: Mirjam Müntefering
: Anders geht immer
: Ulrike Helmer Verlag
: 9783897419933
: 1
: CHF 13.50
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 319
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die siebzigjährige Charlotte will nur ihren Lebensabend in Ruhe genießen, doch da muss sie ihrer Großnichte Lotta Unterkunft bieten. Der quirlige Teenager erweist sich als echte Nervenprobe. Um in ihrer Mädchenclique mithalten zu können, gräbt Lotta einen Referendar an. Als Charlotte prompt Besuch von der Lehrerin erhält, staunt sie sehr: Eben jene Irene hatte ihr einst Kopf und Herz verdreht! Und verrückterweise hat Irene an Charme nichts eingebüßt. Lotta ihrerseits macht Bekanntschaft mit Nachbarstochter Jill, die wesentlich cooler ist als alle Mädels der Schulclique zusammen ...

Mirjam Müntefering, geboren 1969, Filmwissenschaftlerin und Fernsehredakteurin, arbeitete fürs Fernsehen und für Printmedien, bis sie im Jahr 2000 eine eigene Hundeschule eröffnete, die sie seitdem leitet. Seit 1998 ist sie als Autorin von Romanen für Jugendliche und Erwachsene erfolgreich und war im Fernsehen u.a. bei Beckmann, Biolek, Böttinger, Maischberger und in der NDR-Talkshow zu Gast. Die Trägerin des 'Augspurg-Heymann-Preises' setzt sich für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften sowie für den Tierschutz ein.

12. CHARLOTTE


So was kann auch wirklich nur mir passieren. Da lasse ich mich vollkommen verrückt machen von nebenbei eingestreuten Bemerkungen der Walkerinnen zu meinem Liebesleben!

Und wahrscheinlich war auch Familie Schlorgel ein bisschen mit schuld. Wie kann man denn seinen Haushalt derart verkommen lassen? Sigrid hatte tatsächlich recht. Bei denen sieht es aus, als stünden sie kurz vor der Haushaltsauflösung. Durch den Flur musste ich mich seitlich schieben, weil sich an den Wänden Kartons und Tüten stapeln.

»Sieht heute ein bisschen wild aus, Frau Recht«, sagte Frau Schlorgel, als ich mich im Wohnzimmer umsah, wo alle nur erdenklichen Ablageflächen zugebaut waren. Dass es sich aber nicht um einen akuten Ausnahmezustand handelte, konnte ich daran erkennen, dass ganz oben auf dem Stapel, den ich von dem als Sitzplatz angebotenen Sessel räumen musste, eine Zeitung von vergangenem Dezember lag.

Was dann folgte, war ein für mich ausgesprochen unangenehmes Gespräch. Ich musste der guten Frau sagen, dass wir ihnen leider keinen neuen Pflegehund zuteilen können, solange sich die Wohnung in diesem chaotischen Zustand befindet.

Zu meinem Erstaunen schien