ich weiß noch, wie ich auf das Beatles-Poster von Avedon starrte, als ich viereinhalb war.Jahre alt. Es war an die Wand hinter dem Bett meiner Schwester geklebt, und ich habe Löcher hineingebohrt und die Gruppe angestarrt, während sie ihre Platten spielte, die ich schon kannte. Mit sieben habe ich im Garten hinter dem Haus ein Stück mit dem Titel »Die falschen Beatles« für ein Publikum bestehend aus null Leuten aufgeführt. Meine Rolle war ein Mädchen namens Sweetie, das von vier Männern verführt wurde, die behaupteten, John, Paul, George und Ringo zu sein. Manchmal machte das Mädchen aus der Straße mit, aber normalerweise spielte ich das ganze Stück allein oder mit meinem Hund. Der Anfang war eine Montage, in der Sweetie Komplimente von Paul zu ihrer Persönlichkeit und ihrem schulterfreien Sommerkleid bekam, gefolgt von einer Szene, bei der sie auf der Schaukel saß, während sie ihr Songs ausRevolver vorsangen. Dann bemerkte sie Indizien dafür, dass es Betrüger waren, die sie entführen wollten. An manchen Tagen wurde Sweetie von dem falschen George geknebelt und gefesselt, die sadomasochistischen Implikationen wohl beunruhigend, da eine Zweitklässlerin sie heraufbeschwor. Das Stück endete damit, dass ich im Garten auf einem Erdhaufen stand, die Arme hob und nach dem rettenden Seil griff, dass der echte Paul McCartney aus einem Hubschrauber warf. Paul kletterte herunter und riskierte sein Leben, während er »Here, There and Everywhere« sang. Die Sache befriedigte meine Errettungsphantasien und mein Bedürfnis, von einem Rockstar geschätzt zu werden, während ich ein schulterfreies Sommerkleid trug. In dem Versuch, Interesse für das Stück zu erregen, schrieb ich einem Fernsehsender einen Brief, aber meine Eltern schickten ihn nicht ab.
Als ich dich fand, war ich den Beatles immer noch treu ergeben, doch ich war auf der Highschool und bereit für etwas Neues. Rickie Lee Jones und The Smiths waren noch ein paar Jahre entfernt, aber deine Musik kam genau zur richtigen Zeit. Sie gab mir einen Schub, der in mir den Wunsch weckte, mich zu wehren. Mein Bruder brachte mir nacheinander alle deine Platten. Wir saßen in seinem Zimmer und hörten jeden Song, und er sprang auf und spielte Luftgitarre oder hielt den Plattenspieler an und setzte die Nadel zurück, damit wir eine Textzeile noch mal hören konnten. Manchmal lieh er mir eine Platte über Nacht, damit ich sie beim Einschlafen hören konnte, und wenn sie zu Ende war, ging ich im Nachthemd auf Zehenspitzen zum Plattenspieler und spielte sie noch mal, nur leiser. Du bist auf unserer Terrasse erschienen, wenn ich deine Platten hörte, und in deinem verbeulten Wagen mit mir davongefahren. Es war besser als mein tatsächliches Leben und der metallische Geschmack des Zorns auf meiner Zunge, den ich weder verorten noch erklären konnte. Auch du warst ein Einzelgänger in einer Kleinstadt, isoliert und als komisch abgestempelt. Ich legte deine Platten auf und stellte mir vor, wir würden uns finden, beide entfremdet und ausgehungert nach Zuneigung. Ich stieg heimlich aus meinem Schlafzimmerfenster und traf dich in einem verlassenen Vergnügungspark oder an einer Tankstelle, ich spürte deine Lederjacke an der Wange und sah deinem Gesicht die Erleichterung an, wenn ich kam, jemand, der dir nie vorwarf, eingeschnappt zu sein oder dich seltsam zu verhalten. Während eines ganzen Lieds liefen wir durch Straßen und telefonierten flüsternd in Telefonzellen; wir stritten und versöhnten uns. Nach einer Schlägerei auf einem Parkplatz pflegte ich dich, versteckte dein weißes T-Shirt unter meinem Rock und nahm es mit nach Hause, um heimlich die Blutflecken rauszuwaschen, und die ganze Zeit verteidigte ich dich gegen meine vielen fiktiven Freundinnen, die sich Sorgen um mich machten, weil ich mit einem einsilbigen Rowdy z