blanvalet Verlag
: 9783641169305
: 1
: CHF 2.70
:
: Romanhafte Biographien
: German
: 320
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mit Reisetipps für Fernreisen mit Kindern und 16-seitigem Bildteil.

Den Alltag hinter sich lassen und einfach losziehen an die aufregendsten Orte dieser Welt … Viele träumen davon – auch Bettina Pohlmann. Aber mit zwei Kindern – geht das überhaupt? Und ob! Im Dezember packt sie mit ihrem Mann Frank und den beiden Töchtern Antonia (9) und Helen (4) ihre Koffer, und die Familie macht sich auf, einmal die Welt zu umrunden. Charmant und mit viel Humor erzählt Bettina Pohlmann von einem großen Abenteuer zu viert — von Turbulenzen, Pleiten und unvergesslichen Augenblicken an den schönsten Sehnsuchtsorten der Welt — und gibt spannende Einblicke in das etwas andere Familienleben »on tour«.

Bettina Pohlmann, geboren 1965 in Hamburg, wurde die Liebe zu fernen Ländern quasi in die Wiege gelegt, denn ihre Eltern lernten sich auf einer Reise kennen. Nach dem Abitur und während ihres Studiums zog sie immer wieder mit dem Rucksack durch die Welt. Sie arbeitete viele Jahre bei Radio und Fernsehen und unterrichtete an verschiedenen Akademien die Fächer Dramaturgie und Regie. Seit 2006 dreht sie TV- und Kinodokumentationen im In- und Ausland. Bettina Pohlmann lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Hamburg.

Vor uns die Welt

»Ich komme nicht mit!«*Fingerrouten*Gate closed

Wir stehen vor einer Tresortür mit winzigem Fenster und starren ins Innere des Flugzeugs. Wie in einem Film und in Zeitlupe sehen wir – Frank, Antonia, Helen und ich –, wie die Crew diskutiert und dabei in unsere Richtung zeigt.

Frank macht einen zaghaften Scherz: »Vielleicht sollten wir mal klingeln.«

Ich, da ich immer alles glaube und meine Nerven blank liegen, frage zurück: »Echt? Gibt es hier eine Klingel?«

Nein, der A380 hat keine Klingel und auch keinen automatischen Türöffner, und sie kann auch nicht mal eben anhalten, wenn man zu spät ist und noch reinhüpfen will. Wenn ein Flieger wegfliegt, ist er weg. Wir wollen rein. Wir wollen auf Weltreise. Leider stehen wir auf der falschen Seite der Tür.

Vielleicht ist unsere Reise hier zu Ende, bevor sie überhaupt losgeht. Denn beim Umsteigen in Frankfurt stellten wir plötzlich fest, dass die Zeit verdammt knapp war für den Anschlussflug nach Johannesburg. Fünfzig Minuten sind am Frankfurter Flughafen nur etwas für geübte Sprinter. Frank und ich röchelten, der Atem dampfte, noch zweiundzwanzig Gates, noch einundzwanzig … Antonia und Helen lachten, sie hatten großen Spaß auf den Laufbändern, aber wir, die Eltern, kamen ganz schön ins Schwitzen. Als wir nach einer gefühlten Unendlichkeit an unserem Gate ankamen, sahen wir zunächst – niemanden. Doch dann entdeckten wir ein wedelndes weißes Taschentuch. Eine Frau in Uniform schwang es wie einen Staubwedel hastig hin und her. Meinte sie etwa uns? Ja, meinte sie. Denn als wir auf sie zukamen, atmete sie hörbar erleichtert auf.

»Wie schön, dass Sie da sind! Wir haben gerade das Gate geschlossen, ich hoffe sehr, man lässt Sie noch rein.«

Das hofften wir auch und rannten durch den leeren, nicht enden wollenden Finger Richtung Riesen-Jumbo.

Vor uns haben wir nun also das derzeit größte Flugzeug der Welt beziehungsweise dessen schwere Tresortür. Dahinter die Crew, die sich immer noch berät.

Plötzlich bewegt sich etwas. Die Tür zum Himmel wird geöffnet, und wir bekommen Einlass. Zitternd gehen wir zu unseren Sitzen. Das war knapp. Unsere Weltreise kann unglaublicherweise losgehen. Nicht nur gedanklich, sondern in echt. Denn wir sind mit an Bord. Nur Sekunden später rollt das riesige Flugzeug gen Startbahn und hebt ab Richtung Johannesburg.

Im Flieger schließe ich die Augen und denke an die letzten Wochen zurück. Die wüstesten unseres Lebens, denn die vielen Vorbereitungen unserer Reise haben uns stündlich altern lassen, während gleichzeitig mit jedem Tag die Vorfreude wuchs. Wer einmal etwas Abenteuer in seinem Leben haben will, braucht bloß eine Weltreise mit zwei Kindern und die Untervermietung der Wohnung zu organisieren, da hat man garantiert keine Langeweile mehr. Jetzt sitze ich krank und schlapp im Flieger, und statt ausgelassener Vorfreude auf eine aufregende Reise, die spannendste meines Lebens wahrscheinlich, wünsche ich mir fast, mich zu Hause aufs Sofa zu legen. Endlich ausruhen! Warum nicht doch einfach mal Sesselsitzer sein, warum immer Abenteuer haben wollen und das Hier und Jetzt leben, warum der ganze Stress? Doch nein. Frank und ich lassen die letzten Wochen einfach sacken und stoßen auf uns an. Geschafft! Man darf sich ruhig mal ein bisschen selbst feiern. Dass wir jetzt tatsächlich in diesem Flugzeug sitzen und neben uns unsere M