: Kim Landers
: Geheimnisvoller Fremder - Shadows of Love
: beHEARTBEAT
: 9783732513741
: Shadows of Love
: 1
: CHF 2.70
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 96
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Bei der selbstständigen Eventplanerin und Dolmetscherin Annabel läuft gerade alles schief: Ihr Freund hat sie von heute auf morgen einfach sitzen gelassen - inklusive einem Berg von Schulden. Ein lukrativer Auftrag wäre die einzige Chance, wieder auf die Beine zu kommen, der fehlt jedoch zunächst. Doch dann meldet sich ein Düsseldorfer Bekleidungskonzern bei ihr. Das deutsche Modehaus plant, mit dem italienischen Modeimperium di Montabelli zu fusionieren, und Annabel soll den Aufenthalt der Geschäftspartner organisieren. Als sie auf den jüngsten Spross der Familie trifft, Francesco Montabelli, ist sie direkt hin und weg. Und auch Francesco findet Gefallen an Annabel. Schon bald geben sie sich ihrer Leidenschaft hin, und merken, dass sie tiefere Gefühle füreinander haben. Seine Schwester Claudia ist davon gar nicht begeistert und lässt keine Gelegenheit aus, Annabel zu schikanieren und zu verunsichern. Als Francesco dann auch noch plötzlich Hals über Kopf abreist und Claudia ihr Francescos großes Geheimnis verrät, ist Annabel zu tiefst enttäuscht. Waren Francescos Gefühle nur vorgetäuscht? Und warum hat er ihr nicht die Wahrheit über sich erzählt?

1.

Ich warte auf das Glück! Nur leider scheint es um mich einen großen Bogen zu machen. Belogen und betrogen vom Ex. Am liebsten hätte ich alle Fäden gekappt, die mich und meinen Exfreund miteinander verbinden. Doch da gibt es noch die Eventagentur, die wir gemeinsam aufgebaut haben. Ich hatte alles: einen intelligenten, gut aussehenden Mann an meiner Seite, von dem ich dachte, dass er meine Liebe erwidert, Geld, Ansehen und Erfolg im Job.

Ein einziger Moment hat alles zerstört, als ich Roberto in flagranti beim Seitensprung erwischt habe. Zu spät habe ich begriffen, dass ihm meine Gefühle gleichgültig sind. Alle haben von seinen Affären gewusst, nur ich nicht. Ich könnte mich jetzt noch dafür ohrfeigen.

Weil er obendrein Geld aus der Agentur veruntreut hat, musste ich die Penthousewohnung am Rhein verkaufen. Jetzt lebe ich in einer Zweizimmerwohnung irgendwo am Rande Düsseldorfs. Die Wände im Flur sind mit alten Urlaubsfotos gepflastert. »Du lebst in der Vergangenheit. Lass sie endlich los.« Wie oft haben mir das Freunde gesagt. Sie haben recht, aber ich kann nicht. Die Fotos erinnern mich an die Zeit, in der ich glücklich war. Außerdem habe ich Roberto aus allen Fotos herausgeschnitten.

Mittlerweile habe ich ganz vergessen, wie es ist, begehrt zu werden und Sex zu genießen. Dabei wünsche ich mir das so sehr. Meine Oma hat immer gesagt: »Du vergisst den Kerl nur, wenn du unter dem Nächsten liegst.« Und meine Oma war eine weise Frau. Ich sollte ihren Rat beherzigen. Es ist Zeit, neue Wege zu gehen und sich nach anderen Männern umzusehen. Wo lernt frau wirkliche Traumtypen kennen? Gut aussehende, intelligente Männer mit Humor und Einfühlungsvermögen? Langsam glaube ich, dass diese Spezies ausgestorben ist. Da fällt mir ein, dass noch irgendwo die Visitenkarte von diesem Nachtklub schlummert, die ich neulich in einem Restaurant eingesteckt habe. Die Karte hängt an der Pinnwand.

Einen Versuch ist es wert.

♡♡♡

Eine Stunde später bin ich auf dem Dancefloor eines angesagten Düsseldorfer Klubs.

Doch selbst beim Tanzen kriege ich die Sorgen nicht aus dem Kopf. Überhaupt war es eine blöde Idee, hierherzukommen. Ich sehe hier nicht einen Mann, der mir gefällt, geschweige denn mit dem ich eine Nacht verbringen würde. Mein Frust wird immer größer. Ich kann noch nicht mal meine Probleme hinunterspülen, denn die Drinks an der Bar schmecken schal und sind unbezahlbar. Ich sollte gehen, in meinem Kopf dröhnen die Bässe. Dennoch hält mich irgendetwas zurück.

Gegen Mitternacht wird die Schwüle im Saal unerträglich. Als ich keine Luft mehr bekomme, dränge ich mich zwischen den anderen Tänzern hindurch zu den Toiletten, um mein zerlaufenes Make-up abzuwischen. Im Flur vor den Toiletten ist die Musik gedämpfter, dafür aber ist es dunkel, so dunkel, dass ich nur schemenhaft die Türen erkennen kann. Vergeblich suche ich nach einem Lichtschalter. Der Schweiß von der Stirn rinnt in meine Augen und vermischt sich mit dem Eyeliner zu einem höllischen Brennen. Unwillkürlich fasse ich an mein Auge und schreie vor Schmerz auf. Die verdammten Linsen sind verrutscht. Die müssen raus, und zwar sofort. Ich ertaste zwei Türen. Aber welche gehört zur Damentoilette? Ich kneife die Augen zusammen und gehe näher ran. Aber ich kann nichts erkennen. Befinden sich die Damentoiletten nicht immer rechts von den Herrentoiletten? Das hat mir irgendwer einmal gesagt. Also stolpere ich auf die rechte T